Kernen

Projektwochen an der Karl-Mauch-Schule Kernen: Grundschüler finden Umweltschutz toll

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Die Grundschüler haben Umweltschutz-Plakate gebastelt. © Gaby Schneider

Kunst, Musik, Ethik und Sport: Seit den Pfingstferien hat die Karl-Mauch-Grundschule gleich vier Projektwochen für die Grundschüler veranstaltet. Zum ersten Mal seit März 2020 war so ein Programm überhaupt wieder möglich, berichtet Schulleiterin Barbara Käser. Noch in den Pfingstferien sei es nicht sicher gewesen, ob danach wirklich alle Schüler wieder im Präsenzunterricht sein würden.

„Aber wir haben gesagt: Egal was kommt, wir möchten Projektwochen machen“, sagt Barbara Käser. Dass es jetzt geklappt hat, freut nicht nur das Lehrerkollegium: „Wir haben abgestimmt“, sagt der neunjährige Maxim aus der Klasse 3 b. „Am meisten hat uns die Ethik-Woche gefallen.“

Etwas ganz Besonderes während Corona

In der Sportwoche haben die Schüler verschiedene Bewegungsstationen durchlaufen können, in der Musikwoche wurden Titel aus „Der Karneval der Tiere“ einstudiert und dann in der Aula aufgeführt.

Das sei ein ganz besonderes Ereignis gewesen im Kontext der Corona-Pandemie, erklärt Barbara Käser: Es gab zwei Aufführungen, bei denen jeweils die Hälfte der Schüler aller Klassen anwesend war. Zum ersten Mal seit Corona guckten Schüler aller Altersstufen einander zu – sonst war immer alles streng nach Klassen getrennt.

Flutkatastrophe beschäftigt auch die Kinder sehr 

Die verschiedenen Themenwochen fielen teilweise sogar mit aktuellen Ereignissen zusammen: Während der Kunstwoche war gerade Europameisterschaft, die Kinder bastelten deswegen unter anderem Tischkicker aus alten Schuhkartons.

In der Ethik-Woche, oder auch Umweltwoche, wie sie von der Schule benannt wird, ging es viel um Nachhaltigkeit und Umweltschutz – mit den älteren Kindern wurde da auch viel über die Flutkatastrophe in Westdeutschland gesprochen, berichtet die Schulleiterin.

„Die Kinder wollten wissen, wie so etwas passieren kann, wer das bezahlt, wie die Menschen dort neue Häuser bekommen“, sagt sie. Die Grundschüler stellten also im Grunde genommen die gleichen Fragen, die auch die Erwachsenen seit dem schlimmen Hochwasser beschäftigen.

Wie stellen sich die Kinder die Zukunft vor?

Zum Abschluss der Umwelt- und Ethik-Woche versammeln sich die Klassen nacheinander in der Aula. Dort sind die Arbeiten aufgehängt und ausgelegt: Bilder und Plakate, die zeigen, wie sie sich die Zukunft vorstellen: Viel Grün ist hier zu sehen, aber auch Berge, Tiere und Seen. Botschaften wie „Finger weg von der Natur“, „Ohne Bäume keine Träume“, „Weniger Benzin“ oder „Fahrt mehr Roller oder Fahrrad“ stehen auf den Plakaten.

In der Ethik-Woche haben die Kinder mit einem Bilderbuch gearbeitet, das die Geschichte von Greta Thunberg erzählt, erklärt Schulleiterin Barbara Käser. Darin wird erzählt, wie die schwedische Schülerin damals erst ganz alleine demonstrieren ging, bevor mehr und mehr Jugendliche und junge Menschen dazukamen.

Greta Thunbergs Geschichte als Beispiel, dass Kinder nicht machtlos sind

Die Schulleiterin erklärt, dass Gretas Geschichte und ihr Ausspruch, dass Kinder, die sich zusammentun, alles schaffen können, sowie die selbst gebastelten Demonstrationsplakate den Schülern das Gefühl geben sollen, dass es Lösungen gibt, dass sie selbst etwas tun können. Denn das, was die Grundschüler diese Woche über die Umwelt und den Klimawandel gelernt haben, gefällt ihnen gar nicht.

Die Menschen seien unfair zu den Tieren, und dass arme Kinder in Dritte-Welt-Ländern den exportierten Müll der europäischen Länder wegräumen müssen, könne doch einfach nicht richtig sein, sagen die Kinder der Klasse 3 b im Abschluss der Umwelt-Woche in der Aula der Karl-Mauch-Schule.

Beeindruckendes Verständnis für Umweltschutz und aktuelle Missstände

Die Menschen sollen damit aufhören, unnötig Bäume zu fällen, fordert ein Junge. Ein anderer wünscht sich eine „Treibnetz-Polizei“ auf den Meeren, die konsequent Fischern das Handwerk legt, die durch ihre nicht nachhaltigen Methoden die Meere ausbeuten.

Es ist beeindruckend, wie umfassend die Acht- und Neunjährigen das Thema verstanden haben – und wie sehr es sie interessiert und beschäftigt. Gegenwind aus der Elternschaft, weil die Kinder hier lernen, dass es schlecht ist, viel Auto zu fahren oder mit dem Flugzeug zu fliegen, habe es keinen gegeben, sagt die Schulleiterin.

Für einige Kinder scheint das Thema Umweltschutz schon vor der Projektwoche sehr präsent gewesen zu sein: So berichtet die neunjährige Nele, dass sie mit ihrer Mutter schon mal auf einer Demonstration war. Auch, wie sie im Kleinen daheim etwas für die Umwelt tun kann, weiß die Drittklässlerin: „Meine Mama kauft wenig Plastik, lieber Glas.“

Kunst, Musik, Ethik und Sport: Seit den Pfingstferien hat die Karl-Mauch-Grundschule gleich vier Projektwochen für die Grundschüler veranstaltet. Zum ersten Mal seit März 2020 war so ein Programm überhaupt wieder möglich, berichtet Schulleiterin Barbara Käser. Noch in den Pfingstferien sei es nicht sicher gewesen, ob danach wirklich alle Schüler wieder im Präsenzunterricht sein würden.

„Aber wir haben gesagt: Egal was kommt, wir möchten Projektwochen machen“, sagt Barbara Käser. Dass

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