Kernen

„Querdenken“-Demonstration in Rommelshausen mit Ex-AfD-Mann Heinrich Fiechtner

Kopie von Querdenken Querdenker Demo Schorndorf
"Querdenken"-Flagge (Symbolfoto). © ZVW/Benjamin Büttner

Am Neujahrsabend hat in Rommelshausen eine sogenannte „Querdenken“-Demonstration stattgefunden. Nach einer Zählung der Polizei haben daran rund 120 Menschen teilgenommen. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen unserer Zeitung am Freitagabend mitteilte, verlief die Demonstration, die sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie richtete, friedlich und ohne besondere Zwischenfälle. Die Teilnehmer waren zwischen dem Rathausplatz und der Cannstatter Straße unterwegs. Als Redner trat Heinrich Fiechtner (ehemals AfD) auf, der mehrfach mit Provokationen im Landtag von Baden-Württemberg auf sich aufmerksam gemacht hat – und sogar schon von der Polizei aus dem Parlament getragen werden musste.

In den sozialen Netzwerken hat am Abend der Bürgermeister von Kernen, Benedikt Paulowitsch, Position bezogen, ohne aber direkt auf die Teilnehmer der Demonstration einzugehen: „Worte an die Demonstranten möchte ich keine verlieren. Man sollte über solche Stöckchen gar nicht erst springen. Vielmehr danke ich den Polizistinnen und Polizisten, die heute Abend im Dienst waren. Vor allem bin ich stolz auf die große Mehrheit unserer Bevölkerung, die sich solidarisch, rücksichtsvoll, besonnen und vernünftig verhält.“

Ein Feuerwerk wurde untersagt

Zudem äußerte sich der Rathauschef zur Frage, ob die Demonstration überhaupt erlaubt gewesen sei. „Dazu stellen viele Menschen sicherlich die Frage ,Wer genehmigt so etwas?‘ Die Antwort ist: Niemand. Denn Demonstrationen sind eines der höchsten Güter unseres Grundgesetzes und deswegen auch im Rahmen der Corona-Verordnung in Bezug auf Versammlungsverbote ausgenommen“, schreibt Benedikt Paulowitsch bei Facebook und Instagram. Die Demonstration habe lediglich angemeldet werden müssen und die Teilnehmer hätten sich an die vom Landratsamt ausgegebenen Auflagen halten müssen. Ein ursprünglich beantragtes Feuerwerk sei untersagt worden.

Kleine Kundgebungen von Ballweg erwünscht

Zu Weihnachten hatte der Initiator von „Querdenken 711“, Unternehmer Michael Ballweg, mit dem Appell an seine Anhänger überrascht, das Verbot der geplanten Großdemonstration in Berlin zu akzeptieren. Allerdings hatte Ballweg betont, er freue sich über kleinere Kundgebungen an vielen Orten in Deutschland. Eine solche Kundgebung hat jetzt in Kernen stattgefunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich in Kernen Berührungspunkte mit der unter anderem wegen ihres Umgangs mit Rechtsradikalen und Verschwörungsanhängern kritisierten Bewegung ergeben. So wurde in Kernen Anfang Dezember eine Gartenparty von der Polizei aufgelöst, bei der Personen anwesend waren, die den Beamten schon von einer Corona-Demo in Waiblingen bekannt gewesen waren.

Allerdings haben an der Demonstration in Kernen am Neujahrsabend offenbar zahlreiche „Querdenker“ auch aus anderen Regionen Baden-Württembergs teilgenommen. Das verrieten jedenfalls die zahlreichen auswärtigen Auto-Kennzeichen.