Kernen

Seit vier Monaten ohne Internet

DSL NEtzwek Internet Feature
Weder in der Leitung noch am Router fanden Telekom und Vodafone Probleme. © ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Kernen-Rommelshausen. Seit vier Monaten haben Florian Beckmann und seine Familie kein funktionierendes Internet und Telefon zu Hause. Rund 15 Techniker kamen bereits, um sich die Störung anzuschauen. Sowohl Vodafone, als Anbieter des Vertrags, als auch die Telekom, als Eigentümer der Kabel, sind involviert.

„Eine bodenlose Frechheit“, ärgert sich Florian Beckmann aus Rommelshausen. Seit Ende Mai funktioniert weder sein Internet noch sein Telefon, berichtet der Vodafone-Kunde. Er sagt, dass die Telekom, der die Kabel gehören, und Vodafone, bei denen er einen Vertrag hat, die Zuständigkeiten zwischen sich hin- und herschieben. Beckmann fühlt sich nicht ernst genommen und ist verärgert. Viel Zeit investierte er in Telefonate und das Warten in die Techniker.

Das Telefon funktioniere seit dem 18. Mai nicht mehr, habe ihm seine Mutter berichtet, als Beckmann selbst noch im Urlaub war. Wieder zu Hause, stellte er fest, dass auch die Internetverbindung nicht mehr funktioniert. Beckmann, der selbst Elektriker ist, versuchte ein paar Tage lang, den Fehler zu finden und die Störung zu beheben – jedoch ohne Erfolg.

Erster Kontakt mit seinem Anbieter Vodafone am 29. Mai

Am 29. Mai rief er zum ersten Mal den Kundenservice von Vodafone an. Zunächst schien alles recht schnell zu gehen. Beckmann bekam wenige Tage nach dem Telefonat eine neue Starterbox, die Internet und Telefon an ein System koppelt. Doch diese funktionierte nicht. Eine Woche lang telefonierte er täglich mit der Störungsstelle. Jeder Vodafone-Mitarbeiter erstellte ein Ticket, nahm die Störung also auf. Doch erst nach mehreren Telefonaten erhielt Beckmann Hilfe. Der Mitarbeiter versicherte Beckmann, die Telekom als Eigentümer der Leitungen zu beauftragen, diese zu überprüfen. Die Telekom meldete zurück: alles okay. Das Problem liege also an Vodafone. Diese schickten ebenfalls Techniker, die auch keine Ursache feststellen konnten. „Es hat durchaus Zeit gebraucht, um die Leitungen gründlich zu durchsuchen“, sagte ein Vodafone-Pressesprecher auf Anfrage. Obwohl alle Einzelteile funktioniert hätten, sei keine Verbindung zustande gekommen.

Beckmann berichtet, für ihn und seine Familie seien hohe Kosten entstanden, weil sie mit Prepaid-Handys telefonierten, bis Vodafone eine Rufumleitung eingerichtet hat. Vodafone habe ihnen auch keinen Ersatzrouter geschickt. Deshalb nutzte Beckmann, der ab und zu im Homeoffice arbeitet, die mobilen Daten auf dem Handy, um am Laptop zu arbeiten – dadurch entstanden noch mehr Kosten.

Für rund 15 Techniker-Termine blieben Florian Beckmann oder seine Mutter zu Hause. Verärgert berichtet Beckmann, dass die Techniker davon allerdings nur dreimal ins Haus kommen mussten. Ansonsten prüften sie die Leitungen draußen.

Noch diese Woche soll Beckmann einen neuen Router bekommen

Durch verschiedene Messungen fand Vodafone heraus: „Es handelt sich um ein hausgemachtes Problem“, sagt der Pressesprecher. Weil Beckmann eine Fritzbox, also einen anderen Router als den von Vodafone, angeschafft hatte, klappte das Zusammenspiel zwischen den Vodafone-Netzteilen und dem Router nicht mehr, erklärt der Vodafone-Pressesprecher. Beckmann ist verärgert. Bereits seit mehreren Jahren nutze er diese Kombination – bisher ohne Probleme.

Noch in dieser Woche soll Beckmann eine neue Starterbox bekommen. Vodafone: „Wir sind sehr sicher, dass diese dann funktioniert.“ Beckmann hat seine Konsequenzen ohnehin gezogen: Anfang Oktober wechselt er den Anbieter.


Große Störung auch bei der Telekom

Rund 100 Kunden der Telekom in der Kolbenhalde rund um die Schubertstraße in Rommelshausen waren in den vergangenen Wochen von Störungen betroffen, räumt ein Telekom-Sprecher auf Nachfrage ein. Bereits von Anfang September an hatte ein Kabel, das durch eindringende Feuchtigkeit beschädigt wurde, für Störungen der Telefonie, des Internets und des TV-Empfangs gesorgt. Weil Tiefbauarbeiten nötig waren, um den Schaden zu beheben, dauerten die Arbeiten länger als geplant. Am Montagmittag funktionierten die Anschlüsse wieder, gab ein Telekom-Pressesprecher an. Beschwerden von Anwohnern gingen bei der Gemeinde Kernen nach Angaben der Verwaltung erst Anfang vergangener Woche ein.