Kernen

Sieben Tipps für besseren Small Talk

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Symbolbild. © ZVW/Sarah Utz
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Matthias Dahms ist seit den 1990er Jahren Kommunikationstrainer. Der 53-jährige Diplom-Ökonom bietet in seinem Unternehmen „project and change“ Betrieben, öffentlichen Verwaltungen und Schulen Coachings und Beratungen an. Dabei geht es ebenso um Schlagfertigkeit wie auch um Kommunikationstipps für die Karriere.

Kernen-Stetten. Leichter mit den Kollegen ins Gespräch kommen, mit unbekannten Sitznachbarn plaudern, in Gruppen mehr aus sich herausgehen: Es gibt viele Gründe dafür, warum Menschen an den eigenen Small-Talk-Fähigkeiten arbeiten wollen. Wie’s geht, hat Matthias Dahms in Stetten gezeigt – und mit diesen sieben Tipps ist es ganz leicht.

1 Bloß kein Stress

Entspannt bleiben ist die goldene Regel des Small Talks. Spaß muss er machen, sich für alle Beteiligten rundum angenehm anfühlen.

Das „kleine Gespräch“, wie es wörtlich übersetzt heißt, zeichnet sich durch Leichtigkeit aus. „Gekonnte Oberflächlichkeit“ nennt Matthias Dahms das. Im Plauderton hüpfen die Gesprächspartner von Thema zu Thema. Mit Druck und Stress – Was sag’ ich bloß? Was denkt er nun? Oh, Gott, sie schweigt! – kommt man da nicht weit.

Deshalb: Erst mal tief durchatmen, Gesichtszüge entspannen, Blickkontakt aufnehmen, lächeln – und dann kann’s losgehen. Wichtig: Die Begrüßung nicht vergessen und immer schön langsam sprechen.

2 Naheliegende Themen sind die besten

„Das weltbeste Small-Talk-Thema sind die Gemeinsamkeiten, die du mit jemandem hast“, betont Dahms. Das fängt im Hier und Jetzt an: beim Ort, der Veranstaltung, dem kalten Wind. Sich auf ein mögliches Gespräch vorzubereiten ist absolut erlaubt, das gilt für eine Ausstellung ebenso wie für eine Party. Schon zehn Minuten Recherche über den Künstler oder den Gastgeber reichen, um eine Gesprächsbasis aufzubauen.

Es braucht auch keinen extra-originellen Einstieg. Ganz im Gegenteil: Je spezieller und fordernder ein Small Talk ist, desto weniger finden die Beteiligten in den leichten Ton, der diese Kommunikationsform ja gerade ausmacht. Es darf also durchaus auch mal um den schönen Sonnenschein oder den strömenden Regen gehen. Anknüpfungspunkte finden sich schnell: ein ähnliches Arbeitsumfeld, ähnliche Interessen, Haustiere. Und wenn nicht: Spaßthemen gehen immer. Über Urlaub, Wochenende und Feierabend redet so gut wie jeder gerne, genauso über Hobbys.

„Das zweitbeste Thema“, sagt Dahms, „ist das des Gegenübers.“ Wer also nicht selbst einen Impuls setzen will, kann auch einfach mal abwarten, ob der Gesprächspartner von sich aus ein Thema anspricht. Kurze Pausen sollten dabei ausgehalten werden. Nach fünf Sekunden Schweigen können immer noch zwei, drei Themen angetestet werden, bevor man weiterzieht.

3 Nicht zu tief einsteigen

Klar macht eine gepflegte Diskussion von Zeit zu Zeit Spaß. Und manchmal müssen die eigenen Sorgen und Nöte einfach raus. Aber nicht beim Small Talk. Wer wirklich nur locker und unverbindlich plaudern möchte, muss sich beherrschen. Deshalb: Streitthemen beiseite lassen, Halbwissen und Besserwissereien einfach mal so stehenlassen, persönliche Probleme ausklammern und die Neugierde im Zaum halten.

4 Auf Augenhöhe bleiben

Die Kunst besteht darin, eine Wohlfühlatmosphäre für alle Gesprächspartner zu schaffen. Dazu gehört es, keine Hierarchien entstehen zu lassen. Klar, wenn der Chef mit am Tisch sitzt, dann gibt er den Ton an. Doch in allen anderen Fällen gilt: Ein Small Talk funktioniert nur, wenn beide Parteien zu Wort kommen – und sich gegenseitig Anerkennung zollen. Monologe sind ebenso fehl am Platz wie Belehrungen und Prahlereien.

5 Sagen, nicht fragen

Fragen gelten gemeinhin als aufmerksam, als Zeichen des Interesses. Doch im Small Talk sind sie verboten. Denn auch sie schaffen ein Ungleichgewicht. Der Fragende fordert Antworten ein, ohne auch nur eine einzige Information über sich preisgeben zu müssen. Im schlimmsten Fall fühlt sich sein Gegenüber bedrängt und ausgequetscht.

Deshalb rät Dahms zu Aussagesätzen: „Schönes Wetter heute“ oder „Das ist aber ein interessanter Buchtitel“ zum Beispiel. So kann jeder entscheiden, ob er den Gesprächsbrocken aufnehmen will – oder nicht.

6 Aufhören, wenn’s am schönsten ist

Idealerweise endet ein Small Talk mit einem guten Gefühl. Der Gesprächspartner war nett und unaufdringlich, die Unterhaltung angenehm und kurzweilig. Damit sich dieses Gefühl auch einstellt, sollte ein Small Talk nicht zu lang dauern. Manchmal erledigen das die Umstände von allein: Der Bus kommt, die Theaterglocke klingelt. Wenn nicht, rät Dahms zu einem sanften Ausklang. Der könnte zum Beispiel so aussehen: „Ich muss gleich weiter, aber erzähl doch bitte noch kurz: Wie hat dir der Film denn nun gefallen?“ Diese Ankündigung soll zeigen: Ich habe zwar noch etwas anderes vor – aber das, was du sagst, ist trotzdem wichtig und interessant für mich. Eine kleine Aufwertung zum Schluss schadet nicht: ein Kompliment oder Dank zum Beispiel.

7 Einfach mal trauen

Small Talk kann jeder führen, davon ist Dahms überzeugt. Weder ein besonders breites Allgemeinwissen noch ein besonderes Maß an Schlagfertigkeit oder Weltgewandtheit ist dafür notwendig. Wer sich unsicher fühlt, dem empfiehlt er ganz schlicht: einfach mal trauen – und üben, üben, üben. Ob an der Bushaltestelle, beim Einkaufen oder vor einem Meeting.

An der Volkshochschule Unteres Remstal gibt Matthias Dahms im kommenden Semester zwei Kurse: eine weitere Auflage von „Small Talk trainieren: Kontakte sicher und souverän aufbauen“ am Freitag, 17. Mai, in Fellbach (Kurs 19F51716, 49 Euro) und den Kurs „Schlagfertigkeit wirkungsvoll trainieren: von der Kunst, jederzeit die richtigen Worte zu finden“ am Dienstag, 16. Juli, in Stetten (Kurs 19F51715, 49 Euro). Die Kurse dauern jeweils von 19 bis 22 Uhr.