Kernen

Steigende Sprit-Preise: Taxi-Unternehmer aus Kernen steht schwieriges Jahr bevor

Funktaxi
Seit 31 Jahren arbeitet Themistoklis Avgitidis als Taxifahrer und bringt Menschen von A nach B. © Gabriel Habermann

Wenn die Preise für Diesel und Benzin steigen, kann Themistoklis Avgitidis sein Auto nicht einfach stehen lassen. Der 52-jährige Unternehmer aus Kernen und Taxifahrer aus Überzeugung ist auf seine Fahrzeugflotte stets angewiesen. Gas, Strom, Sprit, aber auch Lebensmittel – alles ist seit Beginn des Ukraine-Krieges deutlich kostenintensiver geworden. Spürt der Chef vom Kernener Taxiunternehmen Funk die Folgen der Inflation? Und leisten sich die Leute überhaupt noch eine Taxifahrt? Hinzu kommt, dass seit Anfang Dezember Taxifahren teurer geworden ist, weil die Tarife erhöht wurden.

Ein Seufzer ist durchs Telefon zu hören. Zu Letzterem möchte sich der 52-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern, da der neue Tarif erst vor einer Woche in Kraft getreten ist. Es sei noch deutlich zu früh, um Schlüsse daraus ziehen zu können, findet er. „Unsere Stammkunden wissen bereits Bescheid“, sagt Themistoklis Avgitidis. Aber die Tariferhöhung sei, so vermutet er, möglicherweise noch nicht zu allen durchgedrungen. Daher geht er davon aus, dass erst in zwei bis drei Monaten sich zeigen werde, „ob die Leute, die es teuer finden, dann weiterhin Taxi fahren werden“, sagt der 52-Jährige.

An der Tankstelle wird doppelt so viel wie vor zwei Jahren gezahlt

Was die sprunghaft gestiegenen Benzin- und Dieselpreise angeht, sagt der Kernener Unternehmer: „Das ist schon heftig, wenn man an der Tankstelle vorfährt und fast doppelt so viel wie vor zwei Jahren zahlt.“ Seit 31 Jahren bringt Themistoklis Avgitidis Menschen von A nach B, seit rund 15 Jahren sitzt seine kleine Firma in Kernen. Fakt ist: Die steigenden Kosten seien eine große Belastung für das Taxiunternehmen.

Obwohl der Dezember im Taxigeschäft eigentlich der einnahmenstärkste Monat ist, fällt es Themistoklis Avgitidis schwer, die vergangenen zwei Jahre miteinander zu vergleichen. Schließlich galten aufgrund der Pandemie in der Gastronomie Sperrstunden, Clubs und Diskotheken blieben über Silvester geschlossen, die großen Neujahrspartys waren aufgrund der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen untersagt. Als eine der „schlechtesten Silvesternächte“ bezeichnete Themistoklis Avgitidis den Jahreswechsel von 2021 auf 2022. In der Nacht verzeichnete er Einbußen.

Krankenfahrten retten Taxi-Unternehmen vor der Krise

Was allerdings unabhängig von der Pandemie und der Inflation laufe, seien die Krankenfahrten. Das zweite Standbein habe das Kernener Unternehmen über Wasser gehalten, so der Funk-Chef. „Wir fahren Krebspatienten, die ins Krankenhaus zur Chemotherapie müssen, Dialyse-Patienten mit schwachem Immunsystem oder ältere Menschen, die einen Arzttermin haben.“ Viele seiner Fahrgäste bekommen die teilweise überlebenswichtigen Fahrten von der Krankenkasse bezahlt. „Wenn während der Corona-Pandemie die Krankenfahrten nicht gewesen wären, dann hätte das wahrscheinlich 50 Prozent der Taxiunternehmen stillgelegt“, vermutet Themistoklis Avgitidis.

Auswirkungen werden im kommenden Jahr deutlich zu spüren sein

Die Festfeiertage in diesem Jahr werden – ohne Corona-Einschränkungen, Sperrstunde und geschlossene Bars – den Taxifahrern wahrscheinlich wieder viele Gäste bescheren. Doch die endgültige Antwort auf die Frage, wie sich die Inflation auf die Taxifahrten auswirken werde, werde sich im kommenden Jahr zeigen, so Avgitidis.

„Wenn Silvester vorbei ist, dann kommt bei uns eine Phase, wo sowieso wenig los ist“, sagt der langjährige Taxifahrer. Allerdings werden seiner Meinung nach viele Personen im neuen Jahr einen Schock bekommen, wenn sie das erste Mal ihre Strom- oder Gasrechnungen in der Hand halten werden.

„Taxifahren ist gewissermaßen ein Luxus“

„Dann werden wir die Folgen zu spüren bekommen“, sagt Avgitidis. „Weil Taxifahren ist gewissermaßen ein Luxus, außer für die Leute, die krankheitsbedingt fahren müssen. Daher denke ich, dass das kommende Jahr schwierig sein wird.“ Dennoch versucht er, zuversichtlich zu bleiben: „Wir können nur vermuten, wie es weitergeht, aber wissen tun wir es auch nicht.“

Wenn die Preise für Diesel und Benzin steigen, kann Themistoklis Avgitidis sein Auto nicht einfach stehen lassen. Der 52-jährige Unternehmer aus Kernen und Taxifahrer aus Überzeugung ist auf seine Fahrzeugflotte stets angewiesen. Gas, Strom, Sprit, aber auch Lebensmittel – alles ist seit Beginn des Ukraine-Krieges deutlich kostenintensiver geworden. Spürt der Chef vom Kernener Taxiunternehmen Funk die Folgen der Inflation? Und leisten sich die Leute überhaupt noch eine Taxifahrt? Hinzu

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper