Kernen

Steigende Zahlen: Corona-Sonderstab in Kernen nimmt seine Arbeit wieder auf

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Der Corona-„Sonderstab“ im Rathaus Kernen nimmt seine Arbeit wieder auf. Das habe er am Donnerstag entschieden, teilte Benedikt Paulowitsch in einem Post auf der Internetplattform Facebook mit.

„Wir schichten derzeit bereits Personal um, sodass das zuständige Ordnungsamt bei Bedarf kurzfristig verstärkt werden kann“, so der Bürgermeister. Mitarbeiter aus anderen Abteilungen des Ordnungsamts oder anderen Verwaltungsbereichen, etwa dem Bauhof, sollen die für Corona zuständigen Ordnungsamtskollegen notfalls unterstützen - sie habe er heute in Bereitschaft versetzt, erklärte Paulowitsch unserer Redaktion. Sie sollen etwa Wochenend-Dienste übernehmen, bei denen es darum geht, infizierte Personen möglichst rasch zu informieren.

Der Sonderstab war im März ins Leben gerufen worden und entschied damals, bevor es landesweite Regelungen gab, etwa über Beschränkungen für Hochzeiten und Beerdigungen oder die Beschaffung von Schutzmaterialien. Beteiligt sind neben dem Bürgermeister Amtsleiter, der Feuerwehr-Kommandant, die Sozialstation, Koordinatorinnen von Hilfsangeboten und die Pressestelle. Alle erhalten über einen eigenen Verteiler die aktuellesten Corona-Infos vom Bürgermeister. Über die Reaktivierung des Stabs habe er am Donnerstag aber auch die Gemeinderäte informiert, sagte Paulowitsch unserer Redaktion.

Auf Facebook erklärte er weiter: „Außerdem habe ich heute mit allen drei Schulleitungen telefoniert und mich nach der aktuellen Lage erkundigt. Die Notfallpläne sind gut ausgearbeitet, die Entscheidungswege abgestimmt und alle Akteure sind miteinander vernetzt, um schnell reagieren zu können.“

Als Begründung für die Reaktivierung des Sonderstabs nannte Paulowitsch bundesweit steigende Corona-Fallzahlen. „In Kernen haben wir in den vergangenen Tagen meistens etwa fünf aktive Fälle. Doch die aktiven Fälle haben oft starke Nachwirkungen - so können zwei positiv bestätigte Fälle mehr als 100 Quarantäneverfügungen zur Folge haben“, begründete er in seinem Post. „Erste Gruppenschließungen in Kitas haben wir in dieser Woche bereits erlebt; weitere Schließungen von Kitagruppen oder auch Schulklassen können mit Blick auf viele Kommunen nicht ausgeschlossen werden.“

Laut Landratsamt war in Kernen zuletzt (Stand 7. Oktober, 15.45 Uhr) eine positiv auf das Virus getestete Person in Quarantäne. Seit Anfang März wurden hier 82 Infizierte gezählt. Paulowitsch zufolge verzeichnet Kernen Stand heute, Donnerstag, 8. Oktober, aber drei aktive Fälle - das heißt, drei Personen sind positiv getestet worden und befinden sich in Quarantäne.

„Bei allen Maßnahmen geht es keineswegs um Angst", beteuerte Paulowitsch. "Es geht um Vorsicht, Achtsamkeit und Besonnenheit, um letzten Endes Infektionsketten so kurz wie möglich zu halten und damit Quarantäneanordnungen und gesundheitliche Folgen geringzuhalten.“