Kernen

Wie Vincenzo Molinaro vom Auto-Tuner zum Trödler und RTL-"Superhändler" wurde

Vincenzo Molinaro
Vincenzo Molinaro vor seinem „Antikissimo“: Ein Trödelhandel in einem alten Gewächshaus in Kernen-Stetten. © Benjamin Büttner

Alte Dinge, soweit das Auge blickt: hölzerne Wagenräder, Körbe, Schmalztöpfe, Backmulden, Schlüssel, die in keine Tür mehr passen, rostige Milchkannen. Im „Antikissimo“, Vincenzo Molinaros Antiquitäten- und Trödelgeschäft in der Stettener Hartstraße, kommt so einiges zusammen. In dem großräumigen ehemaligen Gewächshaus sammelt und verkauft Vincenzo Molinaro, was er bei seinen Streifzügen durch uralte Keller, Dachböden und Scheunen so findet.

Bauernhäuser um die Jahrhundertwende seien hier das dominierende Thema, erklärt der 44-Jährige und zeigt auf die endlosen Regale und Tische mit Dingen, die irgendjemand einmal aufbewahren wollte. Er findet sie mit der Hilfe von Abbruchunternehmen, Auflösern, persönlichen Kontakten: „Inzwischen wissen viele auch, dass ich hier bin, und bringen mir von sich aus Dinge vorbei.“

Er hat das Hobby zum Beruf gemacht

Schon als Kind habe ihn das Durchstöbern von alten Dingen unheimlich fasziniert. „Für mich ist das wie Schatzsuchen“, so der Antiquitätenhändler. Da steige bei ihm jedes Mal das Adrenalin hoch.

Aufgewachsen ist Vincenzo Molinaro in Waiblingen. Eigentlich hat er zuerst Großhandelskaufmann in der Lebensmittelbranche gelernt und sich dann in Remshalden mit einer Tuning-Autowerkstatt selbstständig gemacht. Autos und Tuning sind seine zweite große Leidenschaft.

Alle Gegenstände bleiben so, wie er sie gefunden hat

Nebenher habe er irgendwann einfach mal so angefangen, ein paar Antiquitäten online zu verkaufen. Schon bald schloss er seine Werkstatt wieder, weil das Antiquitätengeschäft so gut lief, dass es seine ganze Aufmerksamkeit erforderte. „Ich habe zweimal mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er. Seit 2015 betreibt er den großen Verkaufsraum in Kernen.

Sein Grundsatz: Die Gegenstände werden in dem Zustand gelassen, wie sie gefunden wurden: Nichts wird geputzt, poliert oder repariert. Es ist der Zauber des Verstaubten, des Vergessenen, der das „Antikissimo“ ausmacht.

„Bei manchen Dingen weiß ich selber gar nicht, was es ist“, erzählt Vincenzo Molinaro. Manchmal erkläre ihm dann erst ein Kunde, was er da eigentlich vor sich hat. Die richtig wertvollen Gegenstände verkauft er jedoch ausschließlich im Internet und lagert sie auch separat.

Bei "Die Superhändler" verhandelt Molinaro mit den Kandidaten

Seit November 2020 ist der Kernener Händler als Gast in der RTL-Sendung „Die Superhändler“ zu sehen. Dort führt er Verhandlungsgespräche mit den Kandidaten, macht ihnen wie drei weitere Händler auch Angebote für ihre Antiquitäten.

Der Witz des Formats: Keiner der vier Händler weiß, wie viel die anderen drei für den Gegenstand geboten haben. Und der Kandidat muss zwar versuchen, ein möglichst gutes Angebot zu bekommen – dieses verfällt aber, sobald er zum nächsten Händler geht.

An seinem Geburtstag ruft Produktionsfirma an

„Ich bin Fan der Sendung seit der ersten Stunde“, berichtet Vincenzo Molinaro. Umso verblüffter sei er gewesen, als ausgerechnet an seinem Geburtstag vor einem Jahr eine Dame von der Produktionsfirma bei ihm angerufen habe und ihn gefragt habe, ob er es sich nicht vorstellen könnte, mitzumachen.

Doch der Anruf war kein Scherz: Ein Telefoncasting und einen Probe-Dreh später ist der 44-Jährige offiziell dabei. „Es war eine ganz neue Erfahrung, auf der anderen Seite vom Bildschirm zu sein“, sagt der Antiquitätenhändler. Bei der ersten Folge sei er im Vorfeld sehr nervös gewesen.

Die Kamera läuft mit

Doch sobald er mit dem Kandidaten im Verkaufsraum gestanden sei und sich mit der Antiquität beschäftigt und verhandelt habe, habe er die Kamera ganz ausgeblendet: „Das war dann einfach Business.“ Von da an habe er einfach ganz normal seinen Job gemacht und die Kamera sei eben mitgelaufen.

Der Dreh der vierten Staffel von „Die Superhändler“ habe ihm sehr viel Spaß gemacht. „Es ist eine super Stimmung am Set“, erzählt er. Es werde viel gelacht und von der von ihm im Vorfeld befürchteten Konkurrenz zwischen den Händlern sei nichts zu spüren gewesen. Alle hätten ihn herzlich im Team willkommen geheißen.

Komisch, sich selbst im Fernsehen zu sehen

Oft seien die Angebote der vier beteiligten Händler sehr verschieden ausgefallen. „Jeder hat sein Spezialgebiet“, erklärt er. So habe er von den anderen drei viel lernen können für sein Geschäft außerhalb der Sendung. „Nur deswegen mache ich da auch mit. Ich bin ja kein Schauspieler“, stellt Molinaro klar. Sich die ersten Male im Fernsehen zu sehen, sei aber schrecklich gewesen: „Das war super, super komisch.“

Alte Dinge, soweit das Auge blickt: hölzerne Wagenräder, Körbe, Schmalztöpfe, Backmulden, Schlüssel, die in keine Tür mehr passen, rostige Milchkannen. Im „Antikissimo“, Vincenzo Molinaros Antiquitäten- und Trödelgeschäft in der Stettener Hartstraße, kommt so einiges zusammen. In dem großräumigen ehemaligen Gewächshaus sammelt und verkauft Vincenzo Molinaro, was er bei seinen Streifzügen durch uralte Keller, Dachböden und Scheunen so findet.

Bauernhäuser um die Jahrhundertwende seien

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