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2G plus im Restaurant: Viele Absagen im Gasthof "Zum guten Tröpfle“ Kleinheppach

Gasthof zum guten Tröpfle
Martina Ritter-Barich und Michael Barich betreiben seit 2014 den Gasthof „Zum guten Tröpfle“. © Alexandra Palmizi

„Es wurde alles abgesagt“, sagt Martina Ritter-Barich. Gemeinsam mit Ehemann Michael Barich betreibt sie den Gasthof „Zum guten Tröpfle“ in Kleinheppach. Familienfeste und Geburtstagsfeiern, sonst eine wichtige Einnahmequelle, fallen weg. Grund sind laut dem Gastronomen-Ehepaar die strengen Corona-Regeln. Viele Gäste hätten bereits im Dezember ihre geplanten Feiern abgesagt, so Martina Ritter-Barich. Und das ausgerechnet für Januar und Februar, die beiden Monate des Jahres, in denen das Geschäft ohnehin ruhiger ist, so die 47-Jährige.

Auch die Weihnachtsfeiern, die aus verschiedensten Gründen im Januar nachgeholt werden sollten, finden nun nicht statt. In der Alarmstufe II gelten in der Gastronomie aktuell die 2G-plus-Regelung sowie eine Sperrstunde von 22.30 Uhr bis 5 Uhr. Außerdem dürfen sich Geimpfte und Genesene in geschlossenen Räumen maximal zu zehnt treffen.

Martina Ritter-Barich: „Corona hat etwas mit den Leuten gemacht“

Durch die immer wieder überarbeiteten Landesregelungen seien die Gäste zunehmend verunsichert, sagt Martina Ritter-Barich. „Jeder Gast hat Redebedarf.“ Immer wieder werde sie von den Gästen am Telefon oder vor Ort nach den Corona-Regeln gefragt. „Corona hat etwas mit den Leuten gemacht“, sagt sie. Die Menschen seien sensibler geworden. Auch der Beruf der Gastwirtin erfordere mehr Fingerspitzengefühl denn je. Das fängt schon bei der Begrüßung der Gäste an. Zu Beginn sei es sehr schlimm gewesen, aus Hygieneschutzgründen jemandem die Hand zu verweigern, erinnert sich Martina Ritter-Barich.

Daran haben sich die meisten wohl längst gewöhnt. Sehr zeitaufwendig für die Gastronomin sind indes die Kontrollen der Vorgaben. An den Tagen rund um Weihnachten und Silvester habe dafür extra eine zusätzliche Mitarbeiterin gearbeitet, die die Nachweise kontrolliert hat. Zwar seien 90 Prozent der Gäste geboostert, sagt die Inhaberin, brauchen also keinen zusätzlichen Schnelltest vorzuweisen. Trotzdem mache sich die Unsicherheit bemerkbar: „Es kommen noch Gäste, aber momentan wenige.“

Gästezimmer nur sporadisch belegt, Ferienwohnung gar nicht gefragt

Auch die sieben Gästezimmer des Gasthofes seien zurzeit nur sporadisch belegt. „Wenn unter der Woche drei belegt sind, ist es schon viel“, sagt sie. Die Ferienwohnung sei zurzeit gar nicht gefragt. Trotz Corona will Martina Ritter-Barich aber für ihre Gäste da sein: „Als Gastgeber will man nicht nur Essen und Trinken hinstellen, sondern den Leuten auch eine schöne Zeit bereiten.“ Während der Lockdowns, als der Gasthof coronabedingt geschlossen war, haben sie deshalb einen Abholservice integriert. „Man sucht nach neuen Wegen.“ Dieses neue Angebot gibt es beim „Tröpfle“ nun durchgängig. In den letzten Monaten sei es immer häufiger genutzt worden.

Damit das Ehepaar dieses Angebot anbieten kann, gibt es spezielle Bestell- und Abholzeiten. „Neben dem normalen Betrieb ist das Angebot nicht möglich“, sagt Michael Barich (56). Denn das Personal werde für die Gäste vor Ort benötigt. Während es unter der Woche eher ruhig sei, würden viele Stammgäste am Wochenende essen gehen. Doch auch der Kleinheppacher Gasthof stellt in der Pandemie fest: „Die Laufkundschaft fehlt“, sagt Martina Ritter-Barich.

Das Ehepaar vermisst den Kontakt zu den Gästen. „War alles in Ordnung? Wie hat es geschmeckt? Das direkte Feedback fehlt einfach“, sagt die 47-Jährige. Doch das ist nicht das einzige Problem. So haben sich etwa die Preise im Einkauf stark erhöht. Allein Servietten seien um 20 Prozent teurer geworden, sagt Martina Ritter-Barich.

Das Ehepaar blickt positiv in die Zukunft: „Wir schaffen das“

Die Corona-Pandemie stellt die Gaststätte vor neue Herausforderungen. Ob sie schon einmal ans Aufhören gedacht haben? „Ja“, sagt Martina Barich-Ritter. Doch dann haben die Gastronomen einen Entschluss gefasst: „Wir schaffen das.“ Und so heißt es weitermachen und auf bessere Zeiten hoffen. Schließlich ist die 47-Jährige in dem Familienbetrieb aufgewachsen.

Der Gasthof „Zum guten Tröpfle“ wurde 1953 von ihrer Großmutter Lina Ritter als „Wein- und Vesperwirtschäftle“ eröffnet. Das Motto „Schlemmen, Feiern, sich wohlfühlen“ wollen die Inhaber auch in dritter Generation fortführen. Während Michael Barich in der Küche steht, kümmert sich seine Frau um den Service und den kleinen Sohn Max.

Während des zweiten Lockdowns wurde der Gastraum neu gestrichen

Die Corona-Zeit haben sie auch zu nutzen gewusst: Als das Restaurant im zweiten Lockdown geschlossen war, haben die Inhaber den Innenraum renovieren lassen. Die gelben Wände sind gewichen und erstrahlen nun in Weiß. Außerdem ergänzt eine Zeichnung vom Korber Kopf die rustikale Einrichtung.

Nicht die einzige Veränderung im Gastraum: Wegen der Corona-Regeln gibt es mehr Abstand zwischen den Tischen und weniger Stühle als früher. „Es macht keinen Spaß, Stühle abzustauben, die man nicht benutzt“, sagt Martina Ritter-Barich. „Wir warten sehnsüchtig auf den Tag, wenn alles fällt und wir weitermachen können“, sagt sie. Ihr Mann ergänzt: „Egal wie, wir ziehen das durch.“ Besonders dankbar sei das Ehepaar über die Gäste, „die uns die Treue halten“.

„Es wurde alles abgesagt“, sagt Martina Ritter-Barich. Gemeinsam mit Ehemann Michael Barich betreibt sie den Gasthof „Zum guten Tröpfle“ in Kleinheppach. Familienfeste und Geburtstagsfeiern, sonst eine wichtige Einnahmequelle, fallen weg. Grund sind laut dem Gastronomen-Ehepaar die strengen Corona-Regeln. Viele Gäste hätten bereits im Dezember ihre geplanten Feiern abgesagt, so Martina Ritter-Barich. Und das ausgerechnet für Januar und Februar, die beiden Monate des Jahres, in denen das

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