Korb

"Active Garden"-Kletterhallen in Korb und Waiblingen bereiten sich auf Öffnung vor

Kletterhalle Aktive Garden Korb
Ingrid und Kim Marschner in der Kletterhalle in Korb: Der Kinder-Raum hat eine neue, selbst gebaute Hängebrücke bekommen. © ALEXANDRA PALMIZI

In der Kletterhalle „Active Garden“ in Korb sieht gerade alles ein bisschen nach Umbau aus: Das liegt nicht nur an den rot-weiß-gestreiften Absperrbändern an mehreren Fitness-Geräten und der geschlossenen Bistro-Theke. Tatsächlich hat die Familie Marschner den Lockdown genutzt, um viele Bereiche neu zu gestalten. Wann hier endlich wieder Kinder und Erwachsene ihrem Hobby nachgehen können, ist aber noch unklar.

Neue Hängebrücke für die Kinder

Der Raum für die kleineren Kinder hat eine neue Hängebrücke und neue Aufbewahrungsmöglichkeiten bekommen. Die Galerie wurde in frischem Weiß gestrichen, das soll heller, einladender wirken als bisher, so Ingrid Marschner. An den Kletterwänden sind sämtliche Routen neu angelegt.

Als Route wird die Strecke bezeichnet, die sich aus zusammengehörigen Tritten und Griffen auf einem Boulder oder einer Kletterwand zusammensetzt. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade.

Beim Bouldern sind die Sportler nicht gesichert

Als Bouldern wird die Kletterdisziplin bezeichnet, die ungesichert (also ohne angeseilt zu sein) in Absprunghöhe stattfindet. Oft werden bei Boulder-Wänden in Kletterhallen auch Felsformationen mit Hindernissen wie Vorsprüngen und Überhängen nachgebildet.

Beim klassischen Sportklettern dagegen sind die Sportler angeseilt und gesichert. Hierbei geht es auch um bedeutend größere Höhen: Die große Wand in der Halle in Korb zum Beispiel ist rund 15 Meter hoch.

Die Mitarbeiter sind schon lange in Kurzarbeit 

Dass die Routen regelmäßig neu geschraubt werden, sei an sich nichts allzu Ungewöhnliches, erklärt Sohn Kim Marschner. An den Bouldern würden sie während des normalen Betriebs alle sechs bis sieben Wochen neu gemacht, an den Kletterrouten alle drei Monate mal. „Aber jetzt hatten wir mal richtig Zeit dafür“, sagt Kim Marschner.

Zeit, davon gibt es gerade zu viel: Zu viel Zeit im Lockdown; zu viel Zeit, die die über 50 Mitarbeiter schon in Kurzarbeit sind; zu viel Zeit ist vergangen, seit auf der großen Kletterwand zuletzt jemand geklettert ist.

Seit dem 2. November steht in Korb alles still

An den Tag erinnern sich die Marschners noch genau. „Am 1. November waren sie hier noch oben. Am 2. November war alles zu“, sagt Kim Marschner. Doch auch schon vor dem November-Lockdown lief das Geschäft wegen Corona nicht gut: Nur wenige Kletterer auf einmal durften kommen.

Auch jetzt, wo seit Monaten alles stillsteht, fallen in den beiden Hallen in Korb und in Waiblingen laufend Kosten an: Die Miete sei nicht ganz ohne, außerdem Wasser, Strom, Gas, rechnet Ingrid Marschner vor.

Keine Corona-Hilfen für die Boulder-Halle in Waiblingen

Ohne die Corona-Hilfen vom Staat hätten sie es nicht so weit durch die Pandemie geschafft, ist sie sich sicher. Doch auch mit diesen Auszahlungen haben sie und ihr Mann wenigstens einen Teil ihrer Rente bereits in die Erhaltung des Betriebs gesteckt. Anders gehe es nun mal zurzeit nicht.

Zumal der zweite Standort in Waiblingen aus dem Raster für die Corona-Hilfen fällt: Die Waiblinger „Active-Garden“-Filiale hat erst kurz vor Beginn der Pandemie aufgemacht. Zahlen von vor Corona, an denen sich der Verlust berechnen ließe, gibt es nicht.

Der Landeskader trainiert in Waiblingen

Dennoch herrscht in der Halle in Waiblingen hin und wieder mal etwas mehr Betrieb als in Korb: Die Profi-Kletterer im Bundes- und Nationalkader dürfen auch jetzt noch trainieren. Der 23-jährige Kim Marschner, deutschlandweit bekannt durch seine Auftritte bei der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“, trainiert im baden-württembergischen Nationalkader.

Er und seine Kader-Kollegen nutzen für ihr Training regelmäßig die Halle in Waiblingen. Auch wenn er froh ist, weiterhin trainieren zu dürfen, findet er es schade, dass andere es nicht dürfen: „Die ambitionierten Kids, die es nicht in den Landeskader geschafft haben, können nicht trainieren.“ Wer so lange zurückstecken muss, hole diese Zeit ohne richtiges Training so schnell nicht mehr auf, weiß der Leistungssportler.

Training ist auch für Senioren und Kinder wichtig

Doch nicht nur für ambitionierte Sportler hat der Trainingsausfall echte Konsequenzen: In den angegliederten Fitnessbereich des „Active Garden“ kommen sonst auch viele Senioren, die sich so fit und beweglich halten. „Außerdem kommen viele Kinder zu uns, die aus gesundheitlichen Gründen trainieren müssen“, sagt Ingrid Marschner.

Das sind Kinder zum Beispiel mit Muskelschwäche, ADHS, Spastiken oder auch einer Wirbelsäulenverkrümmung. Die Familie Marschner hofft, dass der Betrieb bald wieder beginnen kann und es für Mitarbeiter und Kunden endlich weitergeht.

In der Kletterhalle „Active Garden“ in Korb sieht gerade alles ein bisschen nach Umbau aus: Das liegt nicht nur an den rot-weiß-gestreiften Absperrbändern an mehreren Fitness-Geräten und der geschlossenen Bistro-Theke. Tatsächlich hat die Familie Marschner den Lockdown genutzt, um viele Bereiche neu zu gestalten. Wann hier endlich wieder Kinder und Erwachsene ihrem Hobby nachgehen können, ist aber noch unklar.

Neue Hängebrücke für die Kinder

Der Raum für die

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