Korb

Brand am Hallenbad in Korb: Schweißgebadete Feuerwehrleute, Schaulustige und erstaunlich geringer Sachschaden

Brand Korb Remstalhalle Hallenbad
Die Feuerwehr hatte den Brand relativ schnell unter Kontrolle. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Rauchwolke war bis Waiblingen und Schorndorf zu sehen. Ein Brand auf dem Dach des Hallenbads in Korb hat am Donnerstagnachmittag kilometerweit für Aufsehen gesorgt. In Korb blieben viele Passanten stehen, um das Geschehen zu verfolgen und teilweise zu filmen. Die Treppen, die zur Remstalhalle hinunterführen, waren gesperrt. Jugendliche standen davor und filmten mit ihren Smartphones die emporsteigenden Rauchwolken.

Familien mit Kindern staunten über den Rauch und über die vielen Feuerwehrfahrzeuge. Einen besonders guten Platz hatte ein älterer Mann, der aus dem Fenster seiner nahe liegenden Wohnung zuschauen konnte.

Auch von den umliegenden Weinbergen und vom Korber Kopf aus schauten Menschen dem Einsatz zu. Was war geschehen?

Nach ersten Erkenntnissen vor Ort haben Dämmplatten Feuer gefangen

Die Feuerwehr ist um 13.43 Uhr alarmiert worden. Hendrik Lietz vom Bauamt Korb, der die Sanierungsarbeiten am Hallenbad betreut, vermutet, dass bei Schweißarbeiten auf dem Dach Dämmplatten Feuer gefangen haben. Die Feuerwehr konnte zur Ursache zunächst nichts Genaueres sagen, vermutete aber ebenfalls einen Zusammenhang mit den Bauarbeiten.

Es waren etwa 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Korb mit der Abteilung Kleinheppach sowie der Feuerwehr Waiblingen mit den Abteilungen Kernstadt, Bittenfeld und Beinstein an den Löscharbeiten beteiligt. Die Feuerwehr Waiblingen setzte ihre Drehleiter ein. Das Rote Kreuz war mit sechs Fahrzeugen und 19 Personen vor Ort. Auch ein Notarzt war da.

Feuerwehr: Eine Person musste vom Dach gerettet werden

Etwa nach einer Stunde, gegen 14.45 Uhr, hatte die Feuerwehr die Lage laut Einsatzleiter Stephan Schiek im Griff. Laut dem Einsatzleiter musste eine Person vom Dach gerettet werden und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Auch Gasflaschen von der Baustelle, die auf dem Dach waren, seien gesichert worden.

Nach dem Löschen musste die Feuerwehr Baustellenmaterial wie Styropor und Dämmungsmaterial auseinanderziehen, damit es sich nicht weiter entfacht. Die Feuerwehr hatte eine „Atemschutz-Sammelstelle“ eingerichtet, um den Überblick zu behalten, wer vor Ort ist. Die Einsatzkräfte wurden mit einer laufenden Nummer versehen. Außerdem konnten sie dort nach Luft schnappen und zwischendurch Wasser trinken. Und das war auch nötig: Die Feuerwehr-Leute, die sich dort ausruhten, waren nach dem Einsatz mit Atemschutzgerät schweißgebadet. Rote Köpfe waren zu sehen. Doch der Einsatz an sich verlief reibungslos.

Bürgermeister Müller:  "Ich war natürlich zunächst geschockt"

Schnell vor Ort war auch Bürgermeister Jochen Müller. Er sei von der Feuerwehr informiert worden. Dann habe er den starken Rauch vom Rathaus aus gesehen und sei zur Remstalhalle gelaufen. „Ich war natürlich zunächst geschockt“, sagte der Bürgermeister.

Er zeigte sich erleichtert, dass das Feuer so schnell unter Kontrolle gebracht wurde. „Danke an die Feuerwehren Waiblingen und Korb!“, so Müller. Erleichtert ist er auch, weil es keine Schwerverletzten gegeben hat.

Auch bei den Bauarbeitern saß der Schock tief. Einer von ihnen saß völlig erschöpft auf dem Boden, lehnte sich an ein Auto und betrachtete aus der Ferne das Feuer. Zwei Kollegen standen bei ihm und beobachteten ebenfalls die Löscharbeiten der Feuerwehr.

Als die Rauchwolke dünner wurde und schließlich fast nicht mehr zu sehen war, zogen sich auch die Schaulustigen zurück. Für die Einsatzkräfte hieß es erneut: aufs Dach, um vorsichtige Nachlöscharbeiten vorzunehmen – mit weniger Wasser als bei den vorherigen Löscharbeiten, um die Brandstelle nicht zu beschädigen. Diejenigen, die ihre Arbeit bereits getan hatten, dekontaminierten und desinfizierten einen Teil ihrer Schutzkleidung wie Hosenbeine und Schuhe. Dunkles Wasser perlte ab.

Eine wichtige Maßnahme, um den Ruß nicht mit ins Einsatzfahrzeug zu schleppen, erklärte Jürgen Aldinger von der Waiblinger Feuerwehr. Manch einer hatte sichtlich Spaß daran und ließ sich von Kollegen mit einer Bürste und Wasser schrubben.

Konkrete Höhe des Sachschadens noch nicht geklärt

Der durch den Brand verursachte Sachschaden, heißt es im Polizeibericht von Donnerstagnachmittag, „dürfte im fünfstelligen Bereich liegen“. Das wäre eine sehr glimpfliche Bilanz bei einem Ereignis, das einen derart dramatischen Anblick geboten hat. Die Angabe ist allerdings deutlich unter Vorbehalt zu stellen: Es handelt sich um eine allererste Einschätzung nach Augenschein. Da der Rauch sich in weiten Teilen des Gebäudekomplexes verbreitet hat, könnten allein schon die Reinigungsarbeiten in den nicht unmittelbar vom Feuer betroffenen Arealen aufwendig werden. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache.

Die Rauchwolke war bis Waiblingen und Schorndorf zu sehen. Ein Brand auf dem Dach des Hallenbads in Korb hat am Donnerstagnachmittag kilometerweit für Aufsehen gesorgt. In Korb blieben viele Passanten stehen, um das Geschehen zu verfolgen und teilweise zu filmen. Die Treppen, die zur Remstalhalle hinunterführen, waren gesperrt. Jugendliche standen davor und filmten mit ihren Smartphones die emporsteigenden Rauchwolken.

Familien mit Kindern staunten über den Rauch und über die vielen

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