Korb

CO2-Vergiftung durch Maske? Falschmeldung über angebliches totes Kind in Kleinheppacher Briefkästen

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Dieser Zettel ragte am Donnerstag (01.10.) aus einem Briefkasten in Kleinheppach. Was hat es damit auf sich? © ZVW/Gabriel Habermann

In Kleinheppach sind Zettel mit einer Falschmeldung über den angeblichen Tod eines Kindes durch „CO2-Vergiftung“ verteilt worden. Eines dieser Schreiben liegt unserer Redaktion vor. Auch der Korber Gemeinderat Benjamin Rohrwasser (Grüne) hat ein Foto des Zettels in der Facebook-Gruppe „Korb im Remstal“ geteilt und als „Fake-Schreiben“ eingeordnet.

In dem Schreiben heißt es, ein sechsjähriges Mädchen sei in der Nähe von Schweinfurt vor wenigen Tagen im Schulbus bewusstlos zusammengebrochen. Schuld daran sei eine „CO2-Vergiftung“, ausgelöst durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Es ist jetzt das dritte Kind, welches durch eine CO2-Vergiftung durch die Maske verstarb“, heißt es in dem Schreiben. Der Zettel ist unterschrieben mit „Jemand, der es gut meint“.

Schreiben wird von „Querdenkern“ verbreitet

Die Nachricht verbreitet sich seit einigen Tagen wie ein Lauffeuer auf Scoial-Media-Kanälen. Auch der im Zuge der „Querdenken“-Bewegung bekannt gewordene Arzt Dr. Bodo Schiffmann hat sie in einem tränenreichen Video an seine große Anhängerschaft weitergegeben. In einer Telegram-Chatgruppe von „Querdenken“-Anhängern aus dem Rems-Murr-Kreis wurde der angebliche Todesfall ebenfalls mehrfach thematisiert.

Das Polizeipräsidium Unterfranken hat bereits am Donnerstag (01.10.) reagiert: „Ein derartiger Fall ist in ganz Unterfranken, insbesondere im Raum Schweinfurt nicht bekannt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch zu den angeblichen vorangegangenen Todesfällen gibt es keinerlei seriöse Quellen oder Belege.

Die angebliche Gefahr für Kinder

Bereits seit Beginn der Corona-Krise versuchen Kritiker der Maßnahmen, mit derartigen Meldungen Stimmung gegen die Politik zu machen. Kinder und der Mund-Nasen-Schutz stehen dabei besonders häufig im Fokus.

Dr. Ralf Brügel, Sprecher der Kinderärzte im Kreis, hatte sich unserer Redaktion gegenüber bereits im April zu Behauptungen über angebliche Gefahr durch „CO2-Vergiftungen“ geäußert und diese „Schwachsinn“ genannt. Kinder würden nicht unter der Maske ersticken. Und selbst wenn einem Kind das Atmen darunter zu anstrengend würde, wäre es ab dem Alter von drei Jahren imstande, das zu äußern und sich davon zu befreien, so Brügel.

Beim Polizeipräsidium Aalen sind bislang keine Hinweise auf die Falschmeldung in Briefkästen eingegangen, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit.