Korb

Ein Feuer wie im Ernstfall

Branduebung
Korber Feuerwehr übt für den Echtfall. Immer zu zweit löschen Mitglieder das Feuer in einem Brandcontainer. © Schneider / ZVW

Korb. In der Korber Siemensstraße steigt Rauch von einem Container auf. Flammen sind durch ein Gitter sichtbar. Es brennt. Jetzt ist rasches Handeln gefragt. Feuerwehrleute stehen in voller Montur mit Atemschutzgeräten bereit, verschaffen sich einen Überblick, bevor sie in das Innere Klettern, um das Feuer zu löschen. Kein echter Einsatz. Lediglich eine Übung im Brandcontainer.

Malte Gekat bereitet sich vor. Der 26-Jährige hat Schutzhose, die dicke Feuerwehrjacke sowie seine Stiefel an. Jetzt stülpt er sich eine feuerfeste Sturmmaske über den Kopf, so dass Ohren und Haare geschützt sind. Dann zieht er sich die Atemschutzmaske übers Gesicht, bevor er den Helm aufsetzt. Auf dem Rücken trägt er eine Sauerstoffflasche. Neben ihm steht Feuerwehrmann Michael Paule. Im Gegensatz zu Malte Gekat ist er schon seit vielen Jahren bei der Feuerwehr. Für Malte Gekat ist es das erste Mal, dass er einen brennenden Raum betritt. Ein mulmiges Gefühl habe er im Bauch, sagt er, wenn der Container auch kein Raum ist, in dem ein sozusagen echtes Feuer ausgebrochen ist.

Es ist ein Brandcontainer, der für zwei Wochen auf dem Korber Feuerwehrgelände aufgestellt ist, so dass sowohl die Korber Wehr als auch andere Feuerwehren aus der Umgebung die Gelegenheit haben, den Einsatz mit Atemschutzgeräten üben zu können. Der Container kann verschiedene Situationen simulieren: vom Kellerbrand, Treppenbrand bis hin zum Wohnungsbrand wie auch beim Brand eines Verteilerkastens, Transformatoren oder Gasleitungsbrandes können die Feuerwehrleute das Handeln in verschiedenen Situationen trainieren. Ebenso gilt es eine bewusstlose Person zu retten: eine Puppe.

Der Rauch kommt aus der Nebelmaschine

Die Bedingungen im Container sind vergleichbar mit einem realen Einsatz. Möbel sind darin enthalten: ein Bett und ein Regal. Wenn auch der Rauch aus einer Nebelmaschine kommt und weiß ist und nicht dunkelgrau, wie es sonst der Fall ist. Die Flammen werden mit Hilfe von Gas erzeugt. Heiß wird es allerdings wie bei einem realen Brand mit Temperaturen zwischen 300 bis 600 Grad. Simon Holder reguliert die Situation im Container vom Bedienstand aus, ein kleiner, separater Raum im Container. Er steuert die Flammen, kann auch ein Flashover simulieren (die Situation, wenn ein Brand in einen sogenannten Vollbrand übergeht). Wenn seine Kameraden ausreichend gelöscht haben, schaltet er die Flammen aus. Durch ein Fenster hat er Sichtkontakt. Außerdem ist der Container mit mehreren Überwachungskameras ausgestattet, verfügt über verschiedene Wärmesensoren. Für Sicherheit ist gesorgt – auch für den Fall, dass einer mit der Situation im Container überfordert ist.

Überhaupt hat die eigene Sicherheit oberste Priorität. Bevor die Korber Feuerwehrleute den brennenden Container betreten, müssen sie sich einer Sicherheitsunterweisung unterziehen. Stephan Schiek erklärt, was sie beachten müssen, dass es einen Notaus-Schalter gibt, den sie drücken können, wenn sie merken, dass sie dem Ganzen nicht mehr gewachsen sind. Und er weist darauf hin, dass nasse Schutzkleidung eine Gefahr darstellt, weil sie nicht mehr so wärmeabweisend ist wie trockene.

Besonders für junge Kameraden ist die Übung sehr wichtig, erklärt der Kommandant der Gesamtwehr Jürgen Wollensak. „So kriegen sie ein Gefühl für die Situation.“ Der Container wird von der EnBW zur Verfügung gestellt. Den einzigen Kostenfaktor, den die Feuerwehr hat, ist das Gas, mit welchen die Flammen befeuert werden.

Inzwischen hat Malte Gekat zusammen mit Michael Paule den Container verlassen. „Die brennende Treppe hat mich eine Portion Überwindung gekostet“, sagt der 26-Jährige. Aber es sind nicht die Übungen oder die Einsätze der Korber Feuerwehr, die er so reizvoll findet. Sondern die Kameradschaft, das Miteinander, dass man nach der Übung zusammensitzt oder mal gemeinsam ein Feuerwehrfest auf die Beine stellt. So hat er sich nach seinem Umzug aus der Großstadt Köln in das beschauliche Korb auch schnell zu Hause gefühlt.

Korber Wehr lädt zur Schauübung ein
  • Zurzeit weist die Korber Gesamtwehr (bestehend aus der Abteilung Korb und der Abteilung Kleinheppach) insgesamt 85 aktive Feuerwehrleute auf.
  • Die Korber Feuerwehr lädt zur Schauübung am Korber Feuerwehrgerätehaus (Siemensstraße 15) am Samstag, 23. April, ein. Von 9.30 Uhr bis 14 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, den Korber Feuerwehrleuten über die Schultern zu schauen. Außerdem können sie einen Blick in den Brandcontainer wagen. Jede Stunde gibt es eine Schauübung, wobei die Feuerwehrleute wie bei einer echten Alarmierung mit Blaulicht am Einsatzort eintreffen und zeigen, was es bedeutet, wenn schnelles Handeln gefragt ist, um Menschenleben zu retten.