Korb

Eisdielen in Korb: Wieso das Eiscafé Roma schon offen hat, das Eiscafé am Seeplatz aber nicht

Roma
Riccardo De Simone betreibt das Eiscafé Roma in Korb: Er hat bereits seit Ende Februar geöffnet. © Gabriel Habermann

Beim ersten schönen Wetter des Jahres hat die Eisdiele Roma in der Kirchstraße aufgemacht: Dort konnten Korber schon am vorletzten Februar-Wochenende ein Eis to go genießen.

Christos Drisis, der mit dem Eiscafé am Seeplatz die zweite Eisdiele in Korb betreibt, kann den Saisonstart zwar auch kaum erwarten – trotzdem hat er sich bis jetzt gegen die Öffnung entschlossen. Unserer Zeitung haben die beiden Eiscafé-Betreiber erzählt, worauf es ihnen beim Start in den Frühling ankommt und wie Corona ihr Geschäft beeinflusst.

Ab Februar bereit zum öffnen

Riccardo De Simone vom Eiscafé Roma ist gerne früh dran. Er betreibt zwei Eisdielen in Korb und in Waiblingen, in beiden hat er sich schon im Januar für die neue Saison vorbereitet. „Ich bin ab Februar bereit zum Öffnen“, erklärt er.

„Dann warten wir die ersten Sonnenstrahlen ab. Die lassen wir uns natürlich nicht entgehen.“ Sobald es draußen das erste Mal im Jahr mild und sonnig ist, füllt er seine Kühltheke und macht auf. Es könnte ja schon jemand Lust auf Eiscreme haben.

Dieses Jahr war es am Samstag, 20. Februar, so weit. Für etwas mehr als ein Wochenende war es sonnig und beinahe sommerlich warm – und Riccardo De Simones Rechnung ging auf: Sobald sich herumgesprochen hatte, dass das Eiscafé Roma schon Eis verkauft, standen die Leute Schlange.

Mehr Andrang wegen Corona

Es liegt sicherlich auch an der aktuellen Situation mit Corona, dass die Leute so erpicht darauf sind, sich an den ersten warmen Tagen des Jahres gleich ein Eis zu gönnen. „Die Leute wollen raus, natürlich sind sie froh darüber, dass wir offen haben“, sagt Riccardo De Simone.

Die geltenden Regeln machen die Arbeit für ihn und sein Team trotzdem schwieriger: Die Sitzplätze innen und außen fallen weg, die typischen Stammkunden, die sich sonst fast täglich für einen Kaffee ins Café setzen, fehlen schon lange.

Wegen Corona dauert das Anstehen länger

Wegen der Abstandsregeln kann immer nur ein Kunde beziehungsweise ein Haushalt gleichzeitig bedient werden. „Da bildet sich dann schnell ziemlich lange Schlangen und manche Leute gehen wieder weg“, erzählt der Gastronom.

Auch die Schlangen-Bildung ist natürlich zurzeit nicht ganz unproblematisch. Allerdings habe das Eiscafé Roma damit bis jetzt ganz gute Erfahrungen gemacht: „Klar, wir gucken schon immer, ob die Leute Abstand halten“, sagt der Betreiber. „Aber in der Schlange geht das eigentlich.“ Am ersten Sonntag, da sei besonders viel los gewesen, sei die Polizei zweimal an der Eisdiele vorbeigefahren, berichtet er. Zu beanstanden hätten die Beamten aber nichts gehabt.

Bei schlechtem Wetter kauft niemand Eis

Aber hat es sich gelohnt, so früh schon aufzumachen? „Gerade könnten wir im Prinzip nochmal eine Woche oder so zu machen“, meint Riccardo De Simone und lacht. An einem richtig guten Tag rechnet er mit um die 200 Kunden – bei schlechtem und kaltem Wetter kommen allerdings nur wenige Menschen, um sich ein Eis zu kaufen. Der Umsatz geht gegen null.

Höhere Kosten als vor der Öffnung hat er jetzt allemal: Die offene Kühltheke braucht viel Strom, die räumt er leer, wenn niemand kommt. Die Kühlkammern laufen jetzt auch für den Rest der Saison. „Ich produziere viel Eis“, erklärt der Roma-Betreiber. Trotzdem war es das wert, glaubt er. „Wenn man diese ersten warmen Tage verpasst, das bekommt man das ganze Jahr nicht mehr herein.“

Das Eiscafé am Seeplatz macht erst noch auf

Christos Drisis vom Eiscafé am Seeplatz sieht das etwas anders. Zwar steht auch bei ihm alles für den Start in die Saison bereit, mit dem Aufmachen will er aber noch etwas warten. Zum einen sei es wenig sinnvoll, wegen drei oder vier schönen Tagen aufzumachen und Eis einzulagern, wenn danach direkt der nächste Kälteeinbruch angekündigt ist, erklärt er.

Dann würden die Kühlschränke laufen und er hätte wieder höhere Fixkosten, ohne dass er viel einnehmen würde. „Finanziell lohnt sich das nicht“, sagt Christos Drisis. „Ich mache dann auf, wenn es tagsüber 20 Grad hat, abends aber nicht kälter wird als 15 Grad oder so.“

Könnte der Seeplatz zum Corona-Hotspot werden?

Doch nicht nur wegen des Wetters schreckt der Betreiber vor dem frühen Saison-Start zurück: Auch Corona macht ihm Sorgen. „Wenn ich jetzt aufmache, kommen viele Menschen her“, glaubt er. Wenn es dann vor seinem Café zu einer Menschen-Ansammlung käme und sich der Seeplatz womöglich zum Corona-Hotspot entwickle – „dann bin ich schuld.“

Christos Drisis weiß zu gut, dass mit dem Coronavirus nicht zu spaßen ist. Im vergangenen September hat es ihn selbst erwischt, im November kam seine Tochter dann mit Corona aus der Schule heim.

Angesteckt hat er im Eiscafé zum Glück niemanden, nach zehn Tagen habe er schon wieder öffnen können. Auch seine Familie hat Corona zum Glück gut überstanden. Einige seiner Bekannten haben die Erkrankung mit Corona aber nicht so leicht weggesteckt. Manche seien gestorben.

Die Gäste fehlen dem Seeplatz-Wirt sehr

Dem Eiscafé-Seeplatz-Wirt fehlen seine Gäste: „Sie sind meine größte Liebe“, sagt er leidenschaftlich. „Ich bin am Herzen amputiert.“ Er fühle sich wie ein Vogel im Käfig ohne seine sozialen Kontakte, die er sonst so gerne pflegt. „Ich möchte wieder lachende Menschen sehen, große und kleine, ohne Maske im Gesicht“, wünscht er sich.

Er befürchtet jedoch, dass das noch eine ganze Weile nicht möglich sein wird. „Nicht, wenn die Mutationen weiterhin rauskommen wie neue Iphones“, witzelt Christos Drisis. Jetzt heißt es aber erstmal abwarten, wie sich das Wetter entwickelt. „Wenn dann die Maiglöckchen kommen, mache ich auf.“

Beim ersten schönen Wetter des Jahres hat die Eisdiele Roma in der Kirchstraße aufgemacht: Dort konnten Korber schon am vorletzten Februar-Wochenende ein Eis to go genießen.

Christos Drisis, der mit dem Eiscafé am Seeplatz die zweite Eisdiele in Korb betreibt, kann den Saisonstart zwar auch kaum erwarten – trotzdem hat er sich bis jetzt gegen die Öffnung entschlossen. Unserer Zeitung haben die beiden Eiscafé-Betreiber erzählt, worauf es ihnen beim Start in den Frühling ankommt und wie

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