Korb

Initiative macht weiter mobil gegen Tierkrematorium

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Sie wollen ein Tierkrematorium in Korb errichten: Tieba-Geschäftsführer Walter Rupff und Daniela Seiz. © ZVW/Alexandra Palmizi (Archiv)

Korb. Die Diskussion um das geplante Tierkrematorium im Gewerbegebiet Unteres Gewässer geht in die nächste Runde. Erneut hat eine Bürgerinitiative ein Flugblatt verteilt, auf dem sie sich vehement gegen die Ansiedlung der Tieba AG ausspricht, die bereits ein Krematorium in Remseck betreibt.

„Nein zum Tierkrematorium im Gewerbegebiet Unteres Gewässer“ heißt es auf dem Flugblatt. Darunter ist ein großes Stoppschild gedruckt und ein Dank an den Korber Gemeinderat. Der hatte sich im Mai dem Widerstand der Initiative angeschlossen, als er einem Antrag der Fraktion CDU/Freie Wähler zustimmte, „dass die Gemeinde Korb alle Möglichkeiten nutzen soll, um die Errichtung eines Tierkrematoriums (...) im Gewerbegebiet in Korb zu verhindern“ (wir berichteten). Aktueller Anlass für das Flugblatt ist der Erörterungstermin des Landratsamts zur Verbrennungsanlage, der nun feststeht: Er findet statt am Mittwoch, 24. Juli, von 9 Uhr an in der Mehrzweckhalle Kleinheppach.

Die Bürgerinitiative vertritt die Meinung, dass ein Kleintierkrematorium nicht in die Umgebung passt, in der Gastronomie, ein Lebensmittelmarkt und zahlreiche Wohnungen von Gewerbetreibenden angesiedelt sind. Sie fordert die Gemeinde auf, mit Hilfe des Baugesetzbuches eine Veränderungssperre zu erlassen. „Das Bauvorhaben Tierkrematorium an diesem geplanten Standort bedeutet einen erheblichen Imageschaden für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Korb!“, heißt es auf dem Flugblatt.

Nicht alle Korber sind dagegen

Das sehen nicht alle so. Die Initiative war in den sozialen Netzwerken bereits im Mai überwiegend auf Unverständnis gestoßen – vor allem bei Menschen, die nicht in Korb wohnen. Doch in der Facebookgruppe „Korb im Remstal“ äußern sich nun auch zahlreiche Korber in diese Richtung: „Ich erleide dadurch keinen Imageschaden“ schreibt eine Nutzerin. „Günstig im Gewerbegebiet wohnen und dann beschweren, wenn es jemand wagt, dort ein Gewerbe anzumelden“, schimpft ein anderer.

Herr des Verfahrens ist das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises, das über den Nutzungsänderungsantrag der Tieba AG für das Gebäude in der Boschstraße zu entscheiden hat. Bei dem Erörterungstermin am 24. Juli werden die zahlreichen Einwendungen von Anwohnern gegen das Tierkrematorium vom Amt für Umweltschutz thematisiert – und welche Auswirkungen sie auf das Bauprojekt haben. Auch Tieba-Geschäftsführer Walter Rupff wird Stellung zu den Bedenken der Korber nehmen. Erst danach entscheidet das Umweltamt, ob das Tierkrematorium ansiedeln darf.

Tieba rechnet mit Baubeginn 2019

Hebt das Landratsamt den Daumen für die Tieba AG, beginnt erst einmal der Probebetrieb. Dabei prüft das Regierungspräsidium, ob die zulässigen Grenzwerte bei den Immissionen eingehalten werden. Die Tieba AG rechnet damit, noch in diesem Jahr mit dem Bau der Anlage beginnen zu können.

Tieba-Geschäftsführer Rupff hatte im Mai betont, das Krematorium, in dem ausschließlich Haustiere eingeäschert werden, sorge weder für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen noch für Geruchsbelästigung: „Wir unterliegen strengsten Hygienevorschriften.“