Korb

Kassenautomat im Hallenbad Korb sorgt wieder für Ärger

Kassenautomat
Der Kassenautomat im Hallenbad in Korb: Er hat schon in der Vergangenheit Ärger gemacht, jetzt muss ein neuer her. © Benjamin Büttner

Das frisch sanierte Hallenbad sorgte in der jüngsten Sitzung des Korber Gemeinderats mal wieder für Diskussionsstoff: Im Fokus standen dieses Mal aber nicht etwa die Mängel, die nach der Sanierung festgestellt worden sind und wegen derer sich die Verwaltung sogar in einem Rechtsstreit befindet. Es ging stattdessen um den Kassenautomaten, der damals extra noch ins neue Schwimmbad mit umgezogen wurde - und der jetzt endgültig ausgetauscht werden muss. Eine Entwicklung, die mit knapp 33.000 Euro zu Buche schlagen wird. Und mit der laut Verwaltung so nicht zu rechnen war.

War der Automat von vornherein eine Fehlanschaffung?

Denn der Automat, um den es hier geht, ist erst 2016 neu angeschafft worden. Einige Gemeinderäte erinnern sich noch gut, dass die Anschaffung damals auch schon für Diskussionen gesorgt hat. „Kassenautomat ist für mich ein Reizwort“, sagt Jürgen Klotz (SPD). Immerhin sei das betreffende Gerät gerade in jüngerer Vergangenheit öfter defekt als funktionstüchtig gewesen. Auch Eberhard Negele (Korber Freie Bürger) erinnert sich noch gut an die damals recht widerwillige Anschaffung des neuen Geräts. Nicht lange habe es gedauert, bis man gemerkt habe: „Ach, der kann ja gar keine 50er, der kann keine Karte.“

Wenn der Automat ausfällt, muss ein Mitarbeiter nach dem Rechten sehen

Der Kassenautomat hat im Korber Bad eine große Wichtigkeit: Denn damit wird nicht wie in anderen Schwimmbädern die Kasse unterstützt - es gibt ansonsten gar keine besetzte Kasse. Wenn der Automat ausfällt, keine Karte nimmt oder sonst bei den Badegästen für Unmut sorgt, muss ein Mitarbeiter den Badebetrieb verlassen und nach dem Rechten sehen. Das möchte die Gemeinde als Badbetreiber vermeiden.

Vor der Hallenbadsanierung wurde auf die Anschaffung eines neuen Geräts verzichtet

Dass die Software des Automaten demnächst nicht mehr den gesetzlichen Normen genügen würde, hat sich allerdings schon vor Sanierung des Hallenbades abgezeichnet. Und zwar müssen ab dem 31. Dezember 2022 alle Registrierkassen - in diese Kategorie fällt auch der Kassenautomat - der neuen Kassensicherungsverordnung entsprechen. Diese schreibt eine Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) vor, die Transaktionen abspeichert, einen Code ausgibt und damit Manipulationen an den Geräten fürs Finanzamt nachvollziehbar machen soll. Für diese Technik ist der Automat von 2016 nicht ausgelegt. Vor der Hallenbadsanierung wurde aber auf die Anschaffung eines neuen Geräts verzichtet, weil mittels eines Software-Updates das alte Gerät wieder auf einen deutlich moderneren Stand gebracht werden könnte.

Der Haken daran: Wie sich vor kurzem herausgestellt hat, würde die Nachrüstung mit dem Software-Update satte 20.000 Euro kosten. Ein Schockmoment - nicht nur für die Ratsmitglieder, die sich über diese Entwicklung natürlich nicht gerade glücklich zeigen: „Die Gefühlslage, die Sie gerade schildern, haben wir auch durchlebt“, sagt Kämmerer Stefan Obenland.

Bürgermeister Müller: „Wir haben gar keine Möglichkeit, mit dem Vorhandenen weiterzuarbeiten“

Es ist ein wirtschaftlicher Totalschaden bei einem Automaten, der auch sonst in vielerlei Hinsicht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Nicht einmal mehr die Ticketausgabe funktioniere noch zuverlässig, so die Gemeinde. Deswegen möchte Korb lieber die zusätzlichen 13.000 Euro in die Hand nehmen und einen neuen Kassenautomaten kaufen. Weil aus der Baumaßnahme Hallenbad noch Mittel zur Finanzierung des Geräts verfügbar sind, hätte die Verwaltung mit dieser Entscheidung gar nicht ins Gremium gehen müssen. Es sei ihm aber wichtig gewesen, die Gemeinderäte über die Gründe für die Anschaffung des neuen Kassenautomaten zu informieren, so Bürgermeister Müller: „Wir haben gar keine Möglichkeit, mit dem Vorhandenen weiterzuarbeiten.“

Neuer Automat ist auf dem neusten Stand - fürs Erste

Auch wenn sie die Situation als „unheimlich krass“ (Jürgen Klotz) und als „Unding“ (Eberhard Negele) empfinden, stimmen die Gemeinderäte mit großer Mehrheit der Anschaffung des neuen Geräts zu. Der neue Automat wird auf jeden Fall auch Zahlungen mit der EC-Karte möglich machen, auch die Bezahlung mit dem Smartphone (NFC-Technologie) sei künftig eine Option. „Das ist die Zukunft“, ist Jochen Müller überzeugt. Ganz in Luft aufgelöst haben sich die Probleme rund um den Kassenautomaten am Korber Hallenbad mit dieser Neuanschaffung aber noch nicht: Es sei damit zu rechnen, dass in sieben bis acht Jahren wieder ein Software-Update anstehe, glaubt der Kämmerer: „Da sind wir dann auch wieder im gut fünfstelligen Bereich.“

Auch eine Lösung für Hallenbad-Jahreskarten, wie sie Grünen-Gemeinderat Benjamin Rohrwasser sich wünscht, wird nicht mitgeliefert. Das Problem mit den Automaten an dieser Stelle sei einfach: „Sie spucken alle Papier aus“, erklärt der Bürgermeister. Und gerade in der warmfeuchten Umgebung eines Schwimmbads hielten solche Tickets wohl kaum ein Jahr durch. Die Gemeinde wolle allerdings schauen, wie man solche Karten vielleicht laminieren könne.

Ungeklärt ist auch noch, was aus dem alten Automaten wird. Einen Markt für solche Geräte, die nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entsprechen, gebe es wohl kaum, so Müller: „Da sind wir froh, wenn wir nicht noch Entsorgungskosten zahlen müssen.“

Das frisch sanierte Hallenbad sorgte in der jüngsten Sitzung des Korber Gemeinderats mal wieder für Diskussionsstoff: Im Fokus standen dieses Mal aber nicht etwa die Mängel, die nach der Sanierung festgestellt worden sind und wegen derer sich die Verwaltung sogar in einem Rechtsstreit befindet. Es ging stattdessen um den Kassenautomaten, der damals extra noch ins neue Schwimmbad mit umgezogen wurde - und der jetzt endgültig ausgetauscht werden muss. Eine Entwicklung, die mit knapp 33.000

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