Korb

Korb: "Tierkrematorium darf aktuell nicht weiterbetrieben werden"

Tierkrematorium Korb Tieba
Das Tierkrematorium der Betreiberfirma Tieba in der Boschstraße in Korb. © Büttner

Seit Ende 2021 gibt es in Korb ein Tierkrematorium. Laut dem Betreiber ist es das einzige in der Region Stuttgart. Nun hat ein Gericht entschieden: Das Krematorium hat keine gültige Genehmigung. Es darf nicht weiterbetrieben werden. Die Gegner reagieren erleichtert auf das Urteil.

Ein herber Dämpfer ist es hingegen nicht nur für den Betreiber, sondern auch für das Landratsamt Rems-Murr: Vom Verwaltungsgericht (VG) wurde es kritisiert, die Genehmigung überhaupt erteilt zu haben, nachdem Richter zuvor mit aufschiebender Wirkung anderes entschieden hatten. "Nahezu fassungslos" sei er darüber, so der Vorsitzende Richter Christoph Maußhardt in der Verhandlung. Das bestätigte der Gerichtssprecher, Richter Samuel Thomann, auf Anfrage. Offen ist, ob das Landratsamt in Berufung geht.

Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts Stuttgart habe ihre Missbilligung des Vorgehens der Waiblinger Kreisbehörde zum Ausdruck gebracht, so Thomann. Am Dienstag hatte eine mündliche Verhandlung in Stuttgart stattgefunden. Am Mittwoch teilte das Gericht dann das Urteil mit: Die Kammer habe "der Klage von Anwohnern gegen das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Landratsamt Rems-Murr-Kreis, gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für ein Tierkrematorium auf dem Gebiet der Gemeinde Korb stattgegeben". Den Genehmigungsbescheid des Landratsamtes von Februar 2020 hat das Gericht aufgehoben.

Amt: "Wir werden die weiteren Schritte klären"

Was bedeutet das für den Betrieb des Kleintierkrematoriums in der Korber Boschstraße? "Das Krematorium darf aktuell nicht weiterbetrieben werden", teilte das Landratsamt am Mittwoch unserer Redaktion mit. "Wir werden mit dem Betreiber die weiteren Schritte klären, sobald uns die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt. Das dauert in der Regel einige Tage", so Pressesprecherin Martina Keck. Ob das Landratsamt die vom Gericht zugelassene Berufung einlegen wird, könne sie aktuell nicht beantworten. Auch dazu braucht es die Begründung.

Betreiber des Tierkrematoriums ist die Tieba Tierkrematorium AG. Deren Vorstand Walter Rupff war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ruth Messer aus Korb hat am Mittwoch nach eigenen Angaben beobachtet, dass kein Rauch mehr aus dem Schlot des Tierkrematoriums komme. Auch der nach ihrer Schilderung störende Pfeifton habe aufgehört. 

Krematoriumsgegnerin: "Total erleichtert"

Die Korberin war am Dienstag als Vertreterin der Initiative gegen das Tierkrematorium bei der Gerichtsverhandlung dabei. Auch sie wartet nun auf die Urteilsbegründung. "Wir sind total erleichtert und sehr froh", so Ruth Messer am Mittwoch. Es sei "ein Kampf von vier Jahren" gewesen. Die Krematoriumsgegner hätten, so sieht es Messer, "die Arbeit der Behörden gemacht". Dafür hätten sie auch privat Geld in die Hand nehmen müssen.

Sie empfinde daher auch "Wut, dass wir hier von der Mehrheit des Gemeinderats keine Hilfe bekommen haben". Die Korber Verwaltung wollte einst die Bebauungspläne im Gewerbegebiet ändern, um das Tierkrematorium an dieser Stelle zu verhindern. Der Rat stimmte mehrheitlich dagegen. Das Krematorium wurde gebaut.

Im Frühjahr 2021 untersagte das Verwaltungsgericht Stuttgart dann vorläufig dessen Betrieb, weil ein Gutachten zum möglichen Schadstoffausstoß des Krematoriums fehlte. Im Herbst teilte das Landratsamt unserer Redaktion dann mit, dass ein Gutachter geprüft habe, ob Immissionsprognosen nötig seien. Das Ergebnis laut der Behörde: Sie seien nicht erforderlich, „gemäß den Regelungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft)“. Danach ging das Krematorium in Betrieb.

Wie das Verwaltungsgericht das nun alles bewertet, wird erst klar sein, wenn die Urteilsbegründung vorliegt. Erst einmal gilt: Im Korber Krematorium dürfen keine Tiere mehr eingeäschert werden.

Seit Ende 2021 gibt es in Korb ein Tierkrematorium. Laut dem Betreiber ist es das einzige in der Region Stuttgart. Nun hat ein Gericht entschieden: Das Krematorium hat keine gültige Genehmigung. Es darf nicht weiterbetrieben werden. Die Gegner reagieren erleichtert auf das Urteil.

Ein herber Dämpfer ist es hingegen nicht nur für den Betreiber, sondern auch für das Landratsamt Rems-Murr: Vom Verwaltungsgericht (VG) wurde es kritisiert, die Genehmigung überhaupt erteilt zu haben,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper