Korb

Korb will eine Modellkommune für Radler werden

Lechtender Radweg
Gerhard Brenner macht sich für den Radverkehr in Korb stark. © Gabriel Habermann

Radfahrer fühlen sich nicht sonderlich wohl in Korb, es gibt zahlreiche Gefahrenstellen und das Radwegenetz ist äußerst lückenhaft. Um daran etwas zu ändern, hat die Gemeinde schon in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Radverkehrskonzept erstellen lassen. Es liegt seit Sommer 2019 vor und soll in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden.

Der Fokus liegt zunächst auf kleineren, schnell umsetzbaren Verbesserungen. Das hat auch finanzielle Gründe. Denn wollten die Korber alle Vorschläge umsetzen, die Uwe Petry vom Planungsbüro VAR+ in seinem Zukunftsplan aufführt, würden die Kosten in die Hunderttausende gehen. Deshalb schauten sich die Korber auch nach geeigneten Fördermaßnahmen um. Der Grünen-Gemeinderat (und Fahrradladenbesitzer) Gerhard Brenner ist jetzt offenbar fündig geworden. Geht sein Plan auf, wird Korb bald zur Modellkommune für Fahrradfahrer.

15 Modellkommunen werden gesucht

Brenner war im Januar bei der Auftaktveranstaltung des „Kompetenznetz Klima Mobil“. Das ist ein Kooperationsprojekt, das nach Angaben aus dem Korber Rathaus die Kernkompetenzen der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg bündelt: nachhaltige Mobilität und kommunaler Klimaschutz.

Klima Mobil suche 15 Modellkommunen im Land, die bereit seien, „tiefgreifende Maßnahmen zum Klimaschutz im Verkehr umzusetzen“, heißt es aus dem Rathaus. Experten beraten und unterstützen die Kommunen dann bei der Planung und Kommunikation der Maßnahmen. Zudem berate das Kompetenznetz bei der Akquise von Fördermitteln. Verkehrsprojekte, die nachweislich zu einer Verringerung des Treibhausgasausstoßes im Verkehrssektor führen, sollen mit einem Anteil von insgesamt bis zu 75 Prozent durch das Land Baden-Württemberg gefördert werden. Ziel sei eine Umgestaltung der kommunalen Verkehrssysteme. Die Lebensqualität vor Ort soll gestärkt werden – auch zulasten des Autoverkehrs.

Entscheidender Wettbewerbsvorteil: Konzept steht bereits

Laut Gerhard Brenner passt der Bewerberaufruf genau auf das fertige Radverkehrskonzept, das die Korber bereits in der Schublade liegen haben. Er sieht darin einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kommunen, die ein solches Konzept erst noch erstellen müssten. „Das wäre eine sehr große Chance, wenn wir das jetzt weiterbrächten“, sagte der Grüne jüngst im Gemeinderat. Und auch der Vater des Korber Konzepts, Uwe Petry, ist zu diesem Schluss gekommen. Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Korber Radkonzept könnte seiner Einschätzung nach vielleicht nicht zu 75 Prozent, aber immerhin zu circa 50 Prozent vom Land gefördert werden. Petry hat für die Gemeinde einen Plan bis 2023 erarbeitet. „Demnach ist eine Kostenbeteiligung für die Gemeinde Korb in Höhe von jeweils 28 608 Euro für die nächsten drei Jahre veranschlagt“, heißt es aus dem Rathaus. Insgesamt dürften sich die Kosten für Lückenschlüsse im Radnetz, die Beseitigung von Gefahrenpunkten, aber auch eine bessere Ausschilderung auf insgesamt rund 170 000 Euro belaufen.

Ende August wissen die Korber mehr

Der Korber Gemeinderat hat einer Bewerbung als Modellkommune in der jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht gegeben und ebenso der Bereitstellung der entsprechenden finanziellen Mittel – vorausgesetzt, die Förderung wird bewilligt. Ob die Korber wirklich Modellkommune werden, erfahren sie vermutlich Ende August. Wie könnte der weitere Zeitplan in Korb dann aussehen? Einem Plan aus Uwe Petrys Planungsbüro VAR+ zufolge könnte im Herbst mit der Vorplanung für kurz- und mittelfristige Maßnahmen begonnen werden. Nach einer Abstimmungsphase im Frühjahr 2021 – viele Maßnahmen, gerade auf Pendlerstrecken, fallen auch in die Zuständigkeit des Kreises oder des Regierungspräsidiums – könnten ab April die ersten Ad-hoc-Maßnahmen umgesetzt werden, die keine längere Vorlaufzeit benötigen. Größere bauliche Maßnahmen könnten dann nach weiteren Planungen und Ausschreibungen ab dem ersten Halbjahr 2022 angegriffen werden.

Radfahrer fühlen sich nicht sonderlich wohl in Korb, es gibt zahlreiche Gefahrenstellen und das Radwegenetz ist äußerst lückenhaft. Um daran etwas zu ändern, hat die Gemeinde schon in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Radverkehrskonzept erstellen lassen. Es liegt seit Sommer 2019 vor und soll in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden.

Der Fokus liegt zunächst auf kleineren, schnell umsetzbaren Verbesserungen. Das hat auch finanzielle Gründe. Denn wollten die Korber

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