Korb

Korber Paar speckt ab bei „The Biggest Loser“

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Zoi und Kamil Cvitkovic wollen in der Sat-1-Sendung „The Biggest Loser“ abnehmen. © Leonie Kuhn

Korb. Abspecken im Fernsehen: Dieser Herausforderung stellt sich das Korber Ehepaar Kamil und Zoi Cvitkovic (36) bei dem Sat-1-Format „The Biggest Loser“ in Andalusien. Sie sind eines von zwei baden-württembergischen Teams. Als Hauptgewinn winken ihnen 50 000 Euro. Von Sonntag an wird die Sendung ausgestrahlt.

ZVW: Von Sonntag an wird die Sendung „The Biggest Loser“ ausgestrahlt. Sind sie nervös?

Zoi: „Ich bin total nervös. Ich hoffe, ich hab mich gut geschlagen.“
Kamil: „Ich kann eh nichts dran ändern, wie oder was gesendet wird oder wie was passiert ist. Ich bin da nicht aufgeregt, aber ich bin eher drauf gespannt, wie’s dann im Fernsehen wirklich aussieht.“

ZVW: Zoi, Sie beginnen mit einem Gewicht von 119,2 Kilogramm, Kamil, bei Ihnen sind es 150,7 Kilogramm. Hatten Sie schon immer einen Hang zu Pölsterchen?

Zoi: „Ich war bis zu meinem 19., 20. Lebensjahr schlank. Und dann hat’s angefangen mit dem Gewicht.“
Kamil: „Ich würde sagen, ich bin so ein Michelin-Männchen im Wachstum gewesen. Klein angefangen und dann ... es war nie wenig. Ich war immer pummelig.“

ZVW: Machen Sie gerne Sport? Für welche Sportarten können Sie sich begeistern?

Kamil: „Sportlich war es bei mir immer das Prinzip: Ich hab schwach angefangen und stark nachgelassen. Ich hab früher mal gerne Basketball gespielt und bin auch ein bisschen ins Fitnessstudio gegangen, aber hab mir dann immer gesagt: Gut, aus reiner Bequemlichkeit, heute gehst du mal nicht.“
Zoi: „Ich hab als Jugendliche und auch später sehr gerne Sport gemacht, ich hab auch gerne Basketball gespielt, alles Mögliche eigentlich ausprobiert, auch ins Fitnessstudio. Ja, und dann, je mehr es wurde mit dem Gewicht, dann desto weniger. Aber jetzt habe ich die Liebe zum Sport wiedergefunden. Noch ist es so ein bisschen eine Mischung aus Krafttraining und Ausdauer. Ich muss noch meine Begeisterung finden, wo es mich hinzieht.“

ZVW: Was sind für Sie die wichtigsten Gründe, abzunehmen?

Kamil: „Die wichtigsten Gründe, abzunehmen, sind definitiv die Kinder. Dass man denen einfach einen anderen Lebensstandard bieten kann, mehr mit ihnen unternehmen kann. Flexibler sein kann. Und natürlich auch die Beziehung, das Verhältnis zwischen der Zoi und mir. Dass man einfach als Paar wieder besser agieren kann.“
Zoi: „Für mich war es immer so, dass ich mich in meiner Haut wieder wohlfühlen wollte. Das ist für mich das Wichtigste. Und ich denke, wenn ich mich wieder gut fühle, dann fühlt sich meine Umgebung in meiner Gegenwart auch wieder gut.“

ZVW: Warum haben Sie sich dafür entschieden, bei „The Biggest Loser“ mitzumachen?

Kamil: „Ich kam eines Abends von der Spätschicht nach Hause, konnte nicht schlafen, und wusste, dass meine Frau ständig diesen Hintergedanken hat: Die nehmen so toll ab bei „The Biggest Loser“ und da würde ich auch gerne mitmachen. Und dann hab ich einfach online die Bewerbung abgeschickt. Hat zwar dann ein bisschen länger gedauert als erwartet, aber das war der Punkt, wo das Ganze ins Rollen gekommen ist.“

ZVW: Das war für Sie, Zoi, eine Überraschung?

Zoi: „Ja. Als sie angerufen haben, war das sehr überraschend. Aber so im Nachhinein das beste, was mir hätte passieren können.“
Kamil: „... nach mir.“
Zoi (lacht): „Ja, genau, und meinen Kindern natürlich.“

ZVW: Spornt es Sie an, sich öffentlich der Herausforderung zu stellen, abzunehmen?

Zoi: „Jetzt ist es eh öffentlich. Am Anfang hatte ich so meine Bedenken. Aber jetzt freue ich mich eigentlich da drauf, dass man es auch zeigen kann.“
Kamil: „Ich finde es einfach genial, im Rampenlicht zu stehen. Und das Ganze macht’s auch aus. Wenn irgendjemand einen negativen Kommentar abgibt, ist es mir letztendlich egal. Ich genieße das Ganze.“

ZVW: Vor welcher Aufgabe bangt Ihnen am meisten?

Kamil: „Die ganzen Aufgaben sind ja schon vielschichtig. Dadurch, dass man als Sportmuffel von jetzt auf plötzlich in sportliche Identitäten geschnitten wird, kann man sich da so gar nicht festlegen, vor was man eher Bammel hat. Aber ich würde sagen: im Allgemeinen vor dem Training, vor der Bewegung, vor dem Gewichtsverlust an sich.“
Zoi: „Vor den ganzen Herausforderungen. Vor Sport hatte ich keine Angst, Ernährung war sowieso okay, aber das Unbekannte, davor hatte ich immer Angst.“

ZVW: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Zoi: „Ich freue mich auf die Gewichtsabnahme. Dass ich mich wieder wohler fühle und fitter bin, einfach fit. Und die Treppen ins zweite Stockwerk hochlaufen kann, ohne außer Atem zu sein, ganz rauf.“
Kamil: „Und natürlich auf die Reaktion von den anderen: Wenn man da als Fettsack hingeht und als Spargel zurückkommt.“

ZVW: Welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Zoi: „Mein Traum wäre, um die 70 Kilo zu wiegen.“
Kamil: „Klar, wenn man das Ganze gewinnen möchte, muss man schon extrem runtergehen mit dem Gewicht. Unrealistisch wären bei mir 75 Kilo, realistisch wären 110 Kilo, 100 Kilo. Muss man einfach sehen, wie sich das Ganze entwickelt.“

ZVW: Zoi, Sie sagen selbst: „Ich möchte schöne Klamotten kaufen und so viel wie möglich mit den Kindern nachholen [...]: Achterbahn fahren, verreisen und neue Sachen mit ihnen ausprobieren.“ Auch Sie, Kamil, fühlen sich durch Ihr Gewicht beim Besuch im Freibad oder Freizeitpark eingeschränkt. Welche Dinge möchten Sie ausprobieren, wohin würden Sie gerne reisen? Und inwiefern hilft Ihnen dabei ein niedrigeres Gewicht?

Zoi: „Ich möchte gerne erst einmal – fangen wir mal klein an – viel von Europa sehen. Es ist einfach so, dass man, wenn man fliegt, besser in den Sitzen reinpasst. Dass auch schon allein von den Klamotten her man weniger Gewicht hat. Dann kann man einfach mehr mitnehmen. Ansonsten habe ich mir vorgenommen, mit den Kindern in den Freizeitpark zu gehen. Klettergerüste und Klettergarten. Das ist das, was ich unbedingt nachholen möchte.“
Kamil: „Bei mir ist es immer diese Hemmschwelle, ins Freibad zu gehen oder an den Strand zu gehen und sich dort nackig zu machen. Einfach am Strand entlangzugehen und sich nicht Gedanken darüber zu machen, dass andere einen ständig angucken.“

ZVW: Wie haben Ihre Familie und Freunde auf Ihre Teilnahme an der Sendung reagiert?

Zoi: „Bevor wir geflogen sind, wussten es sehr wenige Leute, um genau zu sein nur mein Bruder und meine Eltern. Sie haben sich für uns eigentlich gefreut. Weil sie auch gesehen haben, wie wir unterm Gewicht gelitten haben. Und die haben sich gedacht, dass es eine gute Chance ist.“
Kamil: „Bei mir waren die Reaktionen gemischt. Im ersten Moment ein bisschen ungläubig haben sie geschaut. Aber direkt konnte ich jetzt nicht verraten, wohin ich hingehe, was ich mache, sondern einfach: Ich will ein großes Ding durchziehen, ich werde jetzt erst mal für etliche Wochen nicht da sein. Dann kamen natürlich auch Gerüchte auf.“

ZVW: Werden Sie die Ausstrahlung selbst im Fernsehen verfolgen?

Zoi: „Auf jeden Fall! Es wird jede Folge aufgenommen und wir werden gespannt vorm Fernseher sitzen. Ich weiß allerdings nicht, ob ich nach der ersten Folge noch Lust habe, das zu gucken. Es kommt drauf an, wie ich’s finde.“
Kamil: „Also, ich werde zu diesem Zeitpunkt auf Arbeit sein. Und entweder werd ich mich in Grund und Boden schämen oder ich werde mich selbst hochloben. Ich weiß es nicht. Also, ich bin echt gespannt.“

ZVW: Sofern Sie den Hauptpreis gewinnen - wofür möchten Sie ihn einsetzen?

Kamil: Reisen, Bekleidung, Auto. Vielleicht ein bisschen den Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen. Lassen wir uns einfach mal überraschen.

Team Orange

  • Von Sonntag, 15. Januar, an sind Zoi und Kamil Cvitkovic bei „The Biggest Loser“ zu sehen – los geht’s um 16.50 Uhr auf Sat.1.
  • Sie treten als eines von neun Zweier-Gespannen an. Wenn sie, das Team Orange, acht Wochen im Camp durchhalten, kommen sie ins Halbfinale.
  • Das Paar lebt seit etwa sieben Jahren in Korb. Zoi Cvitkovic stammt aus dem Remstal, ihr Mann aus Berlin.
  • Sie haben drei Kinder: zwei Töchter und einen Sohn.