Korb

"Modepodium" von Tina Äckerle in Korb ist mehr als ein Secondhandladen

Modepodium
Tina Äckerle (60) betreibt den Secondhandladen „Modepodium“ in der Seestraße in Korb. © Gabriel Habermann

Nachhaltigkeit und Stil statt schnelllebige Mode und Massengeschmack lautet die Devise im Secondhandladen „Modepodium“ von Tina Äckerle in Korb. In dem Saal der „Schillerlinde“ in der Seestraße, der mehr als 100 Jahre alt ist, bekommt alles, was schon einen Besitzer hatte und getragen wurde, eine zweite Chance. Die Kleiderstangen in dem Geschäft hängen voll: lange Mäntel, dicke Winterjacken, feine Blusen, flauschige Pullis – die Auswahl an Mode aus zweiter Hand ist groß.

Der Secondhandladen ist wie eine Fundgrube

Wer für einen bestimmten Anlass ein elegantes Kleid sucht, sein Outfit mit Accessoires aufpeppen will oder das passende Kostüm für eine Motto-Party braucht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit im „Modepodium“ fündig. Der Secondhandladen ist wie eine Fundgrube.

Auch wenn es in erster Linie um Mode geht, hat Inhaberin Tina Äckerle eine weitere „Herzensangelegenheit“, wie sie es selber bezeichnet. „Wir möchten Begegnungen aller Art und eine Wohlfühlatmosphäre schaffen“, sagt die 60-jährige Korberin. „Wir“, das sind Inhaberin Tina Äckerle, ihre Tochter Natalie Äckerle sowie die Mitarbeiterinnen Monika Gütling, Tatjana Bayer und Nicole Ihring-Schießel. „Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Kunden“, sagt die Chefin.

Der Großteil der Frauen, der in dem Laden einkauft, sind Stammkunden. Tina Äckerle kennt nicht nur die Namen ihrer Kundinnen, sondern auch den Modegeschmack und teilweise sogar die Konfektionsgröße. „Es sind hier ganz tolle Freundschaften entstanden“, sagt die Inhaberin, die ein Faible für Mode hat.

Tina Äckerle: „Das Netzwerk Frau funktioniert hier bestens“

Der Laden in der Seestraße soll eine Art Anlaufstelle für Menschen jeden Alters sein – insbesondere für Frauen. „Das Netzwerk Frau funktioniert hier bestens“, sagt Tina Äckerle. Wenn jemand eine Wohnung sucht, Unterstützung braucht oder ein anderes Anliegen hat, wird die Anfrage auf die Pinnwand am Eingang gesetzt und von Mund zu Mund weitergegeben.

Der Zusammenhalt habe sich auch während der Corona-Pandemie erwiesen. Zwar kamen die Leute nicht in großen Gruppen zum Einkaufen, auch konnte die 60-Jährige während der pandemiebedingten Schließung keinen Click-and-Collect-Service anbieten, doch mit Unterstützung der Kunden kämpfte sich der Laden durch die Krise. „Was uns am Leben hält, sind unsere treuen Kunden“, sagt die Korberin, die während des Lockdowns die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen aus dem privaten Ersparten bezahlte.

Darüber hinaus legt Tina Äckerle viel Wert darauf, sich zu vernetzen und sich gegenseitig den Rücken zu stärken, etwa mit einem warmherzigen Empfang. „Wenn jemand ein neues Geschäft in Korb aufmacht, dann nehme ich eine Flasche Sekt und heiße sie willkommen“, sagt Tina Äckerle, die auch bei ihren Kundinnen durchaus für ihre aufgeschlossene und fröhliche Art bekannt ist.

Kunden kommen extra nach Korb

„Wenn ich schlechte Laune habe, dann komme ich zu Tina nach Korb und habe danach mordsmäßig gute Laune“, sagt Birgit Schreier, die sich an diesem Tag unter anderem für einen Mantel mit Leopardenmuster entschieden hat. „Sie hat ein Herz für alle“, beteiligt sich eine andere Kundin am Gespräch, während sie zwischen den Winterjacken stöbert, „und immer ein Lächeln im Gesicht.“ Das kann Carina Gross bestätigen, „goldig“, sagt die Kundin, „sie kümmert sich um alle“. Auch für Gabriele Rybak aus Winnenden, die gerne im Modepodium einkauft, ist neben den „fairen Preisen“ der Anfahrtsweg ein wichtiger Aspekt. „Wenn man so einen Laden um die Ecke hat, dann braucht man nicht nach Stuttgart zu fahren“, sagt die Kundin. Auch habe man kein schlechtes Gewissen, wenn man sich von bestimmten Kleidungsstücken verabschiede, dafür aber „neue“ mit nach Hause nehme.

Auch wenn Mode aus zweiter Hand für manche Menschen wie abgegriffen wirkt, steckt viel mehr dahinter. Viele Kundinnen bringen – nach telefonischer Absprache– immer wieder Körbe mit hochwertiger Markenkleidung und erzählen Tina Äckerle beispielsweise, warum sie die Kleidung jetzt abliefern. 50 Prozent vom Verkaufspreis gehen an die Ladeninhaberin, die anderen 50 an die Kundin.

Nicht verkaufte Ware wird nach Absprache an Frauenhäuser gespendet

Jacken, Hosen oder Pullover, die in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten keinen neuen Besitzer finden, spendet Tina Äckerle an Frauenhäuser oder an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Vorausgesetzt, die Kunden, die die Kleidungsstücke zum Verkauf bringen, sind damit einverstanden. Bei der Annahme wird die saubere Ware, in den Größen 34 bis 50, sorgfältig auf Löcher, Flecken und Co. untersucht. „Es geht durch viele Augen“, sagt die Ladeninhaberin.

Wenn eine Kundin etwas Besonderes entdeckt und sich freut, dann „freut man sich einfach mit“, sagt Äckerle. Auch macht es ihr Spaß, die Leute zu beraten. „Wenn etwas schrecklich aussieht, dann sage ich das auch“, gesteht sie. „Das Schöne ist, dass sich die Frauen auch gegenseitig beraten“, beobachtet die Chefin häufig. Dabei werde die eine oder andere auch ermutigt, etwas Neues anzuprobieren. „Die Mode hat kein Alter“, findet Tina Äckerle, „man muss mutig sein.“ Wichtig ist für die Korberin, dass die Kunden glücklich aus ihrem Laden gehen. 

Shopping-Partys

Auf Anfrage können „Shopping-Partys“, sofern es die Corona-Verordnungen zulassen, für Gruppen im Modepodium organisiert werden. Weitere Informationen zu Events, Annahme von Modeware und zum Geschäft in der Seestraße 5 gibt es auf der Internetseite unter www.modepodium.com oder unter der Telefonnummer 0 71 51/6 04 84 66.

Nachhaltigkeit und Stil statt schnelllebige Mode und Massengeschmack lautet die Devise im Secondhandladen „Modepodium“ von Tina Äckerle in Korb. In dem Saal der „Schillerlinde“ in der Seestraße, der mehr als 100 Jahre alt ist, bekommt alles, was schon einen Besitzer hatte und getragen wurde, eine zweite Chance. Die Kleiderstangen in dem Geschäft hängen voll: lange Mäntel, dicke Winterjacken, feine Blusen, flauschige Pullis – die Auswahl an Mode aus zweiter Hand ist

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