Korb

Neues Pächter-Paar in der Kelterstube Korb: Was sich im Restaurant jetzt ändert – und was nicht

Kelterstueble
Die neuen Pächter der Kelterstube in Korb: Felix Szichta und Freundin Jacqueline Salzmann. © Gaby Schneider

In der Kelterstube in Korb steht ein Wechsel an: Nach 37 Jahren hören Sylvia Kupfer und ihr Kollege Michael Sing auf. Das Ruder in dem Restaurant in der Winnender Straße übernimmt ab Januar 2023 ein in der Gastronomie erfahrenes Paar – die 30-jährige Hotel- und Betriebswirtin Jacqueline Salzmann und der 27-jährige Koch Felix Szichta. „Super Kombination“, findet der Korber, „ich bin in der Küche, sie im Service.“

Felix Szichta wollte eigentlich auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten

Dass es heute so kommt, wie es ist, hätte sich Felix Szichta vor drei Jahren möglicherweise nicht ausmalen können. Denn der 27-Jährige hatte eigentlich einen ganz anderen beruflichen Plan. „Ich wollte aufs Kreuzfahrtschiff“, sagt er. Das Flugticket für San Francisco war bereits gebucht, der Koffer schon gepackt. Doch zwei Tage vor dem Abflug machte dem gelernten Koch die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

So kehrte der Korber – nach seiner Ausbildung im Schwarzwald und seiner beruflichen Laufbahn in Göppingen – zurück ins Remstal. Seine Rückkehr fiel genau in die Zeit, in der wegen der Pandemie kaum einer in der Gastronomie mehr eingestellt wurde, erinnert er sich heute. Zweieinhalb Jahre arbeitete er beim Hofmarkt Schmid, dem Obst- und Gemüsehändler in Waiblingen-Beinstein, und verkaufte Erdbeeren.

Freundin Jacqueline Salzmann zieht ebenfalls nach Korb

Etwa ein Jahr später folgte ihm seine Freundin Jacqueline Salzmann, die er in Göppingen kennengelernt hatte, nach Korb. Vor ihrem Umzug ins Remstal und vor Beginn der Pandemie war die 30-Jährige als Restaurantleitung tätig. „Seit Montag bin ich offiziell Korberin“, sagt die junge Frau, die ihren Wohnsitz hierher verlegt hat.

In den vergangenen eineinhalb Jahren arbeitete sie ebenfalls beim Hofmarkt Schmid. „Es war schön, dort zu arbeiten“, sagt sie rückblickend. So hätte das Paar die optimale Gelegenheit gehabt, „regionale Produkte“ und die Landwirte aus nächster Entfernung kennenzulernen.

Kelterstube war einst der „Schankraum des Kellermeisters“

Denn Regionalität spielt bei dem Gastronomen-Paar eine wichtige Rolle. In der Kelterstube wollen die beiden genau wie ihre Vorgänger stets auf regionale und saisonale Produkte setzen. In diesem Zuge sollen auch örtliche Winzer mit ihren Weinen für eine künftige Zusammenarbeit mit ins Boot geholt werden. „Die Kelterstube – der Name ist Programm“, sagt Felix Szichta. Denn die Gaststätte war einst der „Schankraum des Kellermeisters“, erklärt er.

Nachfolger lernen Stammkundschaft kennen

Auch wenn Jacqueline Salzmann und Felix Szichta die Gaststätte erst ab Anfang Januar übernehmen werden, arbeiten sie seit Oktober bereits in der Kelterstube mit Sylvia Kupfer und Michael Sing zusammen. „Uns war es wichtig, dass wir die Stammkundschaft kennenlernen – und sie uns“, sagt Jacqueline Salzmann. „Ich stelle die Frau Salzmann auch immer vor“, sagt die langjährige Wirtin der Traditionsgaststätte, Sylvia Kupfer. Die Gäste seien ohnehin sehr neugierig gewesen, als sie erfuhren, dass es einen Wechsel geben werde.

„Viele haben Angst gehabt, dass wir ein hochgestochenes Restaurant werden“, berichtet Felix Szichta. Doch das sei nicht zu befürchten. „Es bleibt einfach gleich – herzlich“, fügt Jacqueline Salzmann hinzu. Auch wenn das Paar „aus einer hochklassigen Gastronomie“ kommt, möchte es in der Kelterstube das „gut Schwäbische und Bürgerliche“ beibehalten.

Mit Blick auf die Lokalitäten, die in den vergangenen Jahren geschlossen haben, weil sie unter anderem keine Nachfolger gefunden haben, möchte das Paar „die schwäbische Gastkultur nicht aussterben lassen“.

„Als wir vor 37 Jahren angefangen haben, gab es 26 Lokale“

Umso mehr freuen sich Sylvia Kupfer und Michael Sing. „Als wir vor 37 Jahren angefangen haben, gab es 26 Lokale in Korb“, sagt die 64-Jährige. Deshalb die gute Nachricht für alle Liebhaber des Zwiebelrostbratens: „Die Grundstruktur vom Konzept wird beibehalten“, sagt Felix Szichta. Michael Sing, Koch und Metzger, freut sich ebenfalls, das junge Paar zu unterstützen. Auch seine langjährigen Traditionsrezepte gebe er gerne weiter.

„Wenn die beiden das nicht gemacht hätten, müssten wir zumachen“, sagt Sylvia Kupfer. Sie könne die Kelterstube guten Gewissens an die jungen Nachfolger übergeben. „Felix kennen wir von klein auf“, sagt die 64-Jährige. „Manchmal kommt mir das vor wie gestern.“

Stammbelegschaft bleibt

Nicht nur die schwäbischen Traditionsgerichte wie Maultaschen, Rostbraten oder Kutteln werden weiterhin in der Gaststätte beibehalten, sondern auch die Stammbelegschaft. Das bisherige Team aus zwei Festangestellten in der Küche und zwei Aushilfen im Service wird weiterhin die Gäste in der Winnender Straße bedienen. Auch Sylvia Kupfer werde feste Tage in der Woche haben und in der Kelterstube als Aushilfskraft arbeiten, sagt Jacqueline Salzmann.

Wie geht es für die Kelterstube-Wirtin, die seit 37 Jahren arbeitet, nun weiter? „Ich muss mir einen Freundeskreis aufbauen“, sagt die 64-Jährige. „Ich kenne viele Leute, die mit mir ausgehen wollten, aber ich hatte die Zeit nicht“, sagt sie. „Wenn man geschäftlich so eingebunden ist, ist es nicht möglich.“

Jacqueline Salzmann und Felix Szichta fühlen sich bereit für die bevorstehende Zeit. „Für jeden Gastronomen ist es ein super Anfang und eine wunderbare Startmöglichkeit“, sagt der 27-Jährige, der die Rückendeckung seiner Vorgänger schätzt.

Neu ab 2023: Mittagstisch von Dienstag bis Freitag

Vom kommenden Jahr an wird das Paar außerdem dienstags bis freitags einen täglich wechselnden Mittagstisch anbieten. Mit seinem Angebot möchte es sowohl Firmen in der Umgebung als auch alle anderen Gäste ansprechen, die in der Mittagszeit etwas Warmes essen möchten. Fest steht für das junge Paar: „Wir möchten den Gast herzlich begrüßen. Er soll sich wie zu Hause fühlen.“

Kelterstube online auf Facebook und Instagram zu finden

Neuerdings ist die Kelterstube (kelterstube_korb) neben ihrem Facebook-Auftritt auch auf der Fotoplattform Instagram zu finden. Weitere Infos gibt es ebenfalls online unter www.kelterstube-korb.de sowie unter der Telefonnummer 07151/3 67 55. An Montagen und Dienstagen bleibt die Kelterstube geschlossen. Dafür öffnet sie mittwochs, donnerstags und freitags um 16 Uhr. Am Samstag und Sonntag werden die Gäste von 10 Uhr an empfangen. Die Öffnungszeiten werden im Jahr 2023 erweitert, die Kelterstube öffnet dann auch dienstags.

In der Kelterstube in Korb steht ein Wechsel an: Nach 37 Jahren hören Sylvia Kupfer und ihr Kollege Michael Sing auf. Das Ruder in dem Restaurant in der Winnender Straße übernimmt ab Januar 2023 ein in der Gastronomie erfahrenes Paar – die 30-jährige Hotel- und Betriebswirtin Jacqueline Salzmann und der 27-jährige Koch Felix Szichta. „Super Kombination“, findet der Korber, „ich bin in der Küche, sie im Service.“

{element}

Felix Szichta wollte eigentlich auf einem Kreuzfahrtschiff

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper