Korb

Restaurant in Korb: Rebblick-Wirt spürt die steigenden Kosten

Rebblick
„Wir heizen in der Gaststube, kühlen im Keller und kochen in der Küche“, sagt Jochen Gromann. © Gaby Schneider

„Die Belastungen, die wir momentan haben, die sind historisch“, sagt Jochen Gromann. Der Rebblick-Wirt spürt die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten enorm. „Wir heizen in der Gaststube, kühlen im Keller und kochen in der Küche“, sagt der 45-jährige Koch mit langjähriger Berufserfahrung. Die Gastronomie sei nun mal ein energiereicher Betrieb.

Im März dieses Jahres öffnete das Restaurant in der Brucknerstraße, das zuvor für rund 445.000 Euro von der Gemeinde Korb umgebaut und modernisiert wurde. Wie liefen die vergangenen acht Monate für das Pächter-Ehepaar Nadine und Jochen Gromann?

„Ich bin sehr, sehr froh darüber, dass sich auch die älteren Menschen nach dem Umbau angesprochen fühlen und zu uns kommen“, sagt Jochen Gromann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das war am Anfang meine Sorge, dass das ältere Publikum das in den falschen Hals bekommt.“ Doch die Angst sei unberechtigt gewesen, er und sein Team seien positiv aufgenommen worden, sagt der Rebblick-Pächter.

Rebblick ist für viele Korber „ein Teil der Familie“

Die Rolle der Traditionsgaststätte in der Gemeinde weiß der Gastronom zu schätzen. Für viele Korber sei der Rebblick „ein Teil der Familie“, berichtet Jochen Gromann – viele von ihnen hätten dort in den vergangenen 40 Jahren Hochzeiten, Geburtstage und zahlreiche weitere Anlässe gefeiert. „Das war auch der Hauptbeweggrund für den Gemeinderat, angeführt vom Bürgermeister, dass der Rebblick modernisiert und fit für die Zukunft gemacht wurde“, findet Jochen Gromann.

Doch dem langjährigen Koch bereiten andere Themen Sorgen – zum einen die seit Beginn des Ukraine-Krieges steigenden Energie- und Lebensmittelkosten und zum anderen der Personalmangel in der Gastronomie, der sich seit der Corona-Pandemie verschärft hat.

Zeitweise habe er mehrere Tage und Wochen auf Öle oder Weizenprodukte, wie etwa Mehl, warten oder deutlich höhere Preise als bisher für seine Bestellungen zahlen müssen. „Es konnte plötzlich auch nicht mehr Salz geliefert werden“, nennt Jochen Gromann als Beispiel. Denn die Säcke, in denen das Salz transportiert werde, stammen aus der Ukraine, so Jochen Gromann.

Das andere Problem, das ihn beschäftigt, ist der Personalmangel. Seit der Eröffnung des Restaurants sucht der Gastronom Mitarbeiter für sein Team. Insbesondere im Service seien noch weitere Kräfte erforderlich, um der großen Nachfrage stets Herr zu werden. Weil seine Suche bislang erfolglos blieb, hat der 45-Jährige nun einen Dienstleister engagiert, mit dessen Hilfe er geeignete Servicekräfte für sein Restaurant gewinnen möchte. „Wir suchen händeringend nach Personal“, unterstreicht Jochen Gromann.

Gromann: Mehrwertsteuersenkung für Speisen sollte beibehalten werden

Momentan ist schwer abzusehen, ob und wie weit die Lebensmittel- und Energiepreise noch steigen. Klar ist, dass die Gastronomie wie viele andere Sektoren keine einfachen Jahre hinter sich hat. Deshalb hofft Jochen Gromann – mit Blick auf das kommende Jahr–, dass die reduzierte Mehrwertsteuer für Speisen im Restaurant in Höhe von sieben Prozent weiterhin beibehalten wird. Andernfalls seien die Kosten für die Gastronomen auf die Dauer nicht zu stemmen, befürchtet er. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte während der Pandemie die Senkung von 19 Prozent auf sieben Prozent bewirkt. „Wenn das Ganze am Jahresende wieder zurückgesetzt wird“, sagt Jochen Gromann, dann drohe seiner Meinung nach nächstes Jahr „regelrecht ein Gastronomieaussterben“.

„Gastronomischer Fehler“, wenn Preise nicht kontinuierlich angepasst werden

Wie wirken sich die steigenden Lebensmittelkosten auf die Preise der Speisen im Restaurant aus? „Wir passen sie moderat im Hinterkommabereich an“, sagt der Rebblick-Wirt. Aus seiner Sicht sei es ein „gastronomischer Fehler“, wenn die Preise nicht schrittweise angepasst werden würden. „Wenn man es kontinuierlich macht, dann verstehen die Kunden es auch“, findet er. Im Umkehrschluss plädiert er dafür, „dass, wenn sich die Lebensmittelkosten wieder normalisieren“, die Restaurants die Preise fairerweise wieder reduzieren müssten.

Als Inhaber einer der wenigen in Korb vorhandenen schwäbischen Restaurants freut sich der Gastronom auf seine neuen Kollegen in der Kelterstube. Wie bereits berichtet, übernehmen zum Jahresanfang Jacqueline Salzmann und Felix Szichta die Gaststätte von Sylvia Kupfer und Michael Sing. „Super ausgebildete Gastronomen“, sagt der erfahrene Koch über das junge Paar, das er bereits persönlich kennengelernt habe. Auch finde er es „total spitze“, dass mit dem Angebot in der Kelterstube die Bandbreite in Korb mit dem Rebblick zusammen komplettiert werde.

Gänseessen im Rebblick

Jochen Gromann und sein Team bieten jeden Sonntag (bis 18. Dezember) nur unter Vorbestellung Gänseessen an. Gänseliebhaber müssen spätestens montags für sonntags per E-Mail an mail@rebblick-korb.de bestellen.

Wer als Service- oder Aushilfskraft, Koch oder Küchenhilfe arbeiten möchte, kann sich ebenfalls im Restaurant melden. Weitere Informationen gibt es online unter www.rebblick-korb.de.

„Die Belastungen, die wir momentan haben, die sind historisch“, sagt Jochen Gromann. Der Rebblick-Wirt spürt die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten enorm. „Wir heizen in der Gaststube, kühlen im Keller und kochen in der Küche“, sagt der 45-jährige Koch mit langjähriger Berufserfahrung. Die Gastronomie sei nun mal ein energiereicher Betrieb.

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Im März dieses Jahres öffnete das Restaurant in der Brucknerstraße, das zuvor für rund 445.000 Euro von der Gemeinde Korb

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