Korb

Sanierung läuft: So sieht’s zur Zeit aus im Hallenbad in Korb

Hallenbadbaustellekorb
So staubtrocken war es hier in den vergangenen Jahren nie. Beim Blick ins Korber Hallenbad wird noch einmal deutlich: Die Schwimmstätte wird nicht nur aufgehübscht und ausgebessert, sondern generalüberholt. © Gaby Schneider

Wo bis vor einigen Monaten noch Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzten und Frühaufsteher ihre Bahnen zogen, herrscht heute eine gespenstische Atmosphäre. Viel ist auf den ersten Blick nicht übrig geblieben vom Hallenbad in Korb. Bauarbeiter haben es in den vergangenen Wochen bis auf den nackten Rohbeton entkleidet. Bis jetzt läuft bei der Generalüberholung alles nach Plan. Das heißt freilich nicht, dass es im Korber Gemeinderat nichts mehr zu diskutieren gibt.

Bislang gab’s keine „bösen Überraschungen“ beim Rückbau

Die Sanierung ist seit Jahren eines der großen Streitthemen in Korb. Das vor fast 40 Jahren errichtete Hallenbad war schon lange marode. Über die Notwendigkeit der Bauarbeiten herrscht auch längst Konsens. Doch die Sanierung wurde immer wieder aufgeschoben und neu diskutiert – hauptsächlich wegen der hohen Kosten. So wuchs die Angst bei vielen Hallenbad-Fans, die Anlage würde eines Tages vollends und unwiederbringlich den Geist aufgeben. So weit ist es nicht gekommen: 2019 haben die Verantwortlichen im Rathaus und im Gemeinderat grünes Licht gegeben. Momentan gehen die Korber von rund 5,2 Millionen Euro Gesamtkosten aus.

Seit fast einem Vierteljahr wird jetzt auf der Baustelle am Hallenbad gearbeitet. „Der Rückbau hat gut funktioniert“, sagt Hendrik Lietz, der das Projekt im Korber Bauamt betreut. „Böse Überraschungen“ seien bislang ausgeblieben – weder sei im Gemäuer der 1971 errichteten Schwimmstätte Asbest gefunden worden, noch hätten die Arbeiter versehentlich Leitungen angebohrt, die nicht in den Gebäudeplänen eingezeichnet waren. „Wir liegen sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan“, sagt Lietz. Das heißt: Mit der Fertigstellung wird noch immer im Herbst 2021 gerechnet.

Die Technik wird ersetzt, der Wasserspiegel angehoben

Vom alten Bad wird dann bis auf den Rohbau kaum etwas erhalten sein: Die gesamte alte Technik wird entsorgt. Fliesen, Böden Inventar sind schon herausgebrochen. Das zeigt der Blick in die kahle, graue Halle. Im Becken selbst wird der Grund aufbetoniert, sprich: der Wasserspiegel angehoben. Schwimmer blicken dann nicht mehr auf den Beckenrand, sondern darüber hinaus. Der Beckenkopf mit seiner altmodischen Halterinne wird durch einen neuen mit Überlaufrinne ersetzt.

Parallel zu den Arbeiten im Innern wird mit dem Außenanbau mit Aufenthaltsbereich begonnen werden. Der neue, barrierefreie Haupteingang liegt in Zukunft auf der Ebene des Beckens, nicht mehr ein Stockwerk darüber.

Dieser Eingangsbereich war auch der Anlass für neue Diskussionen in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag – konkret ging’s dabei um das Vordach und dessen Länge. Im September 2019 hatte der Gemeinderat der Planung zugestimmt, die ein Sichtbetonelement mit einer Länge von 2,5 Metern vorgesehen hatte. Jetzt wurde, gerade noch rechtzeitig, die Verlängerung des Vordachs auf 4,5 Meter beschlossen. Diese Anregung sei aus der Mitte des Gemeinderats gekommen, hatte Bürgermeister Jochen Müller zuvor erklärt, um die Badegäste vor Wind und Wetter zu schützen: „Manche haben gesagt, für die Raucher wär’s ganz geschickt.“

7000 Euro mehr kostet der neue Eingang, ein verkraftbarer Preis für die große Mehrheit der Räte. Wenngleich manchen die Gestaltung noch immer nicht schmeckt (Sigrid Aeckerle, Freie Bürger: „Ich bin enttäuscht von der doch sehr langweiligen Ausführung“) und andere das Geld anderswo sinnvoller investiert sehen (Benjamin Rohrwasser, Grüne: „Uns wäre es lieber, wir würden die 7000 Euro für gescheite Fahrradabstellplätze ausgeben“).

Das Bad wird vermutlich auch dann noch Anlass zu Diskussionen geben, wenn wieder drin geschwommen wird.

Wo bis vor einigen Monaten noch Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzten und Frühaufsteher ihre Bahnen zogen, herrscht heute eine gespenstische Atmosphäre. Viel ist auf den ersten Blick nicht übrig geblieben vom Hallenbad in Korb. Bauarbeiter haben es in den vergangenen Wochen bis auf den nackten Rohbeton entkleidet. Bis jetzt läuft bei der Generalüberholung alles nach Plan. Das heißt freilich nicht, dass es im Korber Gemeinderat nichts mehr zu diskutieren gibt.

Bislang gab’s

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