Korb

Tierkrematorium Korb: Wann startet der Betrieb?

Tierkrematorium
Von außen ist bis auf den neuen, knapp 16 Meter hohen Kamin nicht viel zu sehen: Die Anlage ist aber schon fertig. © Gabriel Habermann

Trotz allen Bürgerprotestes ist es gebaut worden: Das umstrittene Kleintierkrematorium im Gewerbegebiet Unteres Gewässer steht kurz vor der Fertigstellung, berichtet der Betreiber Walter Rupff. Von außen ist bislang gar nicht viel zu sehen. „Aber wir könnten die Anlage morgen schon in Betrieb nehmen“, sagt Walter Rupff.

Um das zu tun, fehlt der Tieba AG noch eine letzte Genehmigung: Das Landratsamt hat die immissionsschutzrechtliche Genehmigung bereits erteilt, jetzt fehlt noch die veterinärrechtliche. Diese erteilt das Regierungspräsidium Stuttgart. Die Begehung vor Ort wurde jedoch vor einigen Tagen durch Mitarbeiter des Landratsamts durchgeführt.

Kleinere Mängel müssen noch behoben werden

„Neben der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung bedarf es auch einer veterinärrechtlichen Zulassung. Dafür ist das Regierungspräsidium Stuttgart zuständig“, bestätigt das Landratsamt auf unsere Nachfrage. In dessen Auftrag habe das Veterinäramt im Landratsamt im August 2020 die Baustelle im Rohbau überprüft und dem Betreiber mitgeteilt, wie zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit, die Waschbecken und andere Bestandteile der Ausstattung auszuführen seien.

„Bei einer erneuten Besichtigung am 16. November wurde festgestellt, dass die meisten geforderten Punkte erfüllt wurden und jetzt nur noch Kleinigkeiten verbessert werden müssen“, führt der Kreis aus. Diese kleine Mängelliste sei dem Bauherrn und dem Regierungspräsidium ausgehändigt worden.

Walter Rupff hofft, dass ab jetzt alles schnell über die Bühne geht und dass er nicht mehr lang auf die veterinärrechtliche Zulassung warten muss. Daran, dass dieses Jahr vieles etwas länger dauert als gewöhnlich, ist auch Corona schuld, sagt der Unternehmer.

Verzögerungen wegen Corona

„Corona ist überall“, klagt er. Fürs Errichten der Verbrennungsanlage und den Umbau der restlichen Räumlichkeiten sei er auf viele kleinere Handwerkerbetriebe angewiesen gewesen. Das sei nicht so rundgelaufen wie erhofft. „Corona, dann die Sommerferien, irgendwas war immer“, sagt Walter Rupff. Dabei sei er ja schon froh gewesen, während dieser schwierigen Zeit überhaupt Handwerker gefunden zu haben: „Finden Sie mal jetzt einen Elektriker.“

Schon Ende Februar habe er mit den ersten Umbauarbeiten angefangen – direkt nachdem das Landratsamt der Tieba AG die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt hatte. Zuvor musste sich die Behörde mit Einwänden der Bürgerinitiative auseinandersetzen: „Die Einwendungen wurden nach Themen gebündelt abgearbeitet und sind zum Teil in Auflagen eingeflossen, die an die Genehmigung geknüpft sind“, so das Landratsamt.

Diese Initiative hatte im Vorfeld nach allen Kräften versucht, den Bau der Anlage zu verhindern – und will sich auch jetzt noch nicht geschlagen geben. Laut Landratsamt läuft aktuell dazu ein Eilverfahren am Verwaltungsgericht Stuttgart. „Wann das Gericht entscheidet, wissen wir nicht. Der Bauherr darf in der Zwischenzeit weiterbauen und tut das auch. Genau darum geht es auch im Eilverfahren.“

Kein Rauch und kein Gestank

Doch wieso kämpfen die Korber gegen das Tierkrematorium? Einige Anwohner fürchten, dass ihre Gegend durch das Tierkrematorium einen Image-Schaden erleiden könnte. Andere, dass durch die Anlieferung und Verbrennung der Haustier-Kadaver Lärm und Gestank entstehen werden.

Was den Geruch betrifft, haben sowohl das Landratsamt als auch Walter Rupff bereits versichert, dass sich Anwohner davor nicht zu fürchten brauchen: „Für die Abgase werden entsprechende Grenzwerte als Auflage vorgesehen. Eine Geruchsbelastung kann aufgrund der vorgesehenen Nachverbrennung (mindestens 850˚C für zwei Sekunden in der Nachbrennkammer), die die geruchsrelevanten Moleküle in ihre atomaren Bestandteile zerbricht, ausgeschlossen werden“, informierte das Landratsamt bereits im März. Aus dem neuen Kamin in der Boschstraße wird demnach auch nach Inbetriebnahme kein Rauch quellen, sondern nur vorbehandelte, unsichtbare Rauchgase. „Sie werden nichts, absolut nichts riechen“, versicherte Walter Rupff bereits in der Vergangenheit.

Neu auf dem Gebiet ist der Unternehmer jedenfalls nicht: Seit 14 Jahren betreibt der 63-Jährige ein Tierkrematorium im Gewerbegebiet Remseck-Aldingen. Die neue Anlage in Korb ist der in Aldingen sehr ähnlich, allerdings ist sie etwas größer. Der Hintergrund dafür: Viele größere Hunde, die 50 Kilogramm oder sogar mehr wiegen, dürfen in kleineren Anlagen gar nicht eingeäschert werden.

Deshalb hat die Tieba AG für Korb einen Antrag auf eine „Verbrennungsanlage mit hoher Kapazität“ gestellt – sehr zur Beunruhigung der Protestbewegung, da diese Genehmigung Verbrennungsmengen von zehn Tonnen pro Tag zulässt. Diese Größenordnung sei aber für die Anlage völlig unrealistisch: Sie hat nur zwei auf drei Meter Fläche, ist 2,70 Meter hoch und hat eine Mengenbegrenzung von 120 Kilogramm in der Stunde.

Der Betriebsstart in Korb bedeutet für die Tieba AG auch einen Generationenwechsel in Etappen: Zwar wird Rupff sein Krematorium in Aldingen noch ein paar Jahre lang weiterführen. Das neue Krematorium in Korb wird aber die 30-jährige Daniela Seiz leiten.

Trotz allen Bürgerprotestes ist es gebaut worden: Das umstrittene Kleintierkrematorium im Gewerbegebiet Unteres Gewässer steht kurz vor der Fertigstellung, berichtet der Betreiber Walter Rupff. Von außen ist bislang gar nicht viel zu sehen. „Aber wir könnten die Anlage morgen schon in Betrieb nehmen“, sagt Walter Rupff.

Um das zu tun, fehlt der Tieba AG noch eine letzte Genehmigung: Das Landratsamt hat die immissionsschutzrechtliche Genehmigung bereits erteilt, jetzt fehlt noch die

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