Korb

"Winzer des Jahres 2022", Pandemie und Neubau: Jens Zimmerle aus Korb über seine Pläne

Weingut Zimmerle
Weinbauer Jens Zimmerle auf der Baustelle zwischen Korb und Beinstein: Dort baut die Familie ein neues Weingut. © Alexandra Palmizi

Der Weinguide 2022 „Vinum“ hat den Korber Jens Zimmerle zum „Winzer des Jahres“ in Baden-Württemberg erkoren. „Es war für uns eine große Überraschung“, sagt der 41-jährige Weinbauer. Umso größer sei die Freude über den Preis gewesen – insbesondere „nach so einem anstrengenden Jahr“.

Folgen der Corona-Pandemie bis heute zu spüren

Bis heute spürt die Familie die Folgen der Corona-Pandemie. Sie hatte dieses Jahr mit erschwerten Wetterbedingungen zu kämpfen, und plant darüber hinaus ihren Standortwechsel von Korb nach Waiblingen-Beinstein.

Auch wenn der Weinbauer für seine aktuelle Wein-Kollektion ausgezeichnet worden ist, steckt für ihn mehr dahinter. „Es gibt für mich nicht den Winzer des Jahres“, sagt er, „ich sehe es als Teamarbeit an – mein Vater, meine Frau, unsere Mitarbeiter. Je stärker das Team ist, desto stärker ist der Winzer.“

Jens Zimmerle, der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn studierte, wurde der Beruf des Winzers in die Wiege gelegt. „Der ökologische Weinbau, die handwerkliche Arbeit in den Weinbergen und im Weinkeller, das ist in unserer DNA drin“, sagt der 41-Jährige. „Die Auszeichnung ist das i-Tüpfelchen, ein wahnsinniger Motivationsschub für uns“, findet er – und eine Art „schöne Verabschiedung aus den alten Gemäuern.“

Neues Weingut mit Wohnung, Vinothek, Wirtsgarten

Denn die Zimmerles bauen am Ortsrand zwischen Korb und Beinstein ein komplett neues Weingut mit Wohnung, Vinothek, Wirtsgarten im Außenbereich. Der derzeitige Standort befindet sich in der Korber Kirchstraße. „In der Ortsmitte gibt es beschränkte Erweiterungsmöglichkeiten“, sagt Jens Zimmerle, und erklärt die Gründe, weshalb sie sich für einen Neubau entschieden haben. Das jetzige Gebäude, worin sie leben und arbeiten, sei vor Jahren schließlich nicht gebaut worden, um darin Wein herzustellen, sagt er. In Zeiten seines Großvaters sei es ein „Mischbetrieb mit Ackerbau gewesen“. „In den 80er Jahren hat mein Vater sich auf Weinbau spezialisiert.“

In der Ortsmitte merke man nun auch, dass sich die Kirchstraße „immer mehr zu einem Wohngebiet“ entwickle. Vor sieben Jahren starteten die Zimmerles deshalb das Projekt des Neubaus. Nach einer langen und stressigen Zeit ist nun aus Sicht von Jens Zimmerle „die Phase, die am meisten Spaß macht“. Schließlich nehme das, was zuvor nur auf Papier zu sehen war, in echt Gestalt an. Auf der Baustelle laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Von dem künftigen Weinkeller, den Produktionsräumen, sind derzeit nur Stahl und Betonsäulen zu sehen.

Mit Blick auf die Korber Weinberge

Das Gebäude, in dem künftig die Vinothek, die Büroräume und die Wohnung der Familie untergebracht werden sollen, befindet sich im Zustand eines Rohbaus. Ebenfalls als Rohbau steht das Nebengebäude, worin die Besenwirtschaft mit Außengastronomie geplant ist. Auf der Baustelle erklärt Zimmerle, wie das Ganze später aussehen soll: Die Gäste sollen durch verglaste Scheiben auf die Korber Weinberge blicken. Wer künftig auf den Parkplatz fährt, wird einen Blick in den Weinkeller werfen können. Dort möchte die Familie ihre Weine präsentieren.

Auch wenn die Familie aus Korb auszieht, bleibt die Verbundenheit zum Weinort, sagt Jens Zimmerle. „Unser Hauptarbeitsplatz ist in den Weinbergen“, sagt er. „Wir lieben unsere Korber Weinlagen.“ Die Südlage stehe für intensive Rotweine, und der Korber Berg für „filigrane, feinere Weine, etwa Weißweine“.

Privatkundschaft hat in der Pandemie die Familie unterstützt

Die Zimmerles beliefern deutschlandweit Großhändler und Gastronomen. Jede Corona-Schließung und jede aktuelle Corona-Verordnung, die den Ausschank und Verkauf von Wein betreffe, sei bei den Zimmerles zu spüren. „Das aufzufangen war schwierig“, sagt der 41-Jährige. „So ganz aufgefangen ist es bis heute nicht.“ Doch die „starke Privatkundschaft“ habe Schlimmeres verhindert. „Die hat uns brutal unterstützt“, sagt er.

Auch sei es dem Wengerter wichtig gewesen, sich und sein Umfeld vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Denn: Ein „Geschmacks- und Geruchsverlust“ könnte in seinem Beruf verheerende Folgen haben.

Doch mit Blick auf das kommende Jahr bleibt der Winzer optimistisch. „Das Jahr 2022 scheint für uns ein gutes Jahr zu werden“, sagen die Zimmerles, „zum einen unser Umzug in unseren Neubau und dann noch die Auszeichnung im Rücken, das ist schon toll.“

Der Weinguide 2022 „Vinum“ hat den Korber Jens Zimmerle zum „Winzer des Jahres“ in Baden-Württemberg erkoren. „Es war für uns eine große Überraschung“, sagt der 41-jährige Weinbauer. Umso größer sei die Freude über den Preis gewesen – insbesondere „nach so einem anstrengenden Jahr“.

Folgen der Corona-Pandemie bis heute zu spüren

Bis heute spürt die Familie die Folgen der Corona-Pandemie. Sie hatte dieses Jahr mit erschwerten Wetterbedingungen zu kämpfen, und plant darüber

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