Leutenbach

Aus Nellmersbach bis ins Weltall: Metallux fertigt Sensoren und Joysticks für Jachten, Röntgengeräte und die Raumfahrt

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Der Vorstandsvorsitzende Andreas Oberascher in der Metallux-Produktionshalle. In seinen Händen hält er eine Infusionspumpe, die zum Beispiel in Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Rechts im Bild ist eine Kassette aus einem Geldautomaten zu sehen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Heute schon mit einer Jacht im Hafen angelegt? Im Krankenhaus eine Infusionspumpe bedient oder von einer solchen versorgt worden? Auf einer Baustelle einen Kran beobachtet? Mit einem elektrischen Rollstuhl gefahren? Oder an einem Automaten Bargeld abgehoben? Wer eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten kann, der hatte vermutlich auch Kontakt zur Nellmersbacher Firma Metallux. Diese ist spezialisiert auf Joysticks und Sensoren. Die Teile, die das Unternehmen herstellt, sind in den genannten Geräten und Fahrzeugen verbaut.

Ist zu wenig Geld im Automaten, bekommen Bank-Mitarbeiter einen Hinweis

„Unsere Sensoren messen zum Beispiel in Geldautomaten den Füllstand. Auf den Schein genau geht das nicht. Aber die Bankmitarbeiter bekommen rechtzeitig Bescheid, wenn sie die Kassetten nachfüllen müssen. Teilweise funktioniert das auch schon automatisch im Hintergrund. Der Automat verschiebt die Kassetten für Ein- und Auszahlungen selbstständig, wenn nötig“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Andreas Oberascher. Im gleichen Atemzug nennt er ein weiteres Beispiel: Jachten der Firma Volvo Penta. „Dort sind unsere Joysticks verbaut. Diese werden für schwierigere Manöver genutzt, beispielsweise beim Einparken. Das ist wirklich Wahnsinn, wie man solch ein Schiff so genau justieren kann. Ich habe es selbst ausprobiert“, freut sich Oberascher. Er habe gehört, dass die Metallux-Sticks immer öfter auch auf hoher See zum Steuern verwendet werden, die Seefahrer Gefallen daran gefunden haben.

Bauarbeiter steuern Kräne mit Hilfe von Metallux-Technik

Mittlerweile gebe es gar Studien, ob nicht auch Autos mit einem Joystick statt mit einem Lenkrad ausgestattet werden sollten. „Die jungen Leute wachsen damit auf“, sagt Oberascher und verweist auf die Steuerung von Spielkonsolen. Sind die Metallux-Steuerungswerkzeuge auch in Controllern von Playstation, X-Box und Co verbaut? Andreas Oberascher muss lachen. „Nein. Dort kommen deutlich billigere Teile zum Einsatz. Uns findet man eher in der Industrie. Zum Beispiel in Steuerungen von Baukränen. Wenn ein Bauarbeiter ein Kästle um den Bauch geschnallt hat, um den Kran zu steuern, dann sind nahezu immer wir mit der Sensorik und dem Joystick darin“, erklärt der Metallux-Vorstandsvorsitzende stolz. Die Frage nach den Spielkonsolen werde ihm regelmäßig gestellt. Er sei kein Zocker, aber mit ziemlicher Sicherheit wäre auch deren Steuerung mit einem Joystick seines Unternehmens präziser.

Andreas Oberascher: „Der Sensorik gehört die Zukunft“

Seit 2011 ist das Unternehmen Metallux im Nellmersbacher Gewerbegebiet angesiedelt, war zuvor jahrelang in Korb. „Inzwischen haben wir 160 Mitarbeiter. Zwei Drittel davon arbeiten in der Produktion, ein Drittel in der Verwaltung“, nennt Oberascher Zahlen zur Einordnung. „Zwischenzeitlich haben wir unsere Mitarbeiter alle wieder hier, fast alle sind geimpft. Darüber bin ich sehr froh, es ist einfach eine andere Arbeitskultur“, freut er sich.

Auch auf der internationalen Raumstation ISS waren Metallux-Sensoren vertreten

Die Mitarbeiter können sich nach wie vor regelmäßig auf das Coronavirus testen. „Wir starten jetzt auch wieder mit Geschäftsreisen. In dieser Woche geht es für einige Mitarbeiter nach Italien“, weiß Oberascher, der froh ist, dass sein Unternehmen die Pandemie bisher gut überstanden hat. „Was die Automobilbranche betrifft, läuft es schleppend. Dort sind wir jedoch nur mit etwa 15 Prozent involviert. Im medizinischen Bereich läuft es dafür super, auch im Reinigungsbereich“, erzählt Oberascher. Metallux-Sensoren seien beispielsweise in Infusionspumpen verbaut. „Sie messen die Medikationsmenge, die der Patient verabreicht bekommt.“ Aber auch in Beatmungs- und Röntgengeräten oder Zahnarztstühlen steckt Metallux-Technik. Andreas Oberascher ist sich sicher: „Der Sensorik gehört die Zukunft.“

Solange es Aufträge aus Asien gibt, ist der Metallux-Vorstand entspannt

Auf der internationalen Raumstation ISS habe sich bis vor kurzem noch ein Roboter befunden, den man ebenfalls mit Teilen unterstützt habe. „Man will immer mehr überwachen. Sensoren sind im Trend“, sagt Oberascher selbstbewusst.

Das sorgt für Konkurrenz auf dem Markt. „Wir wollen zu den Weltmarktführern gehören. Weltweit gibt es kein Unternehmen mit unserem Produktportfolio. Die meisten sind auf ein Produkt spezialisiert. Wir haben mehrere“, stellt Oberascher ein Alleinstellungsmerkmal heraus. Dies erleichtere die Arbeit jedoch nicht unbedingt. Man müsse stets alle Produkte im Blick haben, überall mit der Zeit gehen. Trotzdem ist Andreas Oberascher entspannt. „Zumindest, solange wir weiter viele Kunden aus Asien haben. Das ist ein gutes Zeichen und bedeutet, dass es dort niemanden gibt, der unsere Produkte in ähnlicher Qualität herstellt.“

Heute schon mit einer Jacht im Hafen angelegt? Im Krankenhaus eine Infusionspumpe bedient oder von einer solchen versorgt worden? Auf einer Baustelle einen Kran beobachtet? Mit einem elektrischen Rollstuhl gefahren? Oder an einem Automaten Bargeld abgehoben? Wer eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten kann, der hatte vermutlich auch Kontakt zur Nellmersbacher Firma Metallux. Diese ist spezialisiert auf Joysticks und Sensoren. Die Teile, die das Unternehmen herstellt, sind in den

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