Leutenbach

Beachvolleyball und neuer Kunstrasenplatz in Nellmersbach

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Die Sportkleidung war den Witterungsbedingungen angepasst. Auch Bürgermeister Kiesl (am Ball) machte eine gute Figur. © ZVW/Gabriel Habermann

Leutenbach. Nicht wirklich prickelnd für die Einweihung des neuen Beachvolleyballfelds ist das Wetter gewesen. Doch trotz Kälte und Nässe traten einige Volleyballer des TSV Nellmersbach zum ersten Ballwechsel an.  Die Gemeinde hat außerdem - ebenfalls über den Sommer - den Kunstrasenplatz für rund 200 000 Euro saniert.

Lustig sieht sie aus, die Eröffnungsrunde auf dem offiziell eingeweihten Beachvolleyballfeld. Der „Dresscode“ könnte glatt als Kostümwettbewerb durchgehen: Gummistiefel, Regenschirmkappen, ein Mitspieler trägt zwei verschiedenfarbige Ringelstrümpfe. Bei schönerem Wetter hätten sich vermutlich einige mehr nach den Bällen gereckt, so wird’s eine kleine Runde aus TSV-Aktiven und Bürgermeister Jürgen Kiesl, der den ersten Aufschlag ausführt. Sein Überkopf-Schlagversuch fliegt zu tief, den zweiten Aufschlag setzt er gekonnt übers Netz ins gegnerische Feld, wo die Hände hochgehen und die ersten Mitspieler per Vollgas-Bremse in den nassen, pappigen Sand hechten. Als „mustergültig“ hatte Kiesl zuvor in seiner Ansprache die Eigeninitiative der Volleyballer bezeichnet, ihr Denken „Wir nehmen es selbst in die Hand und fordern nicht nur“. Gäbe es den Wettbewerb „Deutschland sucht den Topverein“, hätte der TSV gute Chancen, so Kiesl.

Beim Sommerfest wurde schon drauf gespielt

„Ein tolles Sportgelände haben wir jetzt, wir sind stolz drauf, es ist eine ganz tolle Sache für den TSV“, lobte Gesamtvereinvorstandssprecher Albrecht Killinger die Abteilung. „Das haben sie sich verdient“, so Killinger an die Adresse der Sportler, die durch das Beachvolleyballfeld auf weiteren Zuwachs für die Abteilung hoffen. Freuen würden sie sich auch über ein Fangnetz, wie Rainer Engelhardt, Abteilungsleiter der Volleyballer, wissen lässt. In den Trainings während der Sommermonate seien sie einige Male ins Grüne gerobbt, um den übers Ziel hinaus geschossenen Ball aus dem Gebüsch zu fischen. Die Anlage des Feldes habe nur wenige Wochen benötigt, erklärt Engelhardt. Anfang Juni hatten sie losgelegt, beim Sommerfest des TSV am letzten Juni-Wochenende wurde schon darauf gespielt. „Seither haben wir uns einige tolle Muskelkater geholt“, berichtet Engelhardt. Das Feld misst acht auf 16 Meter, ist damit etwas kleiner als ein Volleyballfeld. Gespielt wird auf einem speziellen Beachsand: „Er muss gerundet sein und nicht zu feinkörnig, damit man sich beim Hechtbagger nicht aufschürft“, erklärt Engelhardt.

4000 Euro Zuschuss von der Gemeinde

Rund die Hälfte des Gesamtbudgets in Höhe von 25 000 Euro hat laut ihm der Verein in Eigenleistung erbracht. Von der Gemeinde gab es einen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro. Weitere Finanzspritzen haben die Bürgerstiftung, die Volksbank und der WLSB beigesteuert. Die Gemeinde hat außerdem - ebenfalls über den Sommer - den Kunstrasenplatz für rund 200 000 Euro saniert. Alle 15 bis 20 Jahre müsse dieser erneuert werden, so Kiesl. Der rasenähnliche Belag kommt dem Fußball sehr entgegen: 80 Prozent aller Fußballtrainings - Jugend und Aktive - finden laut Killinger auf dem Kunstrasen statt, der Rest auf dem Naturrasenplatz.

Beachvolleyball in Nellmersbach

Der TSV Nellmersbach, laut Kiesl der zweitgrößte Verein in Leutenbach, hat überwiegend in Eigenregie das Beachvolleyballfeld errichtet, das auch von anderen Vereinen, Schulen oder der Feuerwehr genutzt werden können soll. Interessenten können sich beim Verein melden.

Die Volleyballabteilung des TSV trainiert jeweils dienstags ab 19 Uhr in der benachbarten Halle, bei schönem Wetter draußen. Interessierte, die schnuppern wollen, sind jederzeit willkommen; um Voranmeldung unter ) 0 71 95/94 25 59 wird gebeten.

Die Volleyballabteilung wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Abteilungsleiter Rainer Engelhardt hat herausgefunden, dass das Gründungsjahr 1920 mit der Ursprungszeit des Beachvolleyballs zusammenfällt. 1920 habe sich an Stränden in Kalifornien allmählich das bis dato als reine Freizeitbeschäftigung praktizierte Beachvolleyball als Sportart etabliert, die seit 1996 olympische Disziplin ist.