Leutenbach

Bekommt die Feuerwehr Nellmersbach den Vereinsraum in der Begegnungsstätte?

Feuerweehr Nellmersbach
Das Feuerwehrhaus Nellmersbach befindet sich direkt neben der Begegnungsstätte (Gebäude links hinter den Garagen). © Gabriel Habermann

Es ist in Nellmersbach wie in vielen anderen älteren Feuerwehrhäusern: Für Übungen und Einsätze müssen sich die Kameraden und gar nicht so neuerdings auch Kameradinnen in der Fahrzeughalle umziehen, die Spinde für ihre Zivilkleidung befinden sich neben oder hinter den Löschfahrzeugen. Das hat die Unfallkasse Baden-Württemberg in einem Gutachten bemängelt.

Nicht etwa, weil die UKBW die Schamgrenze für Frauen im Feuerwehrdienst verletzt sieht, sondern weil sie um das Wohl aller Feuerwehrleute bangt, Stichwort schwere Verletzungen: Der Abstand zwischen Spind und Fahrzeug beträgt gerade mal einen Meter, wenn also ein Fahrzeug ausrückt, sich aber noch Einsatzkräfte für das nächste Fahrzeug umziehen, besteht eine erhebliche Unfallgefahr. „Außerdem sind die beengten Platzverhältnisse nicht förderlich für ein schnelles Umziehen und Ausrücken der Feuerwehr“, schreibt die Gemeinde Leutenbach in ihrer Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss des Gemeinderats.

Der Umbau birgt ein kleines Politikum in sich

Die Gemeinde will die Situation im Flachdachbau, der etwa Mitte der 80er Jahre entstanden ist, verbessern. Sie hat dafür sozusagen auch schon einen Auftrag aus dem Gemeinderat vom März 2022 erhalten, als der Feuerwehrbedarfsplan beschlossen worden ist. Nun hat in seiner letzten Sitzung vor den Ferien der Technische Ausschuss zugestimmt, dass die Gemeinde einen Architekten mit Planungsvarianten beauftragt. Seine Aufgabe: Wie können zusätzliche Räume für die Feuerwehr entstehen, und was wird das ungefähr kosten?

Eine Lösungs-Idee gibt es bereits in der Verwaltung, und sie birgt ein bisschen Aufregerpotenzial in der Bevölkerung, wie Bürgermeister Jürgen Kiesl vermutet. Bewusst hat er den Planungsauftrag, für den er eigentlich keinen Beschluss des TA bräuchte, in die öffentliche Sitzung genommen. Also: Wenn der jetzige Veranstaltungsraum der Feuerwehr Nellmersbach renoviert und zusammen mit renovierten Duschen und WCs zu Umkleideräumen umfunktioniert würde, dann könnte die Feuerwehr als neuen Veranstaltungsraum den Raum der angrenzenden Begegnungsstätte bekommen. Exklusiv, versteht sich.

Und das ist der Knackpunkt, bei dem Kiesl Widerstand erwartet. „Bisher dürfen ihn die Bürger privat nutzen, oder Vereine, zweimal die Woche ist der TSV drin, und auch die Volkshochschule bietet dort Kurse an. Nach dem Umbau nächstes Jahr würde der Raum der Öffentlichkeit dann nicht mehr zur Verfügung stehen.“ In der Begegnungsstätte in Nellmersbach befinden sich übrigens eine Wohnung und eine Arztpraxis in den oberen Geschossen, das Feuerwehrgebäude gehört im Prinzip auch dazu, es bildet mit seinen Garagen und dem Hof die eingeschossige Rückseite, wenn man so will. Der Veranstaltungsraum für Vereine und zur privaten Nutzung befindet sich ebenfalls im Erdgeschoss.

Planungsvarianten sollen im Herbst beraten werden, Umbau 2023

Bürgermeister Kiels rechnet damit, dass die Varianten des Architekten im September, spätestens im Oktober vorliegen werden und das Gremium wieder beraten kann. Bau oder Umbau sollen dann möglichst rasch im Jahr 2023 beginnen. Übrigens ist der Auftragnehmer ein mit der Feuerwehrhausplanung erfahrener Architekt.

Es ist in Nellmersbach wie in vielen anderen älteren Feuerwehrhäusern: Für Übungen und Einsätze müssen sich die Kameraden und gar nicht so neuerdings auch Kameradinnen in der Fahrzeughalle umziehen, die Spinde für ihre Zivilkleidung befinden sich neben oder hinter den Löschfahrzeugen. Das hat die Unfallkasse Baden-Württemberg in einem Gutachten bemängelt.

Nicht etwa, weil die UKBW die Schamgrenze für Frauen im Feuerwehrdienst verletzt sieht, sondern weil sie um das Wohl aller

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