Leutenbach

Corona: Auch der Leutenbacher Weihnachtsmarkt ist abgesagt

Spatzenhaof Weihnachtsmarkt
Kein Weihnachtsmarkt bedeutet auch kein Weihnachtsmann im Spatzenhof. © Gabriel Habermann

Auch der Leutenbacher Weihnachtsmarkt ist abgesagt. Damit ist auch der Plan für den Ausweichstandort hinfällig. Die Veranstaltung hätte am Wochenende 4. und 5. Dezember erstmals nicht im heimeligen, zentral gelegenen Spatzenhof stattfinden sollen, sondern am Ortsrand bei der Rems-Murr-Halle, wo wesentlich mehr Platz zur Verfügung gestanden hätte.

Hauptamtsleiter Jakob Schröder bestätigt auf Anfrage die Absage. Das Gute, wenn man so wolle und es so sehen könne, sei, dass der Weihnachtsmarkt bislang noch gar nicht offiziell seitens der Gemeinde angekündigt gewesen sei, so Schröder, dem der Humor offenbar noch nicht gänzlich vergangen ist.

Grund für die Absage seien nicht nur die jüngsten, sich überschlagenden Ereignisse – sprich die dramatisch steigenden Infektionszahlen, die neuesten politischen Vorgaben deshalb und die Absagen der Weihnachtsmärkte rundum –, sondern vor allem, dass die Vereine, die hätten bewirten sollen, bereits von sich aus abgesagt haben, so der Hauptamtsleiter weiter, nun im Ernst. Man werde als Ersatz dem einen oder anderen angemeldeten Kunsthandwerker, der auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand gehabt hätte, anbieten, ihn auf dem Wochenmarkt unterzubringen. Schröder sieht noch etwas als kleinen Trost: Die Absage ist rund zwei Wochen vor der Veranstaltung erfolgt, es bleibe also noch Zeit – etwa bei den Bestellungen beziehungsweise also Abbestellungen –, darauf zu reagieren. Die Gemeinde habe gegenüber Standbetreibern und bewirtenden sowie auftretenden Vereinen immer kommuniziert, dass man es zwar probieren wolle, aber dass eine kurzfristige Absage möglich sei, so Schröder: „Wir haben ihnen gesagt, wenn das für euch ein Problem wäre, dann meldet euch lieber erst gar nicht.“ Diese Vorwarnung seitens der Gemeinde sei also „Geschäftsgrundlage“ gewesen.

Männergesangsverein: Es geht vor allem um den Schutz unserer Mitglieder

Einer der Vereine, die früh und von sich aus abgesagt haben, ist der Männergesangsverein 07 Leutenbach. „Uns ging es dabei vor allem um den Schutz unserer Mitglieder, die dort gearbeitet hätten“, erklärt auf Nachfrage der Vorsitzende Wolfgang Müller, „wir haben beschlossen, dann lieber gleich abzusagen, bevor wir alles planen und bestellen.“ Man habe ja die nun erfolgte endgültige Absage geradezu kommen sehen: „Eigentlich wollten wir erst bis eine Woche vorher warten, das wäre auch mit unseren Lieferanten, die wir seit langem kennen, möglich gewesen. Aber so, wie es leider dann gekommen ist, haben wir gesagt, das hat ja gar keinen Wert.“ Er verweist auf Winnenden, wo mit der 2G-plus-Regel geplant war. „Wer soll denn unter solchen Bedingungen kommen?“

Die Absage passe aber ins Bild, in den vergangenen anderthalb Jahren sei eh alles an Vereinsfesten auch ausgefallen. Sie sei nachvollziehbar, verständlich, betont Müller. „In der jetzigen Lage einen Weihnachtsmarkt durchziehen, wie soll das gehen?“ Er hat dabei Aalen vor Augen, wo der Weihnachtsmarkt nur eine Stunde vor dem Beginn abgesagt wurde: „Da lagen die Würste also schon auf dem Grill.“ Das sei für die Standbetreiber, die Vereine dort richtig bitter.

Von neun waren nur zwei dafür, es wie geplant durchzuziehen

„Wir hatten schon vorher ein schlechtes Gefühl“, räumt Angelika Böhmer, eine der Organisatorinnen des Leutenbacher Weihnachtsmarkts, ein. Sie hätten ja geglaubt, dass es mit dem anderen Standort, mit dem viel mehr Platz dort, doch gehen würde. Als sich die Unsicherheit aber immer mehr verstärkt habe, ob die Durchführung zu verantworten wäre, habe sie alle Teilnehmer nacheinander einzeln angerufen. Von den neun Standbetreibern mit Essen und Getränken seien nur zwei dafür gewesen, nicht abzusagen. Die ganz große Mehrheit war also dafür, abzusagen. Bei den Kunsthandwerkern sei die Quote derer, die es hätten durchziehen wollen, höher gewesen. Deswegen habe man ihnen nach der Absage einen Stand auf dem Löwenplatz in Verbindung mit dem Wochenmarkt angeboten, aber nur drei von 13 wären dorthin gegangen.

Organisatorin: Weihnachtsmarkt nur mit Kunsthandwerk, ohne Glühwein?

Ja, der Ausfall sei natürlich schade, sie sei sicher, dass das Geschäft auch am Ausweichstandort bei der Rems-Murr-Halle gut gelaufen wäre und der Weihnachtsmarkt auch dort hätte schön werden können, so Angelika Böhmer weiter. Aber angesichts des eingeholten Stimmungsbilds der Standbetreiber sei nichts anderes übriggeblieben, als komplett abzusagen, guten Gewissens, wie sie betont. Sie ist nämlich sicher: „Wenn ich auf einen Weihnachtsmarkt gehe, dann will ich doch dort einen Glühwein trinken und eine Wurst essen, alleine wegen des Kunsthandwerks geht doch da keiner hin.“ Natürlich sei es schade um den Aufwand, der Plan mit der Aufteilung des zur Verfügung stehenden Platzes, der Einteilung der Stände: „Da war ja alles schon fix und fertig vorbereitet.“

Verzicht in Schwaikheim stand schon Anfang des Jahres fest

In Schwaikheim dagegen war und ist schon längst alles klar. Denn der Veranstalter des dortigen Weihnachtmarkts, der Gesangverein, meldete für dieses Jahr erst gar keinen Weihnachtsmarkt bei der Gemeinde an, wie die Vorsitzende Wesna Münzing auf Nachfrage berichtet.

Die Entscheidung dazu sei schon Anfang des Jahres gefallen. Sie seien damals im Vorstand immer noch sehr vorsichtig, ja pessimistisch gewesen: „Wir hatten viel Respekt davor, ob wir als kleiner Verein das alles hinbekommen würden, diese ganzen Vorgaben mit Gelände einzäunen, Zugang kontrollieren. Uns war eigentlich von vornherein klar, dass die kommen und dass wir sie nicht einhalten würden können.“ Angesichts der Entwicklung nun sei man über die Entscheidung damals froh, die erweise sich als richtig. In Berglen ist der Weihnachtsmarkt am Glockenturm in Birkenweißbuch ebenfalls abgesagt.

Auch der Leutenbacher Weihnachtsmarkt ist abgesagt. Damit ist auch der Plan für den Ausweichstandort hinfällig. Die Veranstaltung hätte am Wochenende 4. und 5. Dezember erstmals nicht im heimeligen, zentral gelegenen Spatzenhof stattfinden sollen, sondern am Ortsrand bei der Rems-Murr-Halle, wo wesentlich mehr Platz zur Verfügung gestanden hätte.

Hauptamtsleiter Jakob Schröder bestätigt auf Anfrage die Absage. Das Gute, wenn man so wolle und es so sehen könne, sei, dass der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper