Leutenbach

Drei Keller in Weiler vollgelaufen

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Den Gullydeckel am Parkplatz Hasenäcker lupft’s, weil der Regeneinlauf überspült wurde. © Jürgen Kiesl
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Der Starkregen spülte Geröll und Schlamm ins Affalterbacher Dorf Wolfsölden.

Leutenbach. Ein wiederkehrendes Gewitter, damit verbundene Extrem-Regenfälle plus langanhaltender Regen haben am Samstagnachmittag in Weiler zum Stein und Leutenbach Straßen unter Wasser gesetzt und auch zwei bis drei Keller in Ortsrandlage Weiler zum Stein. Bürgermeister Jürgen Kiesl hat sich informiert und sagt: „Verglichen mit Wolfsölden hatten wir noch Glück.“

Über private Whatsapp-Kanäle hat Bürgermeister Kiesl das Video eines Anwohners aus dem Nachbarort erhalten: Unterhalb von dessen Haus hat sich der Weg in einen reißenden, schlammbraunen Gebirgsbach verwandelt, der ein Straßenschild abknickt und verschlingt. Das Technische Hilfswerk Ludwigsburg hat unserer Redaktion am Sonntagabend Fotos von den Aufräumarbeiten in dem Dorf, einem Teilort von Affalterbach, geschickt.

Auch wenn das Ausmaß längst nicht so verheerend war wie 2016 bei der Schlammlawine durch Braunsbach bei Schwäbisch Hall – die Matschhaufen, die in Wolfsölden weggebaggert werden mussten, sind für sich schon beeindruckend.

Gewitter löst um 14.15 Uhr den ersten Feuerwehreinsatz aus

„Die Gewitterzelle mit extremem Regen war etwa um 13.45 Uhr über Weiler zum Stein, zog dann nach Winnenden und kam wieder zurück, so dass der heftige Regen mehrere Stunden dauerte“, fasst der Leutenbacher Bürgermeister Jürgen Kiesl zusammen. Um 14.15 wurde er über den ersten Feuerwehreinsatz informiert.

Von den großen Ackerflächen spült der Regen Steine und Erde in den Ort

Am Montagvormittag haben sich die Rathausmitarbeiter ein Bild von der Lage gemacht. „So, wie es bisher aussieht, können wir dankbar sein, dass unsere Maßnahmen gegen Starkregen gefruchtet haben“, sagt Kiesl. „An unseren früheren Brennpunkten war es nicht dramatisch.“ Das Wasser rauschte die Heidenhofer Straße und die Hasenäckerstraße hinab, wo Kiesl selbst ein Handyfoto gemacht hat: Am Parkplatz lupften die Wassermassen den Gullydeckel, weil sie zuvor den Regeneinlauf überspült hatten.

„Das meiste Wasser mit Erde und teils auch Schotter wurde von den großen landwirtschaftlichen Flächen und nicht bebauten Grundstücken in den Ort gespült“, berichtet er von fünf bis zehn Meter breiten Schlammfronten. Zwei bis drei Keller seien in Weiler zum Stein vollgelaufen, ansonsten hielten sich die Schäden wohl in Grenzen.

Am Ortsausgang Leutenbach war die Kreisstraße nach Weiler zum Stein wieder überschwemmt. Michael Belstler vom Bauamt der Gemeinde berichtet, dass vor zwei Jahren das senkrecht an der Verdolung des Höllachbachs angebrachte Gitter verbessert worden ist. „Es ist nun in einem 45-Grad-Winkel aufgehängt und schiebt bei Starkregen mitgeführtes Laub und große Äste nach oben, so dass das Wasser weiter unter der Straße durchfließen kann.“

Das habe gut geklappt. Nun aber zeigte sich, dass auch an dieser Stelle zusätzlich das Wasser von den Feldern seinen Anteil an der Überflutung hatte. „Wir werden nun noch den Graben, der vom Aussiedlerhof herunterführt, verbreitern müssen“, so Bürgermeister Jürgen Kiesl über die nächste Baumaßnahme der Gemeinde.


Mehr als ein Meter hoher Geröllhaufen

  • Das Technische Hilfswerk (THW) Ludwigsburg berichtet über den Einsatz in Affalterbach-Wolfsölden.
  • „Infolge des schweren Unwetters mit Niederschlägen von bis zu 70 Litern pro Quadratmeter schafften es die im Hang verlegten Abwasserrohre am Samstag nicht mehr, die Regenmengen abzuführen. Die Wassermassen spülten schließlich die Rohre frei und suchten sich ihren eigenen Weg.“
  • „Auf dem Weg den Hang hinunter nahm das Wasser große Geröllmengen mit. Diese lagerten sich auf der Zufahrtsstraße zur örtlichen Mühle und Kläranlage ab. Teilweise lag das Geröll mehr als einen Meter hoch.“
  • THW, Feuerwehr und Gemeinde forderten gegen 17 Uhr die THW-Bergungsgruppe aus Ludwigsburg mit Beleuchtungsmaterial und die Fachgruppen „Räumen“ aus Stuttgart und Schorndorf an. Diese rückten mit einem Teleskoplader und einem Radbagger an, um die Zufahrtsstraße frei zu bekommen. Dabei wurden ein Pkw sowie die freigeschwemmten Rohre geborgen.
  • Gegen 2 Uhr morgens war die Zufahrtsstraße schließlich so weit geräumt, dass nachfließendes Wasser ungehindert und ohne weitere Gefahren über den Hof ablaufen konnte.