Leutenbach

Ein Übungsnachmittag bei der Jugendfeuerwehr

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© Gaby Schneider
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Feuerwehrwasser
Leutenbach Nellmersbach Wasserserie - hier Übung der Jugendfeuerwehr Foto Gaby Schneider © Gaby Schneider
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Feuerwehrwasser
Leutenbach Nellmersbach Wasserserie - hier Übung der Jugendfeuerwehr Foto Gaby Schneider © Gaby Schneider

Leutenbach-Nellmersbach. Schläuche werden ausgerollt, der Hydrant angeschlossen – nach nur wenigen Sekunden ist der erste Schlauchtrupp bereit. Wasser rauscht in hohem Bogen auf die Streuobstwiese. Kein Brand wird hier gelöscht. Es ist Übungsnachmittag bei der Jugendfeuerwehr.

Eine von ihnen ist Melina Menzel. Während der erste Trupp in Nellmersbach bereits löscht, sichert sie den Verkehr ab, um dann zusammen mit einem Kameraden in die Brandbekämpfung einzusteigen. Immer zu zweit wird der Schlauch gehalten. „Alleine ist der Druck zu groß“, sagt sie.

Die 16-Jährige ist bereits seit sechs Jahren bei der Jugendfeuerwehr Nellmersbach. Animiert hat sie ihr Zwillingsbruder Kevin. Bei der Übung ist er als Gruppenführer im Einsatz, hat also das Kommando über ein Einsatzfahrzeug. „Es ist eine tolle Gruppe“, schwärmt sie, „man kennt sich untereinander. Außerdem entwickelt man ein Verständnis für Technik.“ Das gefällt ihr.

Zunächst wird mit Wasser aus dem Löschfahrzeug gelöscht

Etwa 85 Prozent der Brände werden mit rund 1000 Liter Wasser gelöscht, weiß der stellvertretende Kommandant der Gesamtwehr Stefan Schneider. Dazu zählt etwa ein Zimmerbrand, ein brennender Mülleimer oder Papiercontainer. Wie viel Wasser die Feuerwehr benötigt, ist abhängig von Material und Größe des Brandes.

Während bei einem Brandfall Kameraden die Löschleitung legen und die Straße absichern, löscht ein Teil der Besatzung eines Löschfahrzeugs mit Wasser aus dem großen Tank im Auto. 1200 Liter umfasst dieser. In jedem Teilort ist solch ein Laster vorhanden.

Tanklöschfahrzeug mit 2400 Litern an Bord

Ein Tanklöschfahrzeug mit 2400 Liter an Bord steht zusätzlich im Ortsteil Leutenbach. Bei modernen Fahrzeugen füllt sich der Tank automatisch beim Einsatz. Gelöscht wird in der Regel mit Trinkwasser. Ein wertvolles Gut, mit dem verantwortungsbewusst umgegangen werden muss, betont Kommandant Jochen Weller.

Innerorts ist das Hydrantennetz gut aufgestellt. Der Abstand liegt oft nur bei 50 Metern. Ist nicht genug Löschwasser vorhanden, kann die Feuerwehr auf Gewässer wie den Buchenbach zurückgreifen, wozu sie spezielle Saugschläuche im Fahrzeug transportiert. Das dicke Löschrohr verfügt vorn über ein Schmutzsieb und ein feineres Sieb, so dass kein Dreck angesaugt wird. Das Bachwasser wird mit der Pumpe im Löschfahrzeug angezogen. „Vorsicht ist geboten“, so Weller, „Bachwasser darf sich im Fahrzeug nicht mit dem Wasser aus dem Hydranten vermischen.“

Im Heidenhof Wasser aus dem Löschteich

Eine spezielle Situation herrscht im Heidenhof, wo die Feuerwehr im Brandfall auf einen Löschteich angewiesen ist, weil die Trinkwasserleistung im Brandfall nicht ausreicht. Im Nellmersbacher Gewerbegebiet etwa musste eine Firma eine eigene Löschwasserreserve aufbauen.


Schon gewusst?

  • Ab der ersten Klasse können Kinder zu den Firekids – der jüngsten Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr. In Leutenbach gibt es die Firekids seit etwas mehr als einem Jahr. Insgesamt werden in allen drei Abteilungen rund 50 Kinder betreut, so dass zurzeit Aufnahmestopp herrscht. Die Kinder erleben an den Nachmittagen ganz unterschiedliche Dinge. Sie lernen auf spielerische Weise, wie man Wasser löscht, oder nehmen am Martinsumzug teil.
  • Zur Jugendfeuerwehr können Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren. Zurzeit nehmen in Leutenbach knapp 60 Jugendliche das Angebot wahr. Bei der Jugendfeuerwehr lernen die Mitglieder, wie man eine Löschleitung legt. Genauso werden Ausflüge unternommen oder bei einem Gruppennachmittag gemeinsam gekocht. Da auch hier die Nachfrage stetig steigt, denkt die Feuerwehr darüber nach, das Angebot mit einem zweiten Gruppennachmittag in der Woche auszubauen. Derzeit finden die Treffen alle zwei Wochen statt.
  • Mit der Jugendfeuerwehr sind die Leutenbacher auf Platz drei im Rems-Murr-Kreis, was die Anzahl der jungen Aktiven betrifft. Bei den Firekids haben sie es sogar auf Platz eins geschafft.