Leutenbach

Eine belebte Ortsmitte in Weiler zum Stein? Warum der Versuch gescheitert ist

Raiffeisenmarkt Weiler zu Stein
Den Raiffeisenmarkt zu erhalten, sieht Kiesl als „Chefsache“ an. © Gabriel Habermann

Im Neujahrsinterview, dem Ausblick von Bürgermeister Jürgen Kiesl, ist es schwerpunktmäßig um die Ortsmitten der drei Teilorte gegangen – soweit davon die Rede sein kann, also diese als solche überhaupt städtebaulich erkennbar sind oder gar als solche auch wirklich „funktionieren“.

In Leutenbach gibt es eine gewisse Anhäufung von Geschäften in kurzer Entfernung, kann damit in Verbindung mit dem Rathaus und gegenüber dem zentralen Löwenplatz samt Wochenmarkt dort, nicht zu vergessen das schön sanierte und wiedereröffnete „Lamm“, durchaus von einer Ortsmitte gesprochen werden, zumal dort auch noch eine zentrale Straßenkreuzung liegt, an der die Durchgangsstraßen zu den beiden Teilorten zusammenkommen. Die ins Auge gefasste Umgestaltung des Bereichs, die diesen auch für Radler und Fußgänger sicherer machen soll, könnte den Ortsmitte-Charakter noch verstärken.

In Nellmersbach zeichnet sich ab, dass es zumindest was damit werden könnte, es Bestrebungen dafür gibt, sehr weitreichende, wenn sie sich denn verwirklichen lassen. Bei der Frage, was damit denn in Weiler zum Stein ist, schnauft Kiesl erst mal durch. Die Überlegung, was er darauf antworten kann, soll, ist ihm geradezu anzusehen. Aber er weicht nicht aus, versucht erst gar nicht, sich rauszuwinden. Es gab dort mal bekanntlich einen Versuch – und bei dem ist es geblieben, wobei das beileibe nicht Kiesls oder nur der Gemeinde Schuld ist. Er räumt eigentlich ohne Zögern ein, dass es letztlich nicht gelungen ist, dort eine belebte Mitte zu schaffen. An sich seien der Platz dafür, an der Stuttgarter Straße, und die Idee ja durchaus gut gewesen, so der Bürgermeister, auf die Umgebung Schlecker-Filiale, Metzger samt Gaststätte, Bäcker verweisend.

Aber mit der Aufgabe der Filiale sei es eben anders gekommen, das habe dem Ganzen letztlich das Genick gebrochen, so Kiesl. Noch fehle aber auch ihm eine zündende Idee für einen neuen Anlauf, den auch die Hanglage und die geteilte Struktur des Teilorts (mit altem Ortskern und Neubaugebieten auf der anderen Seite des Buchenbachs) erschwerten. Auch den „Netto“-Markt am Rand erwähnt Kiesl in diesem Zusammenhang, so wichtig der für den Ort sei, sowohl was die Versorgung vor Ort angehe als auch für die Begegnung von Einwohnern.

Der Bürgermeister sieht aber für den Ort sehr wohl eine Alternative, nämlich die „gelebte“ Ortsmitte sei eigentlich das Sportgelände Brühl, in Verbindung mit den „Perlen“ Raiffeisenmarkt, der ja ein „halbes Kaufhaus“ sei, und Biergarten am anderen Ende. Überhaupt sei der Raiffeisenmarkt nicht nur für den Ort wichtig, sondern ein Anziehungspunkt für die ganze Gemeinde. Dessen Erhalt, sollte die Besitzerin Volksbank auf „andere Gedanken“ kommen, werde er zur „Chefsache“ machen.

Kiesl verweist auch darauf, dass am Schulberg, im alten Weilermer Ortskern, 2020 die erste Leutenbacher Kulturnacht hätte stattfinden sollen, sie ist wegen Corona verschoben, solle auf jeden Fall nachgeholt werden, verspricht Kiesl. „Das Konzept dafür liegt fertig in der Schublade.“ Für dieses Event sei dieser Bereich im Ort geradezu perfekt.

Im Neujahrsinterview, dem Ausblick von Bürgermeister Jürgen Kiesl, ist es schwerpunktmäßig um die Ortsmitten der drei Teilorte gegangen – soweit davon die Rede sein kann, also diese als solche überhaupt städtebaulich erkennbar sind oder gar als solche auch wirklich „funktionieren“.

In Leutenbach gibt es eine gewisse Anhäufung von Geschäften in kurzer Entfernung, kann damit in Verbindung mit dem Rathaus und gegenüber dem zentralen Löwenplatz samt Wochenmarkt dort, nicht zu vergessen

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