Leutenbach

Faschingsumzug in Nellmersbach

1/2
Nellmersbachfasching
Schaurige Gestalt, aber weicher Kern. © Schneider / ZVW
2/2
_1
Bei den Firekids hatte jeder sein eigenes Einsatzfahrzeug dabei

Leutenbach. Bilderbuchwetter hat beim Nellmersbacher Umzug geherrscht. Wenn der Eindruck nicht täuscht, ließen sich bei zwar empfindlich kühlen Temperaturen, aber strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel mehr Zaungäste an den Straßenrand locken als in den Jahren zuvor.

Mit rund zehn Gruppen war zwar der Lindwurm, der sich durch den Flecken zog, deutlich kürzer als noch vor einigen Jahren, aber wie sagen die unermüdlichen Gastgeber, die Geesmusiker, dazu: „Wir sind im Wiederaufbau“.

Die Ingersheimer Hol’male waren da, die Kelterhexen aus Aldingen, die Narren aus Auenwald, die verrückten Hühner aus Althütte natürlich ebenfalls wieder mal zur Stelle, und für die Stimmungsmusik sorgten vor allem natürlich die Gees in voller Formation selbst.

Einheimische Kindergärten und stolze Firekids

Auch die einheimischen Kindergärten zogen wieder mit einer Gruppe durch die Bahnhofstraße, die Mädchengarde der Gees, aber vor allem, stolzgeschwellt, die Firekids, der Nachwuchs der Feuerwehr. Jeder hatte sein eigenes Fahrzeug dabei, als Bauchbinde, davon können die Aktiven der Wehr nur träumen. Die bringen es nämlich nur auf zwei Autos beim Umzug, die Vor- und die Nachhut nämlich. Den traditionellen Schlachtruf, das „Nellme Awa!!!“, übte der Nachwuchs noch eifrig, ehe es nach dem silvesterartigen Böllerknall als Startschuss losging.

Viele Zuschauer am Straßenrand, aber viele auch wegen der winterlichen Witterung doch mit den Händen fest in den Hosen- oder Jackentaschen, und das trotz geballter Konfetti-, Bonbon- und Charmeoffensive der Narren. Es wird wohl noch ein langer Weg (zurück) zur Nellmersbacher Straßenfasnet.

Konfettiregen sorgt für vorgezogene Kehrwoche

Immerhin ab der Einmündung des Bruckwiesenwegs und bis zum scharfen Eck waren die Reihen einigermaßen dicht. Sehr viele kostümierte Kinder nahmen den Umzug als Aufgalopp zum anschließenden Hallenfasching. Zauberhafte Prinzessinnen ließen sich von wüsten Maskengesellen wenig schrecken, Schwertkämpfer stellten sich den grusligen Gestalten, die da kamen, tollkühn in den Weg. Die Taverne nebenan versorgte den harten Kern der Faschingsgänger beim Vorglühen. Der Bonbon- und Konfettiregen machte so manchem Anwohner Sorgen. Sie werden wohl die Kehrwoche vorziehen müssen.

Begleitet wurde der Umzug von einem Schwarm von Jungs und Mädels, die es geradezu darauf anlegten, immer wieder mal von den Hexen und sonstigen Gruselgestalten geschnappt und so richtig mal zerzaust oder durchgeschüttelt zu werden. Noch selten hörte sich ein Kreischen so wenig glaubwürdig entsetzt an. So manche(r) musste ein Stück anschließend barfuß zurücklegen. Strafe muss sein. Wohlverdient war sie außerdem.