Leutenbach

Flüchtlingsunterkunft an der Ziegeleistraße wird gebaut

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Die neue Unterkunft wird ein Stockwerk mehr haben und auch eine etwas größere Grundfläche. © Modus Systembau

Leutenbach. An die Stelle der mittlerweile abgerissenen Flüchtlingsunterkunft an der Ziegeleistraße kommt ein neues Asylbewerberheim. Den entsprechenden Baubeschluss hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gefasst.

Der Gemeinderat hat den Auftrag dafür an die Firma Modus aus Welzheim vergeben. Das neue Gebäude wird ein Systembau, wird ein Geschoss mehr als das bisherige haben, also drei, und auch eine etwas größere Grundfläche aufweisen. Die vorhandene Bodenplatte bleibt erhalten, wird aus statischen Gründen verstärkt und entsprechend erweitert. Den Auftrag für die Arbeiten an ihr erhält die einheimische Firma Baumann. Sie soll nach den Handwerkerferien im September beginnen. Das Gebäude soll bis Ende des Jahres bezugsfertig sein. Danach geht es an die Außenanlagen (Pkw-Stellplätze, Zugang zu Fahrradstellplätzen, Aufstellplätze für die Mülltonnen).

Gemeinde ist in der Pflicht, über 100 Personen aufzunehmen

Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass Leutenbach in der sogenannten Anschlussunterbringung, für die die Gemeinde zuständig ist, zurückliegend für 2016 und in diesem Jahr noch 113 Personen aufnehmen muss. Für 2018 hat sie noch keine Zahl aus dem Landratsamt, sie geht aber von einer „wesentlichen Zahl“ aus, unter anderem wegen des Familiennachzugs Einen Teil der Flüchtlinge wird die Gemeinde in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem nahen Kärcher-Areal, für die der Landkreis zuständig ist, unterbringen können, sie wird dort Räume für die nächsten vier Jahre anmieten.

Preis in Leutenbach "sehr günstig"

Bürgermeister Jürgen Kiesl betonte im Gemeinderat, dass mit dem Angebotspreis von Modus in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro Wohnraum für rund 70 Personen geschaffen wird. Wenn man die Zahlen aus der Umgebung vergleiche, würden dort für ein Gebäude in dieser Größe anderthalb bis zwei Millionen Euro fällig. Der Preis in Leutenbach sei also sehr günstig.

Claus Lämmle, FWG, riet, die Nachbarn darauf hinzuweisen, dass sie ab Oktober die Chance hätten, ihre Bäume zu fällen. Stehe der Neubau, werde die Chance erst in Jahrzehnten wiederkehren.

Kritik an Außentreppen

Renate Flemming, SPD, kritisierte die geplanten Außentreppen. Deren Nutzung sei bei schlechtem Wetter unzumutbar, weil gefährlich (Glätte bei Regen, Matsch, Schnee), nicht zuletzt für Familien mit Kindern. Das Gebäude gebe es in ganz ähnlicher Ausführung in Weissach, und es funktioniere dort, hielt Bürgermeister Jürgen Kiesl entgegen. Flemming stimmte gleichwohl schließlich mit „Nein“.