Leutenbach

Junge mit Down-Syndrom kocht mit Promi-Sterneköchin

Weiler zum Stein Down-Syndrom Kochen Kochbuch Sterneköchin_0
Paniertes Schnitzel und Kartoffelbrei haben Benjamin und Lea Linster bei ihr im Sternerestaurant zusammen gekocht. © Martin Lühning

Leutenbach. Ein Junge mit Down-Syndrom aus Weiler zum Stein und eine prominente Sterneköchin aus Luxemburg, wie kommen die zusammen? Durch den Stuttgarter Selbsthilfeverein „46Plus“ und sein Buchprojekt „#46plus kocht – voll lecker“. Benjamin Lühning und Lea Linster haben zusammen paniertes Schnitzel mit Kartoffelbrei zubereitet.

Benjamin wurde 2008 geboren, mit der Genveränderung. Sie hätten es vorher nicht gewusst, dass ihr Sohn „mit einem gewissen Extra kommt. Wir haben es erst im Kreißsaal erfahren“, so Martin Lühning. Benjamin wurde allerdings, weil es Probleme gab, umgehend aus der St.-Anna-Klinik in Bad Cannstatt nach Waiblingen verlegt.

Der „Hausfrauenverein“ war als erste Anlaufstelle sehr wichtig

Die Familie wohnte damals in Bittenfeld. Wichtig sei es da für betroffene Eltern, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, „die einem dabei hilft, was da alles auf einen zukommt“. Das war und ist immer noch „46 Plus“, ein „Hausfrauenverein“, so Lühning schmunzelnd, das er aber keineswegs verächtlich meint, im Gegenteil. Dieser Zusammenschluss betroffener Eltern, in den sie kurz nach Benjamins Geburt eingetreten sind, habe sich zum Ziel gesetzt, „dass Inklusion Realität wird“. Und da habe sich seither in der Tat vieles in Richtung Teilhabe an der Gesellschaft, Leben in der Gemeinschaft verbessert. „Früher bedeutete die Diagnose Down-Syndrom einfach nur: ganz, ganz schlimm.“

Bereits im zweiten Band der Buchserie „Außergewöhnlich“, in der die freie Autorin und Fotografin Conny Wenk Kinder mit Down-Syndrom mit ihren Eltern und Geschwistern porträtierte, waren Benjamin und seine Familie drin. 2007 und 2013 hatte Conny Wenk für den Kalender des Vereins Kinder mit Down-Syndrom und Promis fotografiert. Im vergangenen Jahr bestand der Verein seit 15 Jahren und es sollte zu diesem Anlass aber nicht noch ein weiterer Kalender aufgelegt werden, sondern die Idee war ein „inklusives“ Kochbuch, das, so Lühning, ein „bisschen anders“ sein sollte: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, alle mit Down-Syndrom, kochen zusammen mit bekannten Fernseh- und Sterneköchen. „Gedanke dahinter war, die Promis als Vehikel zu nutzen, um das Thema so in eine breitere Öffentlichkeit zu bringen.“

Die ließen sich tatsächlich vor den Karren spannen, und das Buch wurde schließlich im Stuttgarter Rathaus und auch bei der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Als am „World Down Syndrome Day“ die Buchhandlung Wittwer 50 Exemplare auslegte, waren die binnen eines halben Tages vergriffen, berichtet Lühning. Der Nachwuchs sagte im Vorfeld, was er gerne isst, und die Köche wählten aus ihm ihre jeweiligen Partner aus. Lühning fuhr mit Benjamin zu Lea Linster nach Luxemburg, wo die beiden zusammen deren Küche zwei Stunden lang für Benjamins Leibspeise Schnitzel mit Kartoffelbrei auf den Kopf stellten, erinnert sich der Vater gerührt.


Leutenbach. Ein Junge mit Down-Syndrom aus Weiler zum Stein und eine prominente Sterneköchin aus Luxemburg, wie kommen die zusammen? Durch den Stuttgarter Selbsthilfeverein „46Plus“ und sein Buchprojekt „#46plus kocht – voll lecker“. Benjamin Lühning und Lea Linster haben zusammen paniertes Schnitzel mit Kartoffelbrei zubereitet.

Benjamin wurde 2008 geboren, mit der Genveränderung. Sie hätten es vorher nicht gewusst, dass ihr Sohn „mit einem

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