Leutenbach

Kiesl und der Fassanstich: Warum klappt das nicht?

Hocketse im Spatzenhof - Bild 53_0
Panne beim Faßanstich und tolle Stimmung bei der Leutenbacher Hocketse. © Benjamin Beytekin

Leutenbach. Er hat es wieder getan. Der Leutenbacher Bürgermeister hat beim Fassanstich zur offiziellen Eröffnung der Hocketse erneut den Spatzenhof geflutet. Höchste Zeit also, Kiesl mal über seine notorischen Missgeschicke zu befragen.

Video: Bürgermeister Jürgen Kiesl beim Fassanstich 2016 und 2017...und keiner weiß, warum das nicht klappt.

Machen Sie das eigentlich mit Absicht?

Das beantworte ich, wenn ich mal im Ruhestand bin. Aber nein, im Ernst: Also, sagen wir mal so, ich nehme es zumindest billigend in Kauf, dass etwas kaputtgeht. Sonst würde ich ja erst gar nicht ein Echtholzfass nehmen. Aber ich war selbst überrascht, dass ich den Dichtring zerschlagen habe, das ist mir jetzt zum zweiten Mal passiert. Der Hahn war ja schon drin. Es war halt mindestens ein Schlag zu viel.

Sind Sie handwerklich geschickt?

(Überlegt kurz). Also in meinem Familien- und Bekanntenkreis sagt man mir das schon nach. Ich hab’ mal als 19-Jähriger selbst einen Verstärker im Auto eingebaut, nur war am nächsten Morgen das Auto aufgebrochen und der Verstärker weg. Schränke aufbauen kann ich in Akkordzeit. Nicht so gut bin ich, wenn Geduld gefragt ist, zum Beispiel Tapezieren ist nicht meine Stärke. Und als Uhrmacher wäre ich völlig fehl am Platz.

Was sagen Sie dazu, dass mittlerweile Festbesucher extra kommen, in der Erwartung oder sogar Hoffnung, dass beim Fassanstich wieder mal was schiefgeht?

Also, meine Rede ist ja schon darauf abgestellt, ich bin vorbereitet. Aber der Fassanstich macht mir wirklich Spaß. Früher, als ich kein echtes Fass genommen habe, war der Spatzenhof um die Zeit nur halbvoll. Dann habe ich aber gesagt, ich mach’s jetzt wie früher der Rommel (Stuttgarter OB), mit vollem Risiko und auf der Bühne, nicht mehr unten davor. Jetzt ist der Spatzenhof voll, es ist wie ein Volksfest. Ich trainiere das ja auch nie. Schade ist halt, dass das Bier flöten geht, das tut mir als Schwabe richtig weh. Und schade ist auch, dass ich jetzt wieder ein Jahr warten muss.