Leutenbach

Leutenbacher Hocketse fällt wegen Corona aus

Hocketse Leutenbach Spatzenhof
Trinken, essen, schwätzen, gucken: Das wird es in diesem Jahr im Spatzenhof nicht geben. © Benjamin Büttner

Zu erwarten ist es bereits seit längerem gewesen, nun ist es aber offiziell: Die Hocketse fällt 2020 wegen Corona aus. Sie wird damit auch nicht auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben. Bürgermeister Jürgen Kiesl hat die Absage in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verkündet. Aus dem Gremium heraus gab es dazu keinen Widerspruch. Kein Bürgervertreter äußerte dazu eine andere Meinung, es gab auch keine Aussprache oder Abstimmung. Das Thema war auch kein eigener Tagesordnungspunkt, sondern lief unter „Bekanntgaben“.

Bürgermeister holte vorher Stimmungsbild bei den Vereinen ein

Kiesl führte aus, dass er das nicht alleine habe bestimmen wollen, sondern sich zuerst ein Stimmungsbild bei den teilnehmenden Vereinen eingeholt hatte, um nicht über deren Köpfe hinweg zu entscheiden. Es sei dabei aber von vornherein ja klar gewesen, dass die Hocketse wenn überhaupt nicht zum gewohnten Termin – dem letzten Wochenende vor dem Beginn der Sommerferien – würde stattfinden können. „Wegen des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens 31. August wäre das also auf gar keinen Fall gegangen.“ Er habe die betreffenden Vereine gefragt, ob sie sich die Hocketse auch im September oder Oktober vorstellen können. Wobei diese Frage eher theoretisch gewesen sei, denn es sei nicht zu erwarten, dass es bis dahin einen Impfstoff geben werde, was die Voraussetzung für solche Veranstaltungen wäre.

Zwei Vereine hätten gemeint, eine Verschiebung sei aus ihrer Sicht durchaus machbar, berichtete Kiesl. Alle anderen hätten klar „Nein“ dazu gesagt, auf die Unsicherheit verwiesen, ob die Hocketse dann auch wirklich stattfinden kann, sowie auf den Vorlauf (Bestellungen), den sie dafür brauchen. Seine Schlussfolgerung daraus sei, die Hocketse nun endgültig abzusagen, so Kiesl.

Was passiert mit den 30 000 Euro, die die Gemeinde damit einspart?

Vereine hätten allerdings auch nachgefragt, was denn bei einer Absage der Hocketse mit dem Geld passiere, das die Gemeinde selbst dadurch einspart, berichtete Kiesl dem Gemeinderat. Diese Frage sei durchaus berechtigt, es gehe hier immerhin um rund 30 000 Euro. Für die Vereine bedeute die Absage schließlich den Verlust eines großen Brockens ihrer gesamten Jahreseinnahmen.

Für die Anregung von ihrer Seite, die Gemeinde solle den eingesparten Posten an die betroffenen Vereine verteilen, um deren Verlust etwas auszugleichen, habe er zwar Verständnis, sehe dabei aber auch ein Problem. Es gebe schließlich auch Feste in der Gemeinde, die von Vereinen selbst organisiert und gestemmt werden. Diese trügen damit das finanzielle Risiko alleine. Die hätten also, wenn man das Geld nur an die an der Hocketse beteiligten Vereine verteile, nichts davon und könnten sich benachteiligt fühlen. Auch diese Vereine hätten durch Corona ja Einnahmeausfälle zu befürchten.

Dieses Dilemma solle noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt überdacht und in aller Ruhe nach einer für alle akzeptablen Lösung gesucht werden, schlug Kiesl vor. Aus seiner Sicht sei es denkbar, mit den 30 000 Euro gezielt Jugendarbeit der Vereine zu fördern.