Leutenbach

Leutenbacher Hocketse: Sonne leider kein Dauergast  

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Hocketse Leutenbach Spatzenhof
Ehe der Regen kam. © ZVW/Benjamin Büttner
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Hocketse Leutenbach Spatzenhof
Auftritt des Musikvereins Leutenbach. © ZVW/Benjamin Büttner
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Hocketse Leutenbach Spatzenhof
Es ist angerichtet. © ZVW/Benjamin Büttner
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© ZVW/Benjamin Büttner

Leutenbach. „Wir brauchen dringend Regen, sowohl in den Wiesen und Wäldern wie auch auf den Feldern. Was wir aber nicht brauchen, sind Sturm und Starkregen, die uns die Hocketse verhageln“, sinnierte am Samstagabend Ingolf Luckert bei der Hocketse. Er war dafür verantwortlich, dass am Stand der Feuerwehr „alles reibungslos abläuft und unser Helferteam bei guter Laune bleibt“.

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Nachdem bereits der Freitag alles andere als zufriedenstellend verlaufen war, hoffte Luckert, dass wenigstens den Samstag über das Wetter hielt und die Festbesucher den von seinem Bruder Andreas - „heute der Mann, der für den Feinstaub verantwortlich ist“ - über dem Holzfeuer zubereiteten Schaukelbraten fleißig zusprachen. Schließlich sollte auch der Kassier gut gelaunt aus der Hocketse herausgehen. Natürlich erhoffte sich Luckert auch für alle anderen Vereine zahlreiche hungrige, durstige und gut gelaunte Besucher an ihren Ständen.

Dabei hatte das Fest am Samstag vielversprechend begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein lockte ab 16 Uhr das Akkordeonorchester Leutenbach mit seinen beschwingten Melodien Besucher in den Spatzenhof und in die Bachstraße. Mit „Look at the bright Side of Life“, der bekannten Empfehlung von Monty Pythons, verabschiedete sich das Orchester.

Verlockende Düfte zogen derweil über das Festgelände. Vor der Volksbankfiliale genoss unter dem Sonnensegel eine Gruppe munterer Senioren ihr Hähnchengyros und hechelte munter das Dorf- und Weltgeschehen durch, während sich vor der Torwand nebenan Grüppchen von Vätern und Söhnen bildeten und das Leder gegen die Sperrholzplatte bollerte oder gegen den Bauzaun schepperte. Die Attraktion bei den Kleinen war die Spritzwand der Jugendfeuerwehr Weiler zum Stein, dort konnten sie ihre Geschicklichkeit beim Umgang mit dem Strahlrohr beweisen.

Gegenüber, am Stand der Rockinitiative, breiteten sich über Lautsprecher dezent hämmernde Bässe aus, vor und hinter der Theke herrschte reger Betrieb. Kein Wunder, so der ehemalige Vorsitzende Oliver Idler, schließlich gebe es hier eine riesige Auswahl an Cocktails. „Wir sind hier etwa fünfzehn Personen ehrenamtlich im Einsatz, um die Festbesucher mit Essen, Trinken, guter Laune und Musik zu verwöhnen“, erklärte Silke Siegle. „Uns alle eint der Bock auf Rock“, ergänzte Idler, um sich mit Siegle in eine Diskussion zu vertiefen, ob die Rockinitiative nun 1993 oder 1996 gegründet wurde und ihr erstes Konzert organisierte.

„Bésame mucho“ von „Judy in the Sky“ interpretiert

Die Biertischgarnituren füllten sich allmählich: junge Familien mit Kindern und oftmals Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder mit dem Enkelkind an der Hand. Auf der Bühne im Spatzenhof übernahm „Judy in the Sky“ die Regie, die fünfköpfige Gastband aus Dunabogdány. Sie startete ihren Vortrag mit Consuelo Velázquez Standardtitel „Bésame mucho“ und begeisterte auf den Spuren von Elvis, Little Richards und Fats Dominos mit ihrer donauschwäbischen Interpretation von Rocktiteln. „Jetzt gilt es, schnell zu essen und noch schneller zu trinken“, erläuterte ein Besucher, über seine gegrillte Haxe gebeugt, „wer weiß, was da noch für ein Wetter kommt, über Winnenden zieht es schon ganz gewaltig zu.“

Am Nebentisch erzählte ein Ehepaar, es sei lediglich für zwei Stunden in den Spatzenhof gekommen, um etwas zu essen. Sie hätten schon ihren Camper beladen und würden nachher zum „Leuchtenden Weinberg“ nach Weinstadt rüberfahren. Den Camper würden sie wie schon seit Jahren an einem geschickten Platz abstellen und vom Tal aus das Spektakel genießen – und damit dort den Eintritt sparen.