Leutenbach

Ohne Parkscheibe hagelt’s Knöllchen

Strafzettel Leutenbach_0
© Danny Galm

Leutenbach. Parken ohne Parkscheibe, unerlaubtes Plakatieren oder öffentliches Urinieren – 413 Verkehrsordnungswidrigkeiten hat Sylwia Zajaczkowska-Schmitt zwischen September 2016 und Juni 2017 festgehalten. Nicht immer verteilt sie sofort einen Bußgeldbescheid. Manchmal drückt sie ein Auge zu und belässt es bei einer Verwarnung.

In Leutenbach gibt es gleich mehrere Problemfelder: Die Freizeitanlage Dalmenhölzle, für deren Nutzung man sich vorher anmelden muss, ist beispielsweise eines davon. Die Anlage wird immer wieder zum Mülllager, gelegentlich wird dort sogar bewusst Müll entsorgt. Die Sportanlagen (vor allem in Weiler zum Stein) werden auch außerhalb der Nutzungszeiten bespielt, weshalb es immer wieder zu Lärmbeschwerden kommt.

Ärger gibt es auch in den Neubaugebieten, wo es eng zugeht. Wenn dann noch jemand sein Auto am Fahrzeugrand abstellt oder gar vor einem Hauseingang parkt, herrscht dicke Luft. Hinzu kommt, dass immer weniger Bürger bereit sind, einen Fußweg zwischen Auto und Haustür zurückzulegen. Der Parkdruck nimmt zu, was zu Konflikten führt.

Lerneffekte sind oft nur von kurzer Dauer

Etwa zwei bis drei Verwarnungen erteilt die Gemeindevollzugsbedienstete pro Arbeitstag, erklärte Hauptamtsleiter Jakob Schröder, der dem Gemeinderat den Bericht der Ordnungshüterin vorgetragen hatte. „Wir hoffen auf Verständnis und die Belehrbarkeit der Bürger“, so Schröder, weshalb Zajaczkowska-Schmitt gelegentlich nur einen gelben Zettel sozusagen als Denkzettel verteilt.

Grundsätzlich soll mit einem Strafzettel ein gewisser Lerneffekt erzielt werden. Kein Interesse bestehe, so Schröder, dass durch Bußgelder die Gemeindefinanzen verbessert werden. Oft sind Lerneffekte aber nur von kurzer Dauer, nur dort, wo die Ordnungshüterin regelmäßig unterwegs ist, gibt es auch nichts mehr zu beanstanden. Generell sei es aber so, so Schröder, dass die Zahl der Verstöße zunehme.

Abgestellte Anhänger sorgen für Ärger

Was zwar immer wieder registriert wird, aber schlecht nachzuweisen ist, ist das Abstellen eines Anhängers auf der Straße. Der darf dort nur zwei Wochen lang stehen, dann muss er weg. Oder der Halter bekommt einen Strafzettel in Höhe von 20 Euro. Allerdings reiche ein leichtes Versetzen aus, so dass die Frist von vorne beginnt.

Sylwia Zajaczkowska-Schmitt hat aber noch mehr Aufgaben inne, beispielsweise im Sinne des Feldschutzes oder im Veterinärwesen, was Vorschriften zum Tierschutz betrifft oder Maßnahmen gegenüber herrenlosen Tieren. Ab und zu wird sie auch zu Nachbarschaftsstreitigkeiten gerufen, die eigentlich privatrechtlicher Natur sind.

Das Bußgeld variiert je nach Dauer

Beklagt wurde in der Vergangenheit auch, wenn Bürger ihre Garage anderweitig und nicht als Parkplatz nutzen, was aber rechtlich nicht zu ahnden ist.

Ohne Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe erhält der Fahrzeughalter einen Strafzettel. Je nach Dauer variiert das Bußgeld. Wer seinen Wohnwagen oder Anhänger auf einem Parkplatz abstellt, der nur für Autos ausgewiesen ist, erhält auch einen. 31-mal kam das zwischen September 16 und Juni 17 vor.


Seit September 2016

  • Sylwia Zajaczkowska-Schmitt ist seit September 2016 bei der Gemeinde Leutenbach als Gemeindevollzugsbedienstete beschäftigt. Sie ersetzte Peter Weichhold, der auf 450 Euro beschäftigt war. Die Stelle von Zajaczkowska-Schmitt wurde mit einem Umfang von 50 Prozent zu Beginn des Jahres neu geschaffen.