Leutenbach

Pläne für Nellmersbach: Ein Mehrgenerationenhaus, wo aktuell der Kunstrasen ist?

Luftbild: Mahdäcker III; Leutenbach-Nellmersbach, 23.06.2022.
Was tut sich in Nellmersbach? Dass der Kunstrasenplatz auf die andere Seite des Rasenplatzes verlegt werden soll, eröffnet neue Chancen. © Benjamin Beytekin

Die Gemeinde will, wie zuvor in Weiler zum Stein (Ortsmitte) und in Leutenbach (Nellmersbacher Straße), nun auch in Nellmersbach ein Sanierungsgebiet. Dazu beantragt sie die Aufnahme ins Förderprogramm des Landes, um daraus Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen zu bekommen, sowohl ihrerseits als auch für private.

Das Ziel lautet gleich wie schon zuvor in den anderen beiden Teilorten: „Entwicklung einer lebendigen, zukunftsfähigen Ortsmitte“, in Weiler zum Stein hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt, in Leutenbach ist man auf dem Weg, wobei durch den Ladenbestand dort und das nahe Rathaus die Voraussetzungen eh besser waren und durch den Löwenplatz samt neuem „Lamm“ noch besser geworden sind.

Noch nicht festgelegt ist die Abgrenzung des Gebiets in Nellmersbach, wo es also für Sanierungen Fördermittel geben soll. Es gibt dazu einen ersten Entwurf der Verwaltung. Dazu wurde der Bestand erhoben und festgestellt, dass es im Ortskern einige ältere Gebäude gibt, die „einen hohen Sanierungsbedarf haben“, wie es die Verwaltung milde formuliert. Es gibt zudem Bereiche, denen eine städtebauliche Aufwertung nicht schaden würde, um auch das freundlich auszudrücken.

Wobei die Verwaltung hier durchaus konkret wird, nämlich die Weilerstraße, zwei alte Hofstellen an der Erbstetter Straße sowie den Kreuzungsbereich Leutenbacher Straße/Bahnhofstraße/Weilerstraße aufzählt. Der im Volksmund nicht umsonst „Scharfes Eck“ heißt und der im Rahmen des Sanierungsgebiets durch einen Umbau entschärft werden könnte. Auch den Rückbau der Verdolung des Brücklesbachs entlang der öffentlichen Flächen und eine Renaturierung des Bachlaufs hält die Verwaltung im Zuge des Sanierungsgebiets für möglich.

Sie bringt außerdem die Idee eines „Mehrgenerationenhauses“, neben der Halle, ins Spiel, eine Chance, die sich auftun könnte durch die ins Auge gefasste Verlegung des Kunstrasenplatzes und den damit freiwerdenden Platz am bisherigen Standort. Wobei das nicht im Sinne von Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach gemeint sei, sondern im Sinne eines (öffentlichen) „Bürgerhauses“, erklärte Bürgermeister Jürgen Kiesl in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dort könnten verschiedene Nutzungen vereint werden.

Schule wird weitere Räume wegen der Ganztagsbetreuung brauchen

Die Verwaltung verweist dazu darauf hin, dass die angrenzende Grundschule durch die Einführung der verbindlichen Ganztagsbetreuung in absehbarer Zeit voraussichtlich zusätzliche Räume brauchen wird. Dass wegen der Erweiterung der Feuerwehr in der Begegnungsstätte an der Leutenbacher Straße der dortige, bisherige Bürgersaal nicht mehr zu Verfügung stehen wird, ein Ersatz/Nachfolger im „Mehrgenerationenhaus“ ebenfalls denkbar wäre. Dass bislang für die Ortsbücherei an der Bahnhofstraße Räume in einem schlechten energetischen Zustand angemietet sind. Dass Vereine zusätzlichen Raumbedarf angemeldet haben.

In den Zusammenhang mit der freiwerdenden Fläche gehört auch die Überlegung, den (betagten) Kindergarten Schwalbenweg auf das Areal zu verlagern, also neu zu bauen und auf der damit frei werdenden Fläche an seinem bisherigen Standort Platz für neue Wohnungen zu bekommen. Anstatt also Geld in die Sanierung des bisherigen Kindergartengebäudes zu stecken. Auch von einem „Bürgerplatz“ ist die Rede.

Fördermittel sind möglich, um die Halle energetisch zu sanieren

Sanierungsgebiet könnte auch heißen, die angrenzende Mehrzweckhalle mit Hilfe von Fördermitteln energetisch zu sanieren, die Verwaltung sieht dafür einen hohen Bedarf. Das Gleiche gilt, wenn es keinen Neubau auf dem bisherigen Kunstrasenplatzareal geben sollte, für das Kindergartengebäude, die Begegnungsstätte, die Grundschule (wobei es dort eine andere Förderung gäbe, also kein Geld aus dem Sanierungsprogramm) sowie die Sanierung zweier gemeindeeigener Gebäude an der Straße Am Brücklesbach und an der Weilerstraße. Auch der Abbruch des Gebäudes Bahnhofstraße 4, gefolgt von einem Wohn- und Geschäftshaus-Neubau mit Ladennutzungen im Erdgeschoss, „steht im Raum“, ebenso weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.

All dies fließt als Konzept, „Paket“, ein in den Förderantrag, als Ideensammlung, für das, was dort vorstellbar, möglich ist, und für das, was gemacht werden sollte. Nach der in der Sitzung erfolgten Zustimmung des Gemeinderats, die Aufnahme ins Programm zu beantragen, könnten, wenn der Antrag erfolgreich ist, laut Verwaltung die Gebietsabgrenzung und die Satzung Mitte kommenden Jahres beschlossen werden. Der Gemeinderat hat außerdem zugestimmt, ein Lärmschutzgutachten zu beauftragen, zusätzlich zu bereits laufenden Untersuchungen.

Eine Frage, die sich bei einem Sanierungsgebiet immer stellt, auch hier: Warum wird es nicht anders, weiter gezogen, im Falle Nellmersbach also zum Beispiel bis zum Bahnhof – verbunden mit der Hoffnung oder Erwartung, dass dessen Umfeld auch aufgewertet werden könnte, ja sollte, weil dort so manches im Argen liege. Das sei für den weiteren Verlauf der Wiesentalstraße, also im Abschnitt bis zum Bahnhof, geprüft worden, so Bauamtsleiter Johannes Kocher. Dort gebe es aber schon einige sanierte Gebäude. Möglicherweise müssten deren Eigentümer bei einer Einbeziehung einen Ausgleich für den Wertzuwachs zahlen, wenn nämlich die betreffenden Grundstücke so einen Wertzuwachs erfahren (Bodenwert).

Kocher verwies auch darauf, dass, wenn das Areal des Kindergartens Schwalbenweg im Sanierungsgebiet liegen, dieser abgerissen und die Gemeinde das Grundstück verkaufen würde (für eine Wohnbebauung), sie den Erlös daraus bei der Förderung angerechnet bekommen, diese also geringer ausfallen würde: „Das wäre in diesem Fall wohl erheblich weniger.“

Es wird auch ein Lärmgutachten geben

Zum Thema Verlegung des Kunstrasenplatzes (jenseits des Rasenplatzes) und (geplante) Erweiterung des Gewerbegebiets (wogegen sich Anwohner bereits formiert haben) erläuterte Kocher, dass in das Lärmgutachten Erfahrungswerte und Berechnungen einfließen werden, also keine Ergebnisse von ein- oder mehrmaligen Lärmmessungen vor Ort. Zur „Gesamtbetrachtung“ gehörten auch die Lärmauswirkungen vom Sportplatz, wenn es um die Frage des erforderlichen Abstands zur Wohnbebauung und möglicherweise erforderliche Lärmschutzmaßnahmen gehe und dort der Kunstrasenplatz (zwischen die Gewerbegebiet-Erweiterungsfläche und die bestehende Wohnbebauung) „hinzukomme“.

Die Gemeinde will, wie zuvor in Weiler zum Stein (Ortsmitte) und in Leutenbach (Nellmersbacher Straße), nun auch in Nellmersbach ein Sanierungsgebiet. Dazu beantragt sie die Aufnahme ins Förderprogramm des Landes, um daraus Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen zu bekommen, sowohl ihrerseits als auch für private.

Das Ziel lautet gleich wie schon zuvor in den anderen beiden Teilorten: „Entwicklung einer lebendigen, zukunftsfähigen Ortsmitte“, in Weiler zum Stein hat sich diese Hoffnung

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