Leutenbach

Seit 200 Jahren die erste Weinlese in Weiler zum Stein

Weinlese_0
Robin Wagner mit reifen Spätburgundertrauben in Weiler zum Stein. © ZVW/Alexandra Palmizi

Leutenbach. Es war am Samstag ein historischer Augenblick im Weingut Wagner in Weiler zum Stein: Der erste Spätburgunder wurde geerntet – der erste seit 200 Jahren.

Wengerter Robin Wagner hat die Reben vor wenigen Jahren neu gepflanzt – ganz nahe am Weingut, damit er wenigstens einen kleinen Weinberg direkt am Ort hat. Wengerter wissen, dass vor 200 Jahren und noch früher schon Wein in Weiler zum Stein angebaut wurde. Aber seither ist der Ort kein anerkanntes Weinbaugebiet mehr. Auf dem Etikett darf praktisch gar nichts stehen, auf keinen Fall Württemberg, auch nicht Weiler zum Stein und nicht die Rebsorte Spätburgunder. Höchstens „Deutscher Wein“ sei zulässig, erzählt Robin Wagner.

Das macht aber nichts: Die Ernte war gut. 600 Kilogramm Spätburgundertrauben haben die Helfer innerhalb von zwei Stunden gelesen. Wagner hat 93 Grad Oechsle gemessen. Das passt für seinen Wein. Er wird die abgebeerten Trauben fünf Tage bei 4 Grad Celsius in der Kaltmazeration lassen, und sie drei Wochen lang der wärmeren Gärung überlassen. In Holzfässern wird der Wein reifen und dann unfiltriert abgefüllt.

Beschädigte Beeren rausgeschnitten

Erntehelfer, Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, mussten bei dieser Weinlese sorgsam arbeiten, einzelne Beeren herausschneiden, wenn sie sichtlich beschädigt waren. Manche Trauben waren unbrauchbar, weil sie vom Hagel zerstört worden waren, aber es kamen doch 600 Kilogramm zusammen für einen Wein, der keinen gängigen amtlichen Namen tragen darf, und bei dem es alleine deshalb schon spannend ist, wie er wird.