Plüderhausen

Bürgermeister-Wahl unter Pandemiebedingungen: Wie geht das in Plüderhausen?

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BM Wahl Plüderhausen
Wer ist der Fünfte? © ALEXANDRA PALMIZI
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TreiberBenjaminBMWahl
Benjamin Treiber betreibt weiter rege Wahlkampf. © Gaby Schneider
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Rouven Klook
Und auch Rouven Klook ist weiterhin im Rennen. © Gabriel Habermann
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Bogdan Gheorghiu
Bogdan Gheorghiu will der nächste Bürgermeister von Plüderhausen werden. © Gabriel Habermann
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kandidaten
Thomas Hornauer. © Benjamin Büttner

Wie macht man eigentlich Wahlkampf in diesen Zeiten des Abstands, der sozialen Distanz und der nach wie vor nicht möglichen Veranstaltungen? Zeiten, in denen man dem Wähler nicht durch Händeschütteln näher kommen kann, sondern in der Öffentlichkeit mit Maske auftreten muss?

Die Antwort ist so einfach wie überraschend: Trotz der pandemiebedingten Umstände eigentlich ganz klassisch, indem man mit so vielen Bürgern wie möglich redet. Mit wichtigen Akteuren und Multiplikatoren genauso wie mit unpolitischen Mitmenschen, die rein nach Sympathie ihr Kreuz am 25. April machen werden.

Fünf Kandidaten sind im Rennen

Man, das sind die bisherigen Bewerber um das Amt des Plüderhäuser Bürgermeisters. Fünf sind es im Moment an der Zahl, vier davon haben ihre Kandidatur öffentlich gemacht: Benjamin Treiber aus Kernen, Rouven Klook aus Biberach an der Riss sowie die zwei Plüderhäuser Bogdan Gheorghiu und Thomas Hornauer. Ein fünfter Bewerber hat seine Kandidatur abgegeben, diese aber noch nicht öffentlich gemacht. Es handelt sich dabei wohl aber um einen Dauerbewerber, der im Wahlkampf vermutlich keine Rolle spielen wird.

Und dann kokettiert auch noch ein ehemaliger Bewerber um die Kandidatur: Christian Maier aus dem badischen Seebach, der 2018 angetreten war, mit 24 Prozent auf dem zweiten Platz landete und sich mit einer eigenen Facebook-Gruppe lautstark zu Wort meldet. Bis zum 29. März wäre eine Bewerbung noch möglich.

Nähme man das soziale Netzwerk Facebook als Gradmesser für die Beliebtheit in der Bevölkerung, was man aber nie tun sollte, weil sie für die Gesamtbevölkerung alles andere als repräsentativ ist, dann läge Benjamin Treiber momentan leicht mit der Nase vorn im Wahlkampf. Er versteht es gut, sich in seinen Posts zu inszenieren und Themen zu setzen. Das passende Bild dazu hat er auch meist bei der Hand. Zum Thema Bahnhof, den er unbedingt barrierefrei machen will, sieht man den Familienvater Treiber einen Kinderwagen die Treppen hochtragen. Der Kernener hat schon mit vielen Bürgern geredet, war mehrfach in Walkersbach und ist insgesamt sehr präsent, was ihm in den Plüderhäuser Facebook-Gruppen bereits einen kleinen Fanclub beschert hat.

Viele Bilder ähneln sich im Online-Wahlkampf

Aber auch Rouven Klook ist nicht untätig. Im Gegenteil: Diese Woche hat er unter anderem frühmorgens um 5 Uhr Gespräche mit Pendlern am Bahnhof geführt, sich mit dem Handels- und Gewerbeverein über ein Gemeindeentwicklungskonzept unterhalten und mit dem Feuerwehrkommandanten über notwendige Investitionen gesprochen.

Viele Bilder ähneln sich im Online-Wahlkampf inzwischen: Sie zeigen Kandidaten mit Maske und Abstand nach Gesprächen im Ort. Zumal mit Bogdan Gheorghiu ein weiterer Bewerber gerade intensiv in den (Online-)Wahlkampf einsteigt. Die Gemeinde will er unter anderem mit einem Innovationsmanager sowie einem Zehn-Punkte-Plan voranbringen. Wobei die Punkte noch nicht so konkret formuliert sind, dass man ihnen mit vernünftigen Gründen komplett widersprechen könnte. Fordert er doch eine umfassende Bürgerbeteiligung, bezahlbaren Wohnraum, einen barrierefreien Bahnhof und einen zügigen Ausbau der Breitbandinfrastruktur.

Bislang keine kontroversen Themen, außer von einem Bewerber

Überhaupt treten die Kandidaten im Wahlkampf bisher zuhörend, in den Ort hineinhorchend auf, anstatt vorgefertigte Konzepte zu präsentieren. Auch hat sich keiner der Kandidaten bisher mit kontroversen Thesen hervorgewagt. Immerhin: Gheorghiu hat sich für die Schulfusion und den Bau einer Skateranlage ausgesprochen.

Der Einzige, der wie erwartet querschießt, ist Thomas Hornauer. In den sozialen Medien präsentiert er sich mit Videobotschaften (in denen er etwa einem Großteil des Gemeinderates schweren Alkoholismus unterstellt) und langen, da mit Spracherkennung verfassten, bisweilen schwer zu lesenden Wortbeiträgen. Zuletzt beklagte er sich in einer Facebook-Gruppe wortstark darüber, dass ihn das Ordnungsamt in einem Schreiben nicht mit „Seine Heiligkeit“ ansprach, sondern profan als Herr Hornauer. Und obwohl er auf dem Wahlzettel steht, forderte er in Videos die Bürger mehrfach dazu auf, ihn ins freie Feld zu schreiben. Nur so hätten sie eine echte Wahl.

Wie macht man eigentlich Wahlkampf in diesen Zeiten des Abstands, der sozialen Distanz und der nach wie vor nicht möglichen Veranstaltungen? Zeiten, in denen man dem Wähler nicht durch Händeschütteln näher kommen kann, sondern in der Öffentlichkeit mit Maske auftreten muss?

Die Antwort ist so einfach wie überraschend: Trotz der pandemiebedingten Umstände eigentlich ganz klassisch, indem man mit so vielen Bürgern wie möglich redet. Mit wichtigen Akteuren und Multiplikatoren genauso wie

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