Plüderhausen

Badeverbot für den Plüderhäuser See: Blaualgen-Konzentration ist gestiegen

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Blaualgen
Blaualgen im See. © Mathias Ellwanger
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Algenwarnhinweis
Schon seit vergangener Woche gibt es Warnhinweise am See. © Gaby Schneider

Am Plüderhäuser See gilt seit Montag laut der Gemeindeverwaltung ein Badeverbot. Schon in der vergangenen Woche hatte sie am See Warnhinweise angebracht, weil die Belastung mit Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, gestiegen ist. Nachdem nun die Ergebnisse einer Laborprobe eingingen, entschloss sich die Verwaltung auf dringende Empfehlung des Gesundheitsamtes zu dem Verbot.

„Das Gesundheitsamt sagt eindeutig, dass da eine Gesundheitsgefährdung für Badegäste vorliegt“, sagt der Bürgermeister Benjamin Treiber. Die Verwaltung setze das Badeverbot nur „schweren Herzens“ um. „Aber keiner will, dass vor allem auch Kindern etwas passiert“, so Treiber. „Das kann ja durchaus unangenehm werden.“

Wie die Bakterien Menschen gefährlich werden können

Schon im Sommer 2020 war es zu einem Badeverbot am See gekommen. Das Problem waren damals ebenfalls die hartnäckigen Bakterien. Wie sie Menschen gefährlich werden können, erklärte die Studentin Jennifer Lloyd-Pippich, die sich momentan für ihre Masterarbeit mit der Problematik am Plüderhäuser See beschäftigt, vor kurzem im Interview.

„Der Verlauf der Toxinaufnahme kann schädlich bis toxisch sein - dies hängt vom Eintrittsweg und der Dauer ab“, sagte sie. Bei einmaligem Kontakt könne es zu Haut- und Schleimhautreizungen sowie Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen kommen. Beim Verschlucken könnten auch Durchfall und Fieber eintreten. Sollten die Toxine über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden, komme es zur Schädigung der Leberzellen und weißen Blutkörperchen, was einen schweren Krankheitsverlauf verursachen und im schlimmsten Fall auch tödlich enden könne.

Besonders Kleinkinder gefährdet

„Wir haben eine Microcystin-Belastung von 88,9 Mikrogramm pro Liter“, gibt Robin Falk von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage über die Situation im See Auskunft. Der gemessene Wert befinde sich damit über dem Dreifachen des Leitwerts, den das Umweltbundesamt und die WHO festgelegt haben. Besonders für Kleinkinder sei es konkret gefährlich, wenn sie das belastete Wasser verschlucken. Die Algen finden sich laut Falk derzeit vor allem im Kinderbereich, aber auch am kompletten Nordufer, gerade dort, wo die Einstiege in den See verteilt seien.

Trotz der Warnhinweise der Gemeinde tummelten sich am Montagvormittag einige Menschen vergnügt im See. Es wird sich zeigen, ob das am Nachmittag ausgesprochene Badeverbot die Schwimmer davon abhalten wird, sich in das kühle Nass zu begeben.

Kontrolle ist schwierig

Das Verbot zu kontrollieren, wird für die Gemeindeverwaltung laut Treiber schwer werden. Der Seewart Martin Dannenhauer wird die Situation vor Ort überwachen, das Gelände soll aber laut Auskunft von Robin Falk nicht gesperrt werden.

Gebadet werden darf erst wieder offiziell, wenn die Bakterien-Belastung im See zurückgeht. „Wir werden zeitnah wieder den Wert ermitteln und schauen, in welche Richtung er sich entwickelt“, verspricht Benjamin Treiber. Über eine Aufhebung des Verbots werde nur in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden.

Am Plüderhäuser See gilt seit Montag laut der Gemeindeverwaltung ein Badeverbot. Schon in der vergangenen Woche hatte sie am See Warnhinweise angebracht, weil die Belastung mit Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, gestiegen ist. Nachdem nun die Ergebnisse einer Laborprobe eingingen, entschloss sich die Verwaltung auf dringende Empfehlung des Gesundheitsamtes zu dem Verbot.

„Das Gesundheitsamt sagt eindeutig, dass da eine Gesundheitsgefährdung für Badegäste vorliegt“, sagt der

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