Plüderhausen

Bogdan Gheorghiu will Bürgermeister werden - und in Plüderhausen einen Innovationsmanager einstellen

Bogdan Gheorghiu
Will als Bürgermeister einen anderen Blickwinkel auf die Gemeindepolitik werfen: Bogdan Gheorghiu. © Gabriel Habermann

Im Wahlkampf um die Nachfolge von Andreas Schaffer hat jetzt ein vierter Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Der 42-jährige Bogdan Gheorghiu kommt aus Tübingen, ist der Liebe wegen kürzlich nach Plüderhausen gezogen und will in seiner neuen Heimatgemeinde künftig das höchste politische Amt bekleiden.

Gheorghiu ist in Rumänien aufgewachsen, kam mit elf Jahren nach Deutschland und studierte nach dem Abitur Soziologie sowie Vergleichende Religionswissenschaften in Tübingen. Der 42-Jährige ist seit vielen Jahren Mitglied der Grünen, in Tübingen auch Teil des Kreisvorstandes. Die Offenheit der Partei für Menschen mit Migrationshintergrund habe ihn damals dazu bewegt, der Partei beizutreten.

Noch während seines Studiums, das er selbst finanzierte, machte Gheorghiu sich selbstständig im Bereich Personalberatung für kleine und mittelständische Unternehmen, wechselte dann aber 2006 ins Esslinger Rathaus, wo er Koordinator für Neuzugewanderte wurde und den Integrationsplan der Gemeinde mitgestaltete. 2008 übernahm er die gleiche Tätigkeit im Böblinger Rathaus, wurde später in Tübingen Regionalkoordinator in der Sozialberatung für geflüchtete Menschen. Und ist seit gut einem Jahr nun in Reutlingen als Sozialberater beim Verein „Arbeiterbildung“ tätig, wo er Arbeitslose gegenüber dem Jobcenter vertritt und sie für anstehende Bewerbungen coacht.

Die Herausforderungen der Gemeinde sieht er als Chance

Weshalb möchte er jetzt Bürgermeister werden? In seiner beruflichen Laufbahn habe er viel mit Bürgermeistern zu tun gehabt, sagt Gheorghiu – und dabei immer wieder festgestellt, dass Probleme nicht auf der Bundesebene, sondern vor Ort gelöst werden. „Gemeinden haben eine Schrittmacherfunktion in der Gesellschaft“. Außerdem habe Plüderhausen viel Potenzial.

Mit seiner Bewerbung möchte er nicht zuletzt ein Zeichen setzen, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund sich politisch einbringen. „Ich exponiere mich damit stellvertretend für andere. Das kann helfen, die Gesellschaft voranzubringen“, hofft der Kandidat, der seit vielen Jahren deutscher Staatsbürger, in seinem Selbstverständnis aber vielmehr Europäer ist.

Dass Plüderhausen gerade vor vielen Herausforderungen steht, sieht Gheorghiu nicht nur als Problem, sondern auch als eine Chance. Nämlich die, alte Pfade zu verlassen und an viele Dinge anders heranzugehen. Ihm schwebt „ein Wandel in allen Bereichen“ vor. Weshalb er als Bürgermeister den Posten des Innovationsmanagers schaffen würde, der zum einen die Vernetzung mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Jung und Alt, Alteingesessene und Neuzugezogene, Einheimische wie Geflüchtete), den Vereinen, dem Gewerbe und den Wohlfahrtsverbänden vorantreiben soll. Der aber auch in Sachen Klimaschutz die Verwaltung unter die Lupe nehmen und nicht zuletzt die Digitalisierung in allen Bereichen vorantreiben würde.

Der 42-Jährige erhofft sich dadurch einen Kulturwandel im Rathaus, das unter ihm grundsätzlich ein offenes Haus wäre. Gheorghiu will seinen Wahlkampf deshalb explizit nicht als Grünen-Mitglied führen, „ich will ein Bürgermeister für alle sein.“

Besser einbinden will Bogdan Gheorghiu als Bürgermeister die Jugend. Den Bau einer Skateanlage, die in Plüderhausen seit vielen Jahren diskutiert wird, unterstützt er ganz explizit. Und er will darüber hinaus Möglichkeiten der Teilhabe für Jugendliche schaffen– etwa in Form von Workshops und Events. Spannend findet der 42-Jährige außerdem das Thema Graffiti, für das er gerne ein legales Forum schaffen würde.

„Ich möchte nichts versprechen, das ich nicht halten kann“

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung (und weil Gheorghiu demnächst selbst Vater wird) sind dem Kandidaten die Themen Schule und Bildung besonders wichtig. „Das ist das A und O“, sagt er. Die anstehende Schulfusion begrüßt er. Aus finanziellen Gründen sei diese sinnvoll. Außerdem findet der angehende Vater: „Kinder brauchen einander, und dazu gehört, dass sie zusammen sind von klein bis groß.“

Darüber hinaus möchte der 42-Jährige alltagspraktische Dinge angehen wie zum Beispiel barrierefreie Bushaltestellen und Gehsteige oder QR-Codes an den Busfahrplänen. Grundsätzlich sagt er von sich: „Ich möchte nichts versprechen, das ich nicht halten kann.“ Auch wenn er keine Verwaltungsausbildung durchlaufen habe, so verfüge er dennoch über einen beruflichen Werdegang, der ihn auf die Tätigkeit eines Bürgermeisters vorbereitet habe. „Ich bin es gewohnt, zu entscheiden. Und ich halte es für eine Stärke, Fehler zuzugeben.“

"Plüderhausen braucht neue Ideen und Herangehensweisen“, findet Bogdan Gheorghiu, der davon überzeugt ist, mit seiner Kandidatur und seinem Hintergrund einen neuen Blickwinkel auf die Gemeindepolitik werfen zu können. In den kommenden knapp sechs Wochen bis zur Wahl wird der 42-Jährige dafür bei den Bürgern werben.

Im Wahlkampf um die Nachfolge von Andreas Schaffer hat jetzt ein vierter Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Der 42-jährige Bogdan Gheorghiu kommt aus Tübingen, ist der Liebe wegen kürzlich nach Plüderhausen gezogen und will in seiner neuen Heimatgemeinde künftig das höchste politische Amt bekleiden.

Gheorghiu ist in Rumänien aufgewachsen, kam mit elf Jahren nach Deutschland und studierte nach dem Abitur Soziologie sowie Vergleichende Religionswissenschaften in Tübingen. Der

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