Plüderhausen

CVJM will Waldheim im Landschaftsschutzgebiet erweitern: Genehmigung noch unsicher

Burghalde
Die Vorsitzenden des Plüderhäuser CVJM, Irene Hebsacker (l.) und Uli Wolz (r.), sind optimistisch, dass es weitergeht auf der Burghalde. © Gabriel Habermann

Der Technische Ausschuss hat dem Bauvorhaben des örtlichen CVJM zugestimmt. Allerdings - noch steht die Entscheidung des Landratsamtes aus. Der Verein möchte das aus den 60er Jahren stammende Waldheim reichlich ertüchtigen. Dabei soll mehr Nutzfläche geschaffen werden, um den modernen Anforderungen Genüge zu leisten.

Gleichzeitig soll das Heim dann auch von außen eine neue Optik verpasst bekommen. Die Schlafmöglichkeiten sollen aktuellen Standards angepasst werden. Und da man sich im Gewann Burghalde befindet, hat man gemeinsam mit dem ehrenamtlich tätigen Architekten eine Fassade ersonnen, die einer Burg ähnelt, das Treppenhaus könnte dementsprechend ein angedeuteter Turm werden.

Problem: Waldheim liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet

Allerdings - ganz unumstritten ist das Vorhaben nicht, unter anderem auch deshalb, weil es sich im Landschaftsschutzgebiet befindet. Sogar als FFH-Gebiet wurde die Fläche ausgewiesen – Jahrzehnte nachdem das bestehende CVJM-Gebäude errichtet worden war. Als der Vorgängerbau in den 1930er Jahren an dieser Stelle erstellt worden war (damals hatte der Erwerb der riesigen Fläche gerade mal 700 Mark gekostet), hatte man noch nicht mal im Traum daran gedacht, dass es jemals nötig werden könnte, solche Schutzgebiete auszuweisen. Um dieser Problematik Rechnung zu tragen, hatte sich der Plüderhäuser CVJM zusammen mit der Gemeinde bereits im Vorfeld des Bauantrags mit dem Landratsamt abgestimmt. Unterstützt durch ein Vogelschutzgutachten konnte die Vereinbarkeit mit Naturschutz und Landschaftspflege nachgewiesen werden. „Alle Vögel, die auf unserer Fläche brüten, können sich nachgewiesenermaßen auch ein paar Meter weiter niederlassen“, berichtet die Vorsitzende Irene Hebsacker auf Nachfrage am Telefon.

Immerhin. Aber im Ausschuss wurden noch andere Sorgen geäußert: dass nicht ausreichend Parkplätze vorgehalten würden und auch, dass der Zustand der Straße nicht für eine intensive Nutzung ausgelegt wäre. Auch die Frage des Brandschutzes sah man im Gremium nicht ausreichend geklärt.

Noch-Bürgermeister Andreas Schaffer konnte die meisten dieser Sorgen aus dem Weg räumen. Immerhin: In fußläufiger Nähe hält der Verein durchaus Parkplätze vor. Dies auf der gegenüberliegenden Straßenseite sowie entlang der Zufahrtsstraße. Wenn der Anbau einmal fertiggestellt sein sollte, würden außerdem weitere Stellmöglichkeiten direkt vor dem Haus hinzukommen. Das versicherte auch Irene Hebsacker. Dem Verein sei durchaus bewusst, dass womöglich noch weitere Parkplätze gebraucht werden können. Dafür habe man auch noch weitere Möglichkeiten im Hinterkopf.

Künftig: Doppelzimmer statt großem Matratzenlager

Ebenso zerstreuen konnte Bürgermeister Schaffer in der Ausschusssitzung die Sorgen einiger Gremiumsmitglieder um mehr Publikumsverkehr nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus. Es wurden Befürchtungen dahingehend geäußert, die Zufahrtsstraße könnte der künftigen Belastung nicht standhalten. Aber auch hier bestehe kein Grund zur Sorge. Es würden keine zusätzlichen Schlafgelegenheiten entstehen. Vielmehr soll im Erweiterungsbau das große ehemalige Matratzenlager aufgelöst werden.

Doppelzimmer statt Schlafsaal

Statt der beiden Schlafsäle sollen Doppelzimmer angelegt werden, um auch künftig in Sachen Infektionsschutz besser aufgestellt zu sein. In großen Schlafsälen würden vermutlich in naher Zukunft keine Übernachtungen stattfinden können, mutmaßt auch Irene Hebsacker. Aber - die Anzahl der Schlafplätze bleibt gleich. Weiterhin könnten 18 Personen in der Hütte übernachten.

Allerdings – davon geht Hebsacker tatsächlich aus - könnte die Nachfrage nach den vorhandenen Schlafplätzen steigen. Zwar sei man auch vor Corona wochenends gut gebucht gewesen, aber mit dem Komfort werde sicher auch das Interesse an dem Freizeitheim steigen. Und das müsse auch so sein. Bei einem Investitionsvolumen von rund 500 000 Euro müsste der Verein schließlich auch über Vermietungen versuchen, Geld einzunehmen, um die Kosten aufzufangen.

Neue Sanitärräume dringend nötig

Weiterhin verbessert werden sollen mit dem Erweiterungsbau auch die Sanitäranlagen. Bislang gab es nur zwei Toiletten in der Nähe der Schlafräume. Eine Dusche sei später behelfsmäßig dazugebastelt worden. In Zukunft sollen die Sanitärräume nicht nur entsprechend modernen Standards ausgebaut werden, sondern auch barrierefrei und unabhängig von den Schlafräumen erreichbar sein.

Das hätte unter anderem auch den Vorteil, dass das CVJM-Heim auch für bloße Tagesveranstaltungen gebucht werden könnte. Kindergärten und die Kirchengemeinde hätten dahingehend schon häufig Anfragen gestellt.

Ohne Sanierung geht's nicht weiter

Auch was den Brandschutz anbelangt, müsse man reichlich nachrüsten. „Und teure Sicherheitstüren im Wert von 700 Euro baut man nicht in so ein altes Gebäude ein. Für die CVJMler steht fest: Ohne eine entsprechende Sanierung und Erweiterung kann der Verein das Waldheim nicht mehr betreiben.

„Das Freizeitheim Burghalde ist der zentrale Mittelpunkt beziehungsweise die Heimat des Vereins und Voraussetzung für den Fortbestand des Vereins - insbesondere ist es aber auch Grundlage aller unserer sozialen Aktivitäten“, erklärt Hebsacker. Zudem fühle man sich in der Verantwortung, die Arbeit fortzuführen. Schließlich würden im CVJM Werte vermittelt, „hier haben Generationen junger Menschen ihr Herzblut reingesteckt“. Irene Hebsacker ist ganz sicher: „Das ist ein Kleinod, ein Paradies, das bewahrt werden muss.“

Der Technische Ausschuss hat dem Bauvorhaben des örtlichen CVJM zugestimmt. Allerdings - noch steht die Entscheidung des Landratsamtes aus. Der Verein möchte das aus den 60er Jahren stammende Waldheim reichlich ertüchtigen. Dabei soll mehr Nutzfläche geschaffen werden, um den modernen Anforderungen Genüge zu leisten.

Gleichzeitig soll das Heim dann auch von außen eine neue Optik verpasst bekommen. Die Schlafmöglichkeiten sollen aktuellen Standards angepasst werden. Und da man sich im

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