Plüderhausen

Der Waschbär im Wohnzimmer

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Symbolbild. © Habermann/ZVW (Archiv)

Plüderhausen. Kurz vor der Geisterstunde war er da, der Waschbär. Mitten im Wohnzimmer eines Hauses im Linthaldenweg in Plüderhausen. Die Hausherrin ist zu Tode erschrocken. Ähnliches widerfuhr einer Familie in der Schorndorfer Konnenbergstraße: Da guckte der Waschbär aber nur durch die Balkontür. Von außen.

Eine Tür spielt auch beim Vorfall im Plüderhäuser Linthaldenweg eine wichtige Rolle. Die mit einer Katzenklappe nämlich. Durch die ist das zumindest auf den ersten Blick putzige Tierchen ins Haus gelangt.

Bereits im letzten Jahr, sagt Klara Maier, hat sie bei ihrem Kirschbaum im Garten Waschbären beobachtet, „mindestens zwei“. Nach der Kirschernte „waren sie dann aber verschwunden“, erinnert sich die Frau. Bis vor kurzem.

Mitten im Wohnzimmer

Klara Maier war im oberen Geschoss des Hauses, als sie hörte, wie sich jemand am Trockenfutter ihres Katers zu schaffen machte. Zuerst dachte sie, es sei ihr Stubentiger. „Das Krachen hörte sich aber anders an als bei meinem Kater“, sagt die Frau.

Deshalb ging sie wieder ins Erdgeschoss und schaute nach dem Rechten. Da saß er dann, der Waschbär. Mitten im Wohnzimmer. Bei Maiers Erscheinen verschwand er flugs durch die Katzenklappe.

Erneut durch die Katzenklappe

Endgültig weg war das Tier aber beileibe nicht. Den Waschbär lockte wieder das Katzenfutter. Erneut kam er durch die Katzenklappe ins Haus. Klara Maier schlug jetzt Röhren, in denen sich normalerweise Tennisbälle befinden, gegeneinander. Weil, so hat sie gehört, Waschbären derartigen Lärm nicht vertragen.

Zumindest bei dem Tier in ihrem Wohnzimmer hatte die Aktion Erfolg. Es flüchtete durch die Katzenklappe nach draußen. Und Klara Maier kam jetzt auf die glorreiche Idee, diese Katzenklappe zu verschließen.

Damit war Ruhe, zumindest für diese Nacht. Die Bewohnerin des Linthaldenwegs schaltete die Außenbeleuchtung ein. Und machte die Entdeckung, dass vor der Tür jetzt drei Waschbären lauerten. Bis die Katzenklappe wieder aufgeht. Was natürlich nicht geschah.

Keine exotischen Tiere mehr

Die Zeiten, in denen das Gehege der Waschbären beispielsweise in der „Wilhelma“ für Kinder ein Anziehungspunkt war, sind seit annähernd 50 Jahren vorbei. Waschbären sind in hiesigen Gefilden keine Seltenheit mehr. Und exotische Tiere gleich dreimal nicht.

Im Gegenteil. Sie entwickeln sich mancherorts regelrecht zu einer Plage. Was tun dagegen? Guter Rat ist angesichts der Vielzahl der Tiere recht teuer. Klara Maier rät: „Aufpassen und nicht füttern!“ Und, ist man der Frau aus Plüderhausen geneigt zu sagen, die Katzenklappe nicht offen lassen. Wobei sich dann natürlich die Frage stellt: Wie kommt der Kater rein und raus?