Plüderhausen

Endlich Sommerwetter: Großer Andrang am 14,5 Grad kalten Plüderhäuser Badesee am Sonntag (09.05.)

Badeseeplued
Ganz schön was los am Plüderhäuser Badesee am ersten sommerlichen Sonntag des Jahres. © Gaby Schneider

Die meisten, wenn überhaupt, steigen nur kurz ins Wasser, juchzen, prusten, so zwischen Freude und Schreck, steigen dann wieder ans trockene Land, mit weit geöffneten Augen: Sie haben’s getan! Sie trauten sich ins noch bitter-klamme Nass!

Endlich wieder draußen! Endlich wieder Baden! Die Temperaturen stiegen an diesem Sonntag auf 28 Grad. Das war doppelt so viel wie die doch noch eher frostige Wassertemperatur mit gerade mal so um die 14 Grad. Das hat aber auch eine durchtrainierte ältere Dame nicht abgehalten, die stoisch eine Runde schwamm, dann an Land stieg und lächelte: „Erfrischend. Das tut gut. Nur Sonne ist auch nichts.“ Schön auch die Szene mit einem offensichtlichen Liebespaar. Sie traut sich nicht recht. Er steigt tapfer rein. Kommt wieder raus und sagt fachmännisch auffordernd zur Freundin: „Schon irgendwie wie im Atlantik.“

„So für kurz ist’s okay“, meinte auch eine jugendliche Clique, die eigens aus Göppingen zum Badesee nach Plüderhausen kam. „Nächste Woche wird’s eh’ wieder bewölkt.“ Und das müssen sich an diesem Tag wohl viele gedacht haben.

Am frühen Nachmittag waren es schon knapp 1000 Besucher

Schon kurz vor 13 Uhr musste der gemeindliche Vollzugsdienst am Einlass erstmals sein Absperrband einsetzen und Leute abweisen. „Wir sind zu. Ich darf niemand mehr reinlassen“, beschied er etliche enttäuschte Besucher. So zwischen 800 und 1000 Ausflügler belegten da inzwischen die Liegewiesen am Wasser. Wenn der Betrieb aufrechterhalten werden und der Badesee nicht wieder geschlossen werden soll, muss der Andrang in geordneten Bahnen ablaufen. „Sonst ist der See zu!“

Und das würde die Leute um den allseits sichtbaren Spaß bringen, endlich mal wieder draußen, an der Sonne, am Wasser, im Badeanzug zu sein. Besonders viele Familien sind unterwegs. Und es sind die Kleinsten, die im abgetrennt flachen Kinderbereich des Sees das auch hörbar größte Vergnügen am Planschen haben. Da wurden Sandburgen gebaut, Löcher gegraben und fröhlich rumgespritzt.

Sommerliche Atmosphäre

Aber auch die Erwachsenen genossen die sommerliche Atmosphäre. Man sah Leute Karten spielen. Es wurde einfach mal wieder Sonne getankt. Und ganz feierlich ging es auf dem Liegeteppich dreier Freundinnen zu: erlesene Getränke aus eleganten Gläsern, dazu Selbstgemachtes aus kleinen Schüsselchen. Ein Fest fürs Auge! Aber auch für die Ohren: Alle möglichen Sprachen sind hier bunt durcheinander zu hören. Der Plüderhäuser See, ein gastlicher Ort für alle.

Aber auch wer sich nichts mitgebracht hatte, konnte es sich gutgehen lassen, wurde beim Kiosk am See bestens versorgt. In zwei Schichten mit je sechs Mitarbeitern werden hier von 10 bis 20 Uhr die Badegäste bedient. „Eine positive Stimmung“, haben die beiden Betreiber Moritz Blankenhagen und Georg Vlassidis wahrgenommen. „Die Leute sind hungrig rauszukommen, das merkt man. Keiner pöbelt. Der Sommer kann kommen!“ Und Anerkennung gab es dafür auch vom Ordnungsbeamten: „So wie die den Kiosk machen, so isch gut!“

Auch die Polizei kontrollierte und fuhr mit einem Wagen vor. Auf unsere Nachfrage antwortete eine junge Polizistin indes spitz mit dem Charme einer Eisblume auf einem zerbrochenen Kuhstallfenster. Ansonsten aber war es ein schöner Tag am See.

Die meisten, wenn überhaupt, steigen nur kurz ins Wasser, juchzen, prusten, so zwischen Freude und Schreck, steigen dann wieder ans trockene Land, mit weit geöffneten Augen: Sie haben’s getan! Sie trauten sich ins noch bitter-klamme Nass!

Endlich wieder draußen! Endlich wieder Baden! Die Temperaturen stiegen an diesem Sonntag auf 28 Grad. Das war doppelt so viel wie die doch noch eher frostige Wassertemperatur mit gerade mal so um die 14 Grad. Das hat aber auch eine durchtrainierte

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