Plüderhausen

Feuerwerksverbot in Plüderhausen: Sehr unterschiedliche Meinungen im Gemeinderat

feuerwerk festtage
Die GLU-Fraktion wünscht sich in Zukunft kein Feuerwerk mehr zum Abschluss der Plüderhäuser Festtage. © Benjamin Büttner

Für Unmut sorgte in der jüngsten Sitzung des Plüderhäuser Gemeinderats bei einigen Gremiumsmitgliedern ein Haushaltsantrag der Grüne-Liste-Umwelt-Fraktion (GLU). „Plüderhausen wird feuerwerksfreie Zone“, war er betitelt. Während die GLU mit Lärm- und Müllbelästigung argumentiert, halten andere Gemeinderäte die Forderung für überzogen. Es entwickelte sich eine emotionale Diskussion, die vermutlich einen klaren Ausgang haben wird.

Was die GLU-Fraktion beantragt

Die Fraktion wünscht sich laut ihrem Haushaltsantrag zwar weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel, „aber ohne verpestete Luft, verletzte Menschen und verängstigte Tiere“. Das Feuerwerk an Silvester verursache jedes Jahr viel Müll und Kosten für dessen Beseitigung und werde schon länger „wegen des Verletzungsrisikos, der Brandgefahr, des Umwelt- und Tierschutzes sowie aktuell wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kritisch gesehen“. Als Alternative könne sich die Fraktion eine Silvester-Party zum Beispiel mit einer Lasershow auf dem Marktplatz vorstellen. Auch zum Abschluss der Plüderhäuser Festtage braucht es nach Ansicht der GLU kein Feuerwerk.

„Ich bin mit meinem eigenen Ministerpräsidenten nicht zufrieden“, sagte der GLU-Fraktionsvorsitzende Erich Wägner. Winfried Kretschmann bezeichnete das Silvesterfeuerwerk laut mehrerer Medienberichte kürzlich als „gutes Symbol für das menschliche Leben: kurz, schön und laut“. Erich Wägner und seine Fraktion sehen das anders, nicht nur auf Silvester bezogen. „Wir wollen keine Feste verbieten, aber die Plüderhäuser Festtage kann man auch ohne Feuerwerk machen.“

Nicht als Spaßbremse auftreten

Dieser Vorschlag habe ihn „etwas erschreckt“, sagte dazu der CDU-Rat Michael Gomolzig. „Der nächste Antrag ist dann, dass man doch keinen Alkohol braucht bei den Plüderhäuser Festtagen.“ Er verstünde es, wenn Feuerwerk wegen Brandgefahr in einer historischen Altstadt verboten werde, im Antrag der GLU seien ihm aber zu viele Gründe „in einen Topf geworfen“ worden. Er wolle nicht als Spaßbremse auftreten.

Das Feuerwerk gehöre zu den Festtagen und anderen besonderen Ereignissen dazu, stimmte sein Fraktionsvorsitzender Ulrich Scheurer zu. Und an Silvester werde man es ohnehin nicht verbieten können. Er könne sich ein Verbot nicht vorstellen.

„Die eineinhalb Stunden kann man aushalten“, fand auch Silvan Vollmar (Freie Wähler - Freie Demokraten). „Man sollte nicht alles verbieten.“

Ein riesiges Kontrollproblem?

„Ich persönlich mag Feuerwerke“, sagte auch der SPD-Rat Marcel Schindler. Auch ihn nerve es zwar, wenn das Silvesterzündeln gefühlt vom 29. Dezember bis zum 2. Januar andauere, das sei aber Geschmackssache. Wichtiger war ihm, zu betonen: Wenn die Gemeinde Plüderhausen ein Feuerwerksverbot erlassen würde, was wohl ohnehin rechtlich schwierig wäre, dann bekäme die Kommune seiner Meinung nach „ein riesiges Kontrollproblem“. Er vermutet: „Das wäre gar nicht umsetzbar.“

„Das eine ist das Verbot, das andere ist die Frage der Umsetzung“, antwortete Bürgermeister Benjamin Treiber. Sabrina Hollmann, die Sachgebietsleiterin für Sicherheit und Ordnung, werde sich vor einer erneuten Diskussion über das Thema im Gemeinderat mit der Polizei besprechen. Überhaupt muss die Gemeinde das Thema nun erst einmal rechtlich aufarbeiten und will dem Gremium dann im ersten Halbjahr 2023 berichten. „Dann können wir eine vertiefte Debatte führen.“

Ähnliche Diskussion in Rudersberg

Auch in der Gemeinde Rudersberg gab es kürzlich Diskussionen über ein Feuerwerksverbot in der Kommune. Der dortige Gemeinderat einigte sich darauf, ein Feuerwerksverbot für Privatpersonen zu prüfen, außer an Silvester. An diesem Tag gilt eine bundesgesetzliche Regelung, es könnten lediglich Verbotszonen eingerichtet werden. Pyrotechniker können an der Berufsausübung zudem grundsätzlich nicht gehindert werden.

Der Plüderhäuser Gemeinderat beschloss nun mit sechs Gegenstimmen, dass die Verwaltung die rechtliche Lage prüft und dann die Ergebnisse im Gemeinderat vorstellen wird.

Für Unmut sorgte in der jüngsten Sitzung des Plüderhäuser Gemeinderats bei einigen Gremiumsmitgliedern ein Haushaltsantrag der Grüne-Liste-Umwelt-Fraktion (GLU). „Plüderhausen wird feuerwerksfreie Zone“, war er betitelt. Während die GLU mit Lärm- und Müllbelästigung argumentiert, halten andere Gemeinderäte die Forderung für überzogen. Es entwickelte sich eine emotionale Diskussion, die vermutlich einen klaren Ausgang haben wird.

Was die GLU-Fraktion beantragt

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