Plüderhausen

Nach Balkon-Brand in Plüderhausen: Entzündung durch Sonne?

Pluederhausen: Brand auf einem Balkon eines Hochhauses loest Grosseinsatz aus
Auf dem Balkon eines Hochhauses hat es am Donnerstagabend gebrannt. © SDMG / Kohls

„Das hätte anders ausgehen können“, sagt der Plüderhäuser Feuerwehr-Kommandant Marc Angelmahr am Tag danach. Die Feuerwehr musste am Donnerstagabend (30.07.) kurz nach 20.30 Uhr mit einem Großaufgebot ausrücken, Alarm wegen eines Brandes in einem siebenstöckigen Wohnhaus im Drosselweg. „Auf der Anfahrt konnten wir von weitem erkennen, dass es im Balkonbereich eine Rauchentwicklung gibt“, so Angelmahr.

Es sei beim Eintreffen der Feuerwehr-Fahrzeuge bereits eine Polizeistreife vor Ort gewesen. Die Beamten hätten schon auf dem Balkon im fünften Stock mit einem Pulverlöscher heruntergetropften, erhitzten Kunststoff löschen können. Der eigentliche Brandherd befand sich aber auf dem Balkon darüber, im sechsten Stock. Die Feuerwehr brach die Wohnungstür auf – es war zur Brandzeit niemand zu Hause –, fand auf dem Balkon allerdings nur noch Glutnester vor, die schnell abgelöscht waren.

Am Balkon und an Einrichtungsgegenständen entstand laut Polizei ein geschätzter Sachschaden von rund 5000 Euro. Verletzt wurde niemand. Ein Hausbewohner hatte das Feuer bemerkt.

Brennglaseffekt insbesondere Gefahr für Waldbrände

Die Polizei vermutet, dass starke Sonneneinstrahlung für den Brand verantwortlich sein könnte. Sie spricht von „Selbstentzündung durch ein Kerzenglas“.

Das liegt für Feuerwehr-Kommandant Marc Angelmahr durchaus im Bereich des Möglichen. Es komme immer wieder zu Feuern, wenn durch auf ein Glas treffende Sonnenstrahlen der sogenannte Brennglaseffekt entstehe. Insbesondere in der Natur und für Waldbrände sei das in Trockenperioden eine Gefahr, wenn Leute zum Beispiel leere Glasflaschen einfach liegen lassen oder wegschmeißen. Derzeit gebe es eine hohe Waldbrandgefahr, weil es lange nicht richtig geregnet habe. Für zu Hause rät Marc Angelmahr: Zur Sicherheit im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung, keine Flaschen oder Gläser für längere Zeit unbeaufsichtigt auf Balkon oder Terrasse stehen lassen.

In diesem Fall ging alles noch mal glimpflich ab. Vorsorglich war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot von sieben Fahrzeugen und 42 Einsatzkräften ausgerückt, auch die Schorndorfer Drehleiter war dabei. Außerdem waren der DRK-Ortsverein und ein Rettungsfahrzeug mit im Einsatz.