Plüderhausen

Nach der Feuerwehr-Grundausbildung: Abschlusssübung am Plüderhäuser Rathaus

Feuerwehrübung
Heikle Angelegenheit: Mit der Schiebeleiter bis ins zweite Obergeschoss, um einen Eingeschlossenen zu bergen. © ALEXANDRA PALMIZI

Marc Angelmahr, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr von Plüderhausen, ist es wichtig, mit der öffentlichen Abschlussübung am Alten Rathaus ein Signal für die Bevölkerung zu geben: „Die Feuerwehr hat den Ausbildungsbetrieb wieder aufgenommen.“

Teilnehmer aus Winterbach, Remshalden, Rudersberg, Urbach und Plüderhausen

Seit Juni haben 19 Mitglieder der Feuerwehren Winterbach, Remshalden, Rudersberg, Urbach und Plüderhausen an einer 70-stündigen Feuerwehrgrundausbildung teilgenommen, die sie nun mit einer schriftlichen Prüfung am Samstagvormittag und einer Lösch- und Rettungsübung am Nachmittag erfolgreich abgeschlossen haben.

Der Lehrgang „Truppmannausbildung Teil I“ mit integrierter Fortbildung Sprechfunker umfasst die Inhalte Rechtsgrundlagen, Brennen und Löschen sowie Löscheinsatz mit den Teilbereichen Fahrzeugkunde, Gerätekunde und Verhalten bei Gefahr, technische Hilfeleistung und lebensrettende Sofortmaßnahmen. Dem folgt dann innerhalb der nächsten zwei Jahre bei den eigenen Feuerwehren eine Ausbildung Teil 2 mit insgesamt 80 Stunden. Erst dann sind die Absolventen wirklich qualifizierte Feuerwehrfrauen oder -männer.

Die Schüler und Ausbilder: „Alles zu 100 Prozent ehrenamtlich!“

Die Teilnehmer des jüngsten Lehrgangs waren im Alter von 17 bis 42 Jahren. Neben ihrer Arbeit haben sie unter der Woche abends und an Samstagen von 7.30 Uhr bis 17 Uhr die Kurse absolviert. „Das Ganze ist zu 100 Prozent ehrenamtlich. Von den Teilnehmern und den vielen Ausbildern“, betont Feuerwehrkommandant Angelmahr das ganz und gar nicht Selbstverständliche dieses Engagements.

Bei der Übung anwesend waren auch Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen und der neue Plüderhäuser Bürgermeister Benjamin Treiber als interessierte Zuschauer. Auch Fehrlen wollte das Engagement der Feuerwehren gar nicht hoch genug einschätzen. Dies auch angesichts der jüngsten Überschwemmungen. „Immer in Krisensituationen besinnt man sich zurück auf unsere Katastrophenschutzeinrichtungen“, meinte sie anerkennend. Und die Bürgermeisterin fügte hinzu: „Eine gut funktionierende Feuerwehr ist das Rückgrat der Gesellschaft.“

Bürgermeister Treiber hat vor drei Jahren die Grundausbildung abgeschlossen

Benjamin Treiber erzählt, dass er vor fast genau drei Jahren selbst diese Grundausbildung „Truppmann I“ bei der Feuerwehr abgelegt hat. Er freut sich über zwei neue Feuerwehrkräfte aus dem Kurs für Plüderhausen und weiß, die Feuerwehr in Plüderhausen ist gut aufgestellt. Er wird sich selbst aktiv engagieren. Er sei vor kurzem offiziell in die aktive Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Plüderhausen aufgenommen worden.

Für die Abschlussübung wurde nun ein Brand im Alten Rathaus angenommen; mit drei vermissten Personen. Ziel der Übung, so Marc Angelmahr, „wir demonstrieren Menschenrettung über tragbare Leitern“. Schon qualmt es aus dem Eingang des Rathauses. Aber keine Feuerwehr kommt. „Wo senner? ‘s brennt!“, ruft Angelmahr ins Funkgerät. Problem: Das Martinshorn der Einsatzleitung funktioniert nicht.

Innerhalb von zehn Minuten: Drei Löschgruppenfahrzeuge am Einsatzort

Zugleich aber hört man Hilferufe aus den Stockwerken des Rathauses. Und innerhalb von zehn Minuten befinden sich drei Löschgruppenfahrzeuge aus Urbach, Plüderhausen und Rudersberg am Einsatzort. Dies unter dem alles musternden Blick der örtlichen Feuerwehrkommandanten. Parallel zu den in Stellung gebrachten Leitern wird eine „Angriffsleitung“ Wasser zur Brandbekämpfung gelegt.

An der Ostseite des Gebäudes wird eine Steckleiter, an der Südseite eine Schiebeleiter bis ans dritte Obergeschoss geschoben, um dort Hilferufende zu bergen. Kein leichtes Unterfangen, wie zu sehen war. Das dauerte ein wenig zu lange, bis die Leiter ans Fenster angelegt war. „Es ist nicht so einfach, eine Leiter in Stellung zu bringen“, kommentiert Marc Angelmahr unaufgeregt. Er weiß, der Feinschliff für solche Einsätze wird in den örtlichen Feuerwehren stattfinden müssen. Sein Fazit: „Übungsziel erreicht. Alle gerettet. Keiner verletzt.“

Spontane Spende für die Opfer der Hochwasserkatastrophe

Eine schöne Geste gab es dann noch beim kameradschaftlichen Lehrgangsabschluss, bei dem die Teilnehmer spontan 220 Euro für die Opfer der Hochwasserkatastrophe spendeten.

Marc Angelmahr, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr von Plüderhausen, ist es wichtig, mit der öffentlichen Abschlussübung am Alten Rathaus ein Signal für die Bevölkerung zu geben: „Die Feuerwehr hat den Ausbildungsbetrieb wieder aufgenommen.“

Teilnehmer aus Winterbach, Remshalden, Rudersberg, Urbach und Plüderhausen

Seit Juni haben 19 Mitglieder der Feuerwehren Winterbach, Remshalden, Rudersberg, Urbach und Plüderhausen an einer 70-stündigen Feuerwehrgrundausbildung

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