Plüderhausen

Plüderhäuser Finanzlage: Positive Entwicklungen, aber Sorgen für die Zukunft

Plüderhausen Rathaus
Die Gemeinde Plüderhausen kämpft schon lange mit ihrer schwierigen Finanzlage. © Habermann

Dass die Gemeinde Plüderhausen schon lange mit ihrer schwierigen Finanzlage kämpft, ist kein Geheimnis. Die Entwicklung der Gemeindefinanzen in diesem Jahr bezeichnete Bürgermeister Benjamin Treiber im Gemeinderat aber zunächst als „durchaus erfreulich“, relativierte diese Aussage dann aber auch gleich wieder. „Die verschiedenen Sparanstrengungen zeigen Wirkung“, sagte er. „Das ist aber kein Grund aufzuatmen.“ Es gebe zum Beispiel Risiken beim Thema Gewerbesteuereinnahmen, die niedriger ausfallen könnten als angesetzt. „Wir haben Signale von großen Unternehmen in Plüderhausen bekommen, dass sie wegen Lieferschwierigkeiten und anderer Risiken über Kurzarbeit nachdenken.“ Er vermutete, dass die gesamtwirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten sich verschlechtern könnte.

Mehrerträge in manchen Bereichen, dafür aber weniger Erträge in anderen

Auch bei Regina Rösch, der Kämmerin der Gemeinde, mochte keine überschwängliche Freude aufkommen, obwohl der Ergebnishaushalt der Gemeinde sich laut ihrer Aussage voraussichtlich verbessert, der gesetzliche Haushaltsausgleich erreicht werde und die Gemeinde in mehreren Bereichen, wie zum Beispiel bei der Einkommens- und bei der Gewerbesteuer, aktuell mehr Erträge als für dieses Jahr eingeplant bekommen hat. Auch sie verwies unter anderem darauf, dass die geplanten Einnahmen aus den Gewerbesteuern und aus dem Finanzausgleich für die Gemeinde nicht sicher sind. „Wir müssen abwarten, was die Novembersteuerschätzung bringt“, sagte sie. Die Prognosen seien hier schon schlechter als noch im Mai.

Zudem spielten der Ukraine-Krieg und nach wie vor die Corona-Krise eine Rolle, so dass die Zukunft ungewiss sei. Knapp wird es auch bei den 7,3 Millionen Euro, die die Gemeinde für Personalaufwendungen eingeplant hat. „Wir rechnen damit, dass der Planansatz nicht ausreichen wird“, so Rösch. Wegen Tariferhöhungen und einem erhöhten Personalbedarf geht sie von Mehraufwendungen aus. Der geplante Aufwand für Investitionszuwendungen werde voraussichtlich ebenso nicht ganz ausreichen und in einigen Bereichen hat die Gemeinde 2022 bislang weniger eingenommen als zuvor geschätzt. Bis zum Jahresende rechnet Regina Rösch mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 1400 Euro für Plüderhausen.

Einnahmen verbessern, Ausgaben verringern

Obwohl Finanzsorgen bestehen, wurden allerdings in diesem Jahr noch keine finanziellen Mittel gesperrt. „Wir haben verwaltungsintern aber trotzdem um eine sparsame Mittelbewirtschaftung gebeten“, sagte Regina Rösch. Sie geht davon aus, dass die Liquidität der Gemeinde erhalten werden kann. Das Ziel sei es, den Ergebnishaushalt weiter zu verbessern. „Alle müssen weiter zur Einnahmenverbesserung und zur Ausgabenreduzierung beitragen“, so Rösch.

Klaus Harald Kelemen, Fraktionsvorsitzender der SPD, begrüßte zwar die Mehrerträge in manchen Bereichen und äußerte Verständnis dafür, dass die Gemeinde zum Beispiel im Kindergartenbereich mehr aufwenden muss, sagte aber auch: „Wir haben noch ein paar große Baustellen, mit denen wir uns befassen müssen.“ Er nannte zum Beispiel Aufwände für das geplante neue Wohngebiet Hohrain/Gländ, den schlechten Zustand mancher Straßen und für die Kinderbetreuung notwendige Investitionen.

Es stehen einige große Projekte an

„Es gibt sehr viel zu tun in den nächsten Jahren“, sagte auch Benjamin Treiber. Die Gemeinde brauche unter anderem Flüchtlingsunterkünfte, müsse Leitungen austauschen und bessere Räumlichkeiten für das DRK und die Feuerwehr schaffen.

„Die wirtschaftliche Lage ist allgemein sehr fragil“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Scheurer. Die erfreulich hohen Gewerbesteuereinnahmen bewertete er als „Momentaufnahme“. „Das Jahr ist noch lang, es kann noch viel passieren“, meint er, obwohl er die aktuellen Zahlen erfreulich fand. Erhebliche Risiken gebe es bei den Themen Energiekosten und beim Umbau der Schlossgartenschule. Auch um den Katastrophenschutz müsse die Gemeinde sich kümmern, aufgrund des Klimawandels würden sich hier Vorfälle in den nächsten Jahren sicher häufen. „Wir müssen schauen, wo die Reise hingeht“, sagte Ulrich Scheurer.

Dass die Gemeinde Plüderhausen schon lange mit ihrer schwierigen Finanzlage kämpft, ist kein Geheimnis. Die Entwicklung der Gemeindefinanzen in diesem Jahr bezeichnete Bürgermeister Benjamin Treiber im Gemeinderat aber zunächst als „durchaus erfreulich“, relativierte diese Aussage dann aber auch gleich wieder. „Die verschiedenen Sparanstrengungen zeigen Wirkung“, sagte er. „Das ist aber kein Grund aufzuatmen.“ Es gebe zum Beispiel Risiken beim Thema Gewerbesteuereinnahmen, die niedriger

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